Was passiert bei einer Inflation mit meinem Bargeld?

Was passiert bei einer Inflation mit meinem Bargeld?
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Was passiert bei einer Inflation mit meinem Bargeld? Diese häufig gestellte Frage möchten wir im Folgenden für dich beantworten.

Wenn im Fernsehen über hohe Inflationsraten gesprochen wird, dann sieht man dabei selten fröhliche Gesichter. Denn für die Bürger heißt dies vor allem eines: Steigende Lebenshaltungskosten. Doch was genau passiert bei einer Inflation eigentlich mit meinem Bargeld? In diesem Beitrag erfährst du alles, was du wissen musst und erhältst außerdem einige Tipps, um dich bestmöglich gegen die Inflation zu schützen.

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Was passiert bei einer Inflation mit meinem Bargeld?

Inflation bedeutet, dass die Preise von Waren und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Durch den Anstieg der Preise kannst du weniger von deinem Geld kaufen – deswegen spricht man auch von Geldentwertung. Obwohl sich die Ziffer auf dem Geldschein nicht verändert hat, sind 100 Euro durch die Inflation weniger wert als noch im letzten Jahr.

Der Anstieg der Preise gegenüber dem Vorjahresmonat wird mit der Inflationsrate angegeben. Wenn deine Lebenshaltungskosten derzeit bei 2.000 Euro liegen, würden diese bei einer Inflationsrate von 10 Prozent auf 2.200 Euro steigen. Dagegen machen kannst du leider nichts. Hier ist es Aufgabe der Regierung, mit geldpolitischen Maßnahmen die Teuerung einzudämmen.

Zur Bestimmung der Inflationsrate richtet das Statistische Bundes­amt einen fiktiven Warenkorb ein, in dem sich rund 700 Waren und Dienstleistungen befinden, die private Haushalte typischerweise kaufen. Allerdings sind nicht alle Güterarten gleich stark gewichtet. Das macht deswegen Sinn, weil ein Haushalt etwa mehr Geld für die Miete ausgibt als für Kleidung.

Gegen Inflation schützen: Vier sichere Geldanlagen

Obwohl du gegen Preissteigerungen machtlos bist, kannst du dein Erspartes vor der Inflation schützen. Das klappt am Besten mit einem Investment in Sachwerte – also Geldanlagen “zum Anfassen”. Hier sind Renditen möglich, die über der Inflationsrate liegen. Einige Sachwerte, die sich in der Vergangenheit als Inflationsschutz bewähren konnten, haben wir im Folgenden für dich aufgezählt.

1. Aktien und ETFs

Wenn die Inflationsraten steigen, flüchten sich viele Sparer in Aktien – und das mit gutem Recht. Denn Aktien gelten, trotz möglicher Kursschwankungen, als profitable Geldanlage. Die Renditen von Wertpapieren liegen weit über den Zinsen, die man auf Tages- und Festgeldkonten erhält. Weil Unternehmen jedoch ebenfalls unter der Inflation leiden können, sollten Anleger langfristig in Aktien investieren und Spekulation vermeiden.

Um das Risiko bei der Geldanlage zu verringern, lohnt es sich, auf ETFs (Exchange Traded Funds) zurückzugreifen. Mit den börsengehandelten Indexfonds können Anleger in eine Vielzahl von Aktien investieren und so eine breite Diversifikation im Portfolio erreichen. Mit sogenannten Welt-ETFs ist es sogar möglich, sein Geld in über 1.000 Unternehmen aus verschiedenen Regionen und Branchen zu stecken.

Bevor du in Aktien oder ETFs investieren kannst, benötigst du ein Wertpapierdepot. Dieses lässt sich ganz einfach bei Online-Brokern oder Banken eröffnen. Eine Übersicht der besten kostenlosen Depots findest du in unserem Depotvergleich.

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2. Gold und andere Edelmetalle

In Krisenzeiten kommt es oft zu einer steigenden Goldnachfrage. Deswegen gilt das hübsche Edelmetall unter vielen Anlegern als sicherer Hafen und Inflationsschutz. Ein weiterer Vorteil: Gold korreliert nicht mit anderen Anlageklassen wie Aktien und Immobilien. Somit ermöglicht die Beimischung des Edelmetalls eine bessere Risikostreuung im Portfolio.

Anleger sollten bedenken, dass der Goldpreis teilweise heftig schwanken kann. Schuld daran ist die Tatsache, dass sich der Goldpreis einzig und allein aus Angebot und Nachfrage zusammensetzt und nicht wie bei Aktien aus dem Wert eines Unternehmens. Doch wer langfristig investiert und ein diversifiziertes Portfolio besitzt, kann diese volatilen Phasen gut verkraften.

Neben Gold eignen sich auch andere Edelmetalle wie Silber und Platin als Inflationsschutz. Du kannst Edelmetalle sowohl physisch als auch in Form von ETCs erwerben. Bei ETCs (Exchange Traded Commodities) handelt es sich um Rohstoffe, die als Wertpapiere ausgegeben werden und mit Goldbarren hinterlegt sind. Sie lassen sich bei einem Online-Broker wie Scalable Capital* handeln.

3. Immobilien

Auch Immobilien, die von Anlegern gerne als Betongold bezeichnet werden, taugen als Inflationsschutz. Wenn der Wert einer Immobilie steigt, lassen sich die erhöhten Verbraucherpreise möglicherweise ausgleichen. Zudem können Mieten an das durchschnittliche Preisniveau gekoppelt werden.

Gleichzeitig bieten Immobilien einige Nachteile, die man unbedingt kennen sollte. So zählen Immobilien etwa als illiquide Vermögenswerte. Das bedeutet, dass du den Vermögenswert nicht sofort zu Geld machen kannst, sondern erst einen Käufer finden musst, der den gewünschten Kaufpreis bezahlt. Im Gegensatz dazu sind Aktien und ETFs börsentäglich an den Märkten veräußerbar.

Darüber hinaus stellen Mieten keine handfeste Einnahmequelle dar. Denn bevor hierdurch Einnahmen erzielt werden können, muss sich zuerst ein Mieter finden. Auch können Zahlungsausfälle durch ausstehende Mieten auftreten – zum Beispiel dann, wenn ein Mieter Geldprobleme hat.

4. Sammlerstücke

Manche Sammlerstücke steigen über Jahre und Jahrzehnte im Wert. Diese Eigenschaft macht sie zu einem idealen Inflationsschutz. Als besonders beliebt gelten seit jeher Kunstwerke, Schmuck, Antiquitäten, Oldtimer, Wein und Whisky. Große Wertsteigerungen lassen sich auch bei exotischeren Sammlerstücken beobachten, darunter Sneaker, Lego-Sets, Comics, Pokémon-Karten und Bonsai-Bäume.

Doch Vorsicht: Wer mit Sammlerstücken handeln möchte, sollte sich zuvor intensiv mit dem jeweiligen Markt befassen oder einen Fachmann zu Rate ziehen. Ohne Expertise lassen sich auch keine Renditen erwarten. Zudem können Sammlerobjekte nicht so leicht wieder zu Geld gemacht werden, da der Käuferkreis oft kleiner ist als bei klassischen Sachwerten.

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