Vermögen in Deutschland: Erst ab 232.800 Euro gehörst du zum Durchschnitt

Vermögen in Deutschland: Erst ab 232.800 Euro gehörst du zum Durchschnitt
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Das durchschnittliche Vermögen der Deutschen kann sich sehen lassen. Im europäischen Vergleich zeichnen die Zahlen aber ein ernüchterndes Bild.

Über Geld spricht man nicht, lautet ein berühmtes Sprichwort. In Deutschland halten viele Menschen ihre Finanzen lieber geheim. Einen Einblick in die monetäre Situation von Haushalten und Privatpersonen gewährt die Vermögensforschung. Nur so können wir erfahren, wie reich unsere Mitbürger wirklich sind und wo wir selbst stehen.

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Nettovermögen: Bundesbank ermittelt 232.800 Euro je Haushalt

In ihrer Studie “Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF)” analysiert die Bundesbank das Vermögen deutscher Privathaushalte. Alle drei Jahre stellt sie dafür Vermögenswerte wie Wohneigentum, Fahrzeuge sowie Bankguthaben und Ansprüche aus privaten Rente- und Lebensversicherungen den Schulden wie Hypotheken oder Krediten gegenüber. 2017 legten fast 10.000 Personen in Interviews ihr Vermögen offen. Die eigentlich geplante Aktualisierung im Jahr 2020 konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Laut der Befragung verfügten die deutschen Haushalte über ein durchschnittliches Nettovermögen von 232.800 Euro. Die durchschnittlichen Schulden, die sich auf 29.700 Euro beliefen, wurden hiervon bereits abgezogen. Klingt beeindruckend, doch sind das nur Durchschnittswerte. Der Medianwert lag 2017 bei 70.800 Euro und ist damit wesentlich näher an der Lebensrealität der Menschen.

Als Median- oder Zentralwert bezeichnet man den Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt. Aufgrund des Unterschieds zwischen dem Durchschnitt und dem Median schließt die Bundesbank auf eine ungleiche Verteilung des Vermögens. Wer zu den vermögendsten zehn Prozent der Haushalte gehören wollte, musste zur Zeit der Datenerhebung ein Nettovermögen von mindestens 555.400 Euro besitzen.

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Deutschland verglichen mit anderen EU-Staaten

Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt zusammen mit allen Nationalbanken der Eurozone regelmäßig die internationale Studie “Household Finance and Consumption Survey” heraus. Aktuell gilt in 19 Staaten der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel. Bei der letzten Befragung im Jahr 2017 nahmen rund 91.000 Haushalte teil.

Im Rahmen der Studie wurde unter anderem ermittelt, wie die privaten Haushalte der Eurostaaten im Vermögensvergleich abschneiden. Dabei zeigte sich, dass Deutschland mit 232.800 Euro netto pro “Kopf” leicht über dem Euro-Länderdurchschnitt von 229.100 Euro liegt. Spitzenreiter waren Haushalte in Luxemburg mit jeweils 897.900 Euro. Die hinteren Plätze belegten vor allem osteuropäische Länder wie Litauen, Lettland oder Ungarn.

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