Was sind Kapitalerträge? Definition und Beispiele

Was sind Kapitalerträge? Definition und Beispiele
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Was sind Kapitalerträge? Wir beantworten diese Frage für dich anhand einer kurzen Definition und verschiedener Beispiele.

Wenn du dich mit deiner Geldanlage oder den eigenen Finanzen beschäftigst, wirst du wahrscheinlich schon einmal das Wort “Kapitalerträge” gehört haben. Doch was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Wie steht er im Zusammenhang mit Aktien, Fonds, Sparkonten und anderen Anlageprodukten? Und welche Steuerregeln gelten für Kapitalerträge? Alle diese Fragen möchten wir im Folgenden einmal beantworten.

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Was sind Kapitalerträge?

Spricht man von Kapitalerträgen, meint man damit Gewinne aus Vermögenswerten. Wer eine Aktie zu einem günstigen Kurs kauft und teurer wieder verkauft, hat einen Kapitalertrag erwirtschaftet. Auch Zinsen aus einer Anleihe lassen sich mit dem Begriff beschreiben. Kapitalerträge müssen nach deutschem Gesetz versteuert werden. Mehr dazu kannst du weiter unten lesen.

Nun kann es auch passieren, dass man bei der Geldanlage finanzielle Verluste einfährt. Selten zwar bei Sparkonten, dafür aber umso häufiger bei Börsenprodukten. Manche Menschen kaufen etwa Aktien zu einem hohen Kurs und verkaufen diese wieder, wenn der Kurs nach unten hagelt. In diesem Fall hat der Anleger einen Kapitalverlust realisiert – das Gegenteil eines Kapitalertrags.

Arten von Kapitalerträgen

Kapitalerträge können aus unterschiedlichen Quellen stammen. Fast alle Erträge dieser Art müssen nach deutschem Recht versteuert werden. Die üblichen Formen von Kapitalerträgen haben wir für dich im Folgenden einmal aufgelistet und erklärt:

1. Kursgewinne

Wer in Aktien, Fonds, Rohstoffe oder Währungen investiert, kann durch den Kauf und Verkauf des Produkts zum richtigen Zeitpunkt Kursgewinne erzielen. Diese Kursgewinne zählen allesamt zu den Kapitalerträgen und müssen entsprechend versteuert werden. Allerdings gibt es Ausnahmen. Gewinne aus einem Investment in Gold oder Silber sind nach einem Jahr etwa komplett steuerfrei.

2. Dividenden

Aktien und Aktienfonds können eine Dividende abwerfen. Dabei handelt es sich um jenen Teil des Gewinns, den ein Unternehmen in Form von Ausschüttungen an die Aktionäre weitergibt. Die Ausschüttungen finden in einem regelmäßigen Rhythmus statt, häufig quartalsweise oder jährlich. Auch Dividenden gelten als Kapitalerträge.

Gut zu wissen: Mieteinnahmen aus einer Immobilie zählen nicht zu den Kapitalerträgen. Das Gesetz spricht hierbei von “Einkünften aus Vermietung und Verpachtung”. Bei der Versteuerung dieser Einkünfte muss man seinen persönlichen Steuersatz zur Orientierung nehmen. Kapitalerträge sind es nur, wenn man in eine Immobiliengesellschaft investiert, die ihre Mieten als Dividende an die Aktionäre ausschüttet.

3. Zinsen

Die typischste Art von Kapitalerträgen sind Zinsen. Diese bekommen Anleger auf einem Sparbuch, Girokonto, Tagesgeldkonto und Festgeldkonto. Auch festverzinsliche Wertpapiere wie zum Beispiel Anleihen werfen regelmäßig Zinsen ab. Die Höhe der Zinsen hängt besonders stark von der Anlagedauer, dem Anlagebetrag, dem Bonitätsrisiko und der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ab.

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So müssen Kapitalerträge versteuert werden

Kapitalerträge müssen in jedem Fall versteuert werden. Der Steuersatz für die sogenannte Abgeltungssteuer liegt bei 25 Prozent. Da kommen dann noch Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer obendrauf. Um die Abführung der Steuern ans Finanzamt kümmert sich nicht der Anleger selbst, sondern seine Bank beziehungsweise sein Broker.

Eine frohe Botschaft: Anleger können von dem Steuerfreibetrag für Kapitalerträge profitieren. Seit Anfang 2023 liegt dieser bei 1.000 Euro pro Einzelperson. In den Vorjahren belief sich der Freibetrag noch auf 801 Euro. Für Ehepaare wurde dieser auf 2.000 Euro erhöht, von ehemals 1.602 Euro. Bis zu diesen Summen müssen Anleger keine Steuern auf ihre Erträge zahlen. Erst wenn der Betrag überschritten wird, beginnt die Zahlungspflicht.

Um den Freibetrag ausschöpfen zu können, muss man seiner Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Das geht bei vielen Kreditinstituten recht schnell via Online-Banking. Wer Kapitalerträge bei mehreren Banken erzielen möchte, sollte daran denken, den Steuerfreibetrag aufzuteilen.

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