Vergiss DAX-ETFs: So investiert man besser in Deutschland

Vergiss DAX-ETFs: So investiert man besser in Deutschland
© Adobe Stock

DAX-ETFs sind eine beliebte Form der Geldanlage. Doch wer in die deutsche Wirtschaft investieren möchte, hat noch bessere Möglichkeiten.

Um von der deutschen Wirtschaft zu profitieren, setzen Anleger üblicherweise auf Indexfonds, die den DAX nachbilden. Der deutsche Leitindex wurde Ende 1987 gegründet und deckt zurzeit knapp 80 Prozent des heimischen Aktienmarkts ab. Leider weißt der DAX in puncto Diversifikation einige markante Schwächen auf. Für Deutschland-Fans kann es sich deshalb lohnen, auf einen anderen Index umzusteigen.

Auch interessant: Geldanlage – Ist der Hype um ETFs gerechtfertigt?

Die Schwächen des DAX

Der DAX beinhaltet die 40 größten deutschen Unternehmen nach Marktkapitalisierung. Ein realistisches Bild unserer Wirtschaft? Nicht wirklich. Denn obwohl der DAX bereits einen großen Teil der deutschen Börsenlandschaft umfasst, lässt er nur Large Caps in seinen Korb. Dabei gehören auch kleinere Unternehmen zum Kern der deutschen Industrie. Diese landen aber nicht im deutschen Leitindex, sondern in den Ablegern MDAX und SDAX.

Ein weiteres Problem: Einzelne Unternehmen nehmen im Index sehr viel Platz ein. Die zehn größten Konzerne im DAX (SAP, Siemens, Allianz, Telekom, etc.) besitzen alleine schon eine Gewichtung von mehr als 61 Prozent. Die Wertentwicklung des Index wird maßgeblich von diesen Unternehmen beeinflusst. Von einer breiten Diversifikation kann man hier nicht sprechen.

Wie gefährlich die Abhängigkeit von einzelnen Aktien sein kann, zeigt uns der Fall Wirecard. Das Finanzunternehmen zog den DAX zwar nicht in die Tiefe, weil es auf seinem Höchststand nur mit zwei Prozent gewichtet war – doch man stelle sich einmal vor, eines der größten deutschen Unternehmen würde eines Tages pleite gehen. Ein solches Szenario könnte dem DAX schmerzhafte Kursverluste bescheren.

Die bessere Alternative zum DAX: Der “FTSE Germany All Cap”

Zum Glück gibt es einen Index, der die Schwächen des DAX abmildern kann: Der “FTSE Germany All Cap”. Dieser im Jahr 2020 eingeführte Index hält 158 Aktien aus Deutschland. Dabei setzt er nicht nur auf die Titanen der hiesigen Industrie, sondern auch auf mittelgroße und kleine Unternehmen. So schafft es der Index, den deutschen Aktienmarkt zu etwa 95 Prozent nachzubilden – das kann bislang kein anderer.

Den größten Platz nehmen natürlich trotzdem deutsche Large Cap Aktien ein. Allerdings fällt die Gewichtung der “Top Ten” hier etwas weniger gigantisch aus. Die nach Marktkapitalisierung größten zehn Unternehmen kommen beim “FTSE Germany All Cap” auf knapp 53 Prozent. Das ist zwar immer noch viel, aber zumindest eine Verbesserung gegenüber dem traditionellen deutschen Leitindex. Zudem fiel diese Gewichtung in der Vergangenheit häufig kleiner aus.

Der “FTSE Germany All Cap” lässt sich derzeit nur mit einem ETF nachbilden: Dem “Vanguard Germany All Cap”. Die Kostenquote (TER) fällt mit 0,10 Prozent pro Jahr sehr gering aus. Die Fondsgröße beläuft sich auf 140 Millionen Euro. Die Dividenden der enthaltenen Aktien schüttet der ETF quartalsweise an die Anleger aus. Handeln lässt sich der Vanguard-Fonds bei einem Online-Broker wie Trade Republic. (Jetzt kostenlos Depot eröffnen*)

Bedenke bitte, dass ein Deutschland-ETF immer nur als Beimischung in deinem Portfolio taugt. Denn ein solcher Indexfonds beinhaltet ausschließlich Aktien aus einer einzigen Region. Um eine breitere Diversifikation zu erlangen lohnt es sich, über Landesgrenzen hinweg zu investieren. Risikobewusste Anleger sollten deshalb überwiegend mit einem Weltaktien-ETF an der Börse teilnehmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

 

Mehr aus dem Netz

Related Posts
Consent-Management-Plattform von Real Cookie Banner