Temu Kritik: Kann man den Online-Shop sorgenfrei nutzen?

Temu Kritik: Kann man den Online-Shop sorgenfrei nutzen?
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Temu ist wegen seiner attraktiven Preise bekannt geworden. Doch Kritiker warnen vor dem Online-Shop aus China.

Smartwatches für zehn Euro, Shirts für sechs Euro, Wasserflaschen für zwei Euro und Rabatte von bis zu 90 Prozent – selbst wer gerade knapp bei Kasse ist, findet bei dem chinesischen Online-Shop Temu echte Schnäppchen. Der Werbeslogan “Shoppen wie ein Milliardär” soll das noch einmal unterstreichen.

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In Deutschland startete Temu im Frühling 2023 mit seinem Billigaufgebot – und das mit großem Erfolg. Ein Grund dafür ist sicher die viele Werbung, um die man in den sozialen Netzwerken kaum herumkommt. Doch wo sich die einen über Schnäppchenangebote freuen, werden andere skeptisch. Auch Verbraucherschützer sehen den Wish- und Alibaba-Konkurrenten kritisch.

Bevor du dich dazu entscheidest, bei Temu zu shoppen, solltest du dich über die Kritik zum Online-Shop informieren. Die wichtigsten Kritikpunkte von Verbraucherschützern und Kunden haben wir einmal aufgezählt:

Temu Kritik: Mangelhafte Qualität und schlechter Kundenservice

Entsprechend der geringen Preise fällt auch die Qualität der Produkte bei Temu nicht besonders hoch aus. Das berichten zahlreiche Kunden auf Trustpilot. So ist häufig von kaputten, beschädigten oder gefälschten Produkten die Rede. Manche Nutzer berichten, dass die bestellte Ware schon nach wenigen Tagen des Gebrauchs kaputtging. Andere beschweren sich darüber, dass die Produkte nur selten den Produktfotos entsprechen.

Elektronische Produkte wie Bluetooth-Kopfhörer oder Smartwatches sollte man vor dem Kauf genauestens überprüfen – denn bei vielen Geräten fehlt das CE-Zeichen. Damit steht fest, dass die Produkte nicht den geltenden EU-Richtlinien entsprechen. Diese bestätigen, dass ein Gerät die europäischen Anforderungen an Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz erfüllt.

Wer mit dem Kundenservice in Kontakt treten möchte, beißt bei Temu nicht selten auf Granit. Dieser lasse sich nämlich nur schwer erreichen und beherrsche außerdem nicht die deutsche Sprache, heißt es in mehreren Erfahrungsberichten. Bei Problemen sind Kunden deshalb auf sich allein gestellt.

Neben den negativen Rezensionen findet man auch eine Reihe positiver Berichte über Temu. Darin werden die Mängel der Produkte oft durch die niedrigen Preise gerechtfertigt. In einigen 5-Sterne-Bewertungen finden sich Rabattcodes, weshalb deren Echtheit angezweifelt werden darf.

Achtung vor Zollgebühren

Temu wirbt mit kostenfreien Lieferungen. Für Kunden können bei der Lieferung des Pakets dennoch Kosten anfallen. Der Online-Shop selbst ist in vielen Fällen von Zollgebühren in der EU befreit, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berichtet. Denn eine Gebühr fällt erst ab einem Warenwert von 150 Euro an.

Auf Käufer können aber Einfuhrumsatzsteuern und Verbrauchssteuern zukommen, die ab einem Warenwert von 5,26 Euro getragen werden müssen. Paketdienste zahlen diese Kosten häufig beim Zoll und verlangen sie dann später beim Empfänger des Pakets zurück, erklären die Verbraucherschützer.

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Keine Qualitätsprüfung

Temu als einen Online-Shop zu bezeichnen, ist eigentlich nicht ganz richtig. Vielmehr fungiert das Unternehmen als ein Internet-Marktplatz, also ein digitaler Vermittler zwischen Kunden und Händlern – letztere stammen häufig aus China. Weiterhin lagert Temu auch keine Waren in riesigen Lagerhäusern, anders als zum Beispiel Amazon.

Wegen seiner Marktplatz-Struktur kommt Temu überhaupt nicht in Kontakt mit der Ware und kann diese deshalb nicht auf Mängel überprüfen. Zeitgleich ist das Angebot gigantisch. Die Gefahr, dass auch Betrüger Waren über die Plattform verkaufen, ist also nicht auszuschließen. Der Kunde selbst kann Betrüger nur schwer erkennen, da die Händler selbst in China oft keine große Bekanntheit haben.

Verdacht auf Zwangsarbeit und fehlender Datenschutz

Inwieweit Händler bei Temu die Menschenrechte bei der Warenherstellung respektieren, ist unklar. Ein US-Komitee warf Temu und dem Mode-Marktplatz Shein in einem Bericht jedoch vor, Produkte anzubieten, die durch Zwangsarbeit in der chinesischen Region Xinjiang hergestellt wurden. Der Komiteevorsitzende Mike Gallagher erklärte dazu: “Temu unternimmt fast nichts, um seine Lieferketten frei von Sklavenarbeit zu halten.”

Was Datenschutz betrifft, kann Temu ebenfalls nicht glänzen. Über die Temu-App schreiben die Verbraucherschützer aus Mainz: “Es sollte misstrauisch machen, dass eine Shopping-App Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Fotos und das Adressbuch der Nutzer verlangt. Denn diese Daten sind zum Beispiel für die Funktion der App gar nicht erforderlich.”

Temu Kritik – Fazit: Kann man den Online-Shop sorgenfrei nutzen?

Temu verfügt über eine riesiges Angebot, dass verschiedene Produktkategorien umfasst, seien es Bekleidung, Elektronik, Freizeitartikel oder Haustierbedarf. Die Preise sind spottbillig. Ohne Bedenken kann bei Temu aber nicht shoppen. Die Qualität der Produkte fällt oft mangelhaft aus und der Kundenservice wird stark kritisiert. Hinzu kommen mögliche Zollgebühren, über die man als Kunde nicht informiert wird.

Wer Schnäppchen bei Temu reißen möchte, sollte diese Probleme auf jeden Fall einkalkulieren. Andernfalls könnte man schnell enttäuscht werden. Klassische Online-Shops wie Amazon sind im Bezug auf Qualität und Kundenservice definitiv die bessere Alternative.

Auch auf moralischer Ebene ist Temu umstritten. Erste Berichte suggerieren, dass ethische Themen wie Menschenrechte und Datenschutz keine große Rolle für den Online-Shop spielen. Um hier mehr Klarheit zu erlangen, müssen wir jedoch auf weitere Berichte in der Zukunft warten.

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