Was passiert mit eurem Geld, wenn der Online-Broker pleite geht?

Was passiert mit eurem Geld, wenn der Online-Broker pleite geht?
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Online-Broker gehören erst seit wenigen Jahren zum Alltag der deutschen Anleger. Nicht ohne Grund stellt sich also die Frage, was passiert, wenn der moderne Depotanbieter pleite geht.

Wer heute möglichst günstig und einfach in Aktien, Anleihen, ETFs oder sonstige Wertpapiere investieren möchte, tut dies meistens über einen Online-Broker. Trade Republic, Scalable Capital, eToro und Co. bieten ihren Kunden die Möglichkeit, vom Smartphone aus zu handeln. Mit nur wenigen Klicks lassen sich Finanzprodukte kaufen und wieder verkaufen. Doch die Einfachheit der neumodischen Broker lässt viele Menschen skeptisch werden. Was passiert denn, wenn eine solche App pleite geht?

Einlagensicherung schützt euer Geld

Sollte euer Online-Broker tatsächlich eines Tages pleite gehen, seid ihr als deutscher Bürger ausreichend geschützt. Das Geld, was sich auf dem Verrechnungskonto eures Depots befindet, findet immer den Weg zu euch zurück. Denn auch wenn Gratisbroker für gewöhnlich keine Banklizenz haben, müssen sie doch mit einer Bank zusammenarbeiten, um ihre Dienstleistungen bereitstellen zu dürfen. Bei Trade Republic wäre das zum Beispiel die Solarisbank.

Wenn euer Broker Insolvenz anmeldet, ist er gesetzlich dazu verpflichtet, euer Geld herauszugeben. Nach europäischem Recht gibt es eine verpflichtende Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro. Eure Ersparnisse sind also bis zu dieser Summe geschützt. Da die meisten Banken und Broker aber freiwillige Mitglieder privater Einlagensicherungsfonds sind, ist euer Geld im Normalfall sogar noch mit höheren Beträgen gedeckt. Um euer Verrechnungskonto müsst ihr euch also erstmal keine Sorgen machen.

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Online-Broker: Wertpapiere sind euer Eigentum

Doch was passiert mit euren Wertpapieren bei einer Broker-Pleite? Wertpapiere gelten in Deutschland als Sondervermögen und gehören immer euch, egal was geschieht. Der Depot-Anbieter ist nur für die treuhänderische Verwaltung eurer Finanzprodukte zuständig. Auch die Gläubiger haben keine Zugriff auf eure Wertpapiere, da sie nicht der Insolvenzmasse angehören.

Nervig ist es trotzdem, wenn der Broker in die Insolvenz gerät. Sollte dieser Fall eintreten, steht ihr immerhin vor der Aufgabe, eure Wertpapiere auf ein anderes Depot zu übertragen. Um an eure Aktien, Fonds oder Anleihen heranzukommen, müsst ihr euch an den Insolvenz-Verwalter eures ehemaligen Brokers wenden. Da dieser von einem Gericht bestellt wird, kann es einige Monate dauern, bis eure schriftlichen Ansprüche wahrgenommen werden.

Während dieser Zeit könnt ihr nicht mit euren Wertpapieren traden. Das stellt vor allem dann ein Problem dar, wenn sich die marktwirtschaftliche Situation ändert und sofortige Reaktionen gefragt sind. Sollte ein schneller Kauf oder Verkauf gefordert sein, könnt ihr dann nicht anderes tun, als mit Händen vor den Augen zuzusehen. Personen, die sowieso nur in langfristige Anlageprodukte, wie zum Beispiel breitgestreute ETFs investieren, sind von diesem Horrorszenario natürlich nicht betroffen.

In der Theorie solltet ihr euer Geld oder eure Wertpapiere in jedem Fall zurückbekommen, egal wie schwer die Pleite ist, von der euer Online-Broker getroffen wird. Bevor ihr euch für einen Broker entscheidet, solltet ihr dennoch die Augen offen halten. Im besten Fall verfügt euer Depotanbieter über Rang und Namen und befindet sich mit seinem Hauptsitz innerhalb der EU oder den USA.

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