Tagesgeld: Wann werden die Zinsen ausgezahlt?

Tagesgeld: Wann werden die Zinsen ausgezahlt?
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In Zeiten hoher Zinsen ist ein Tagesgeldkonto keine schlechte Idee. Je nach Angebot erfolgt die Zinsgutschrift in unterschiedlichen Intervallen.

Jeder vierte Deutsche verfügt über ein Tagesgeldkonto. Damit gehört es zu den beliebtesten Geldanlagen in Deutschland. Mit den steigenden Zinsen hat die Popularität von Tagesgeld in den letzten Jahren weiter zugenommen. Eine Frage, die sich viele Anleger stellen, die ein solches Konto eröffnen möchten, ist, wann die Zinsen ausgezahlt werden. Die Häufigkeit der Zinsgutschrift kann nämlich je nach Bank beziehungsweise Anbieter variieren.

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Wann werden die Zinsen beim Tagesgeld ausgezahlt?

Bei der Gutschrift von Zinsen nutzen Banken unterschiedliche Modelle. Während viele Institute die Tagesgeld Zinsen jährlich auszahlen, gibt es auch manche, die eine quartalsweise oder monatliche Zinsgutschrift bieten. Falls du dein Konto kündigen möchtest, solltest du sicherstellen, dass die Zinsen für den aktuellen Zeitraum bereits gutgeschrieben wurden. Wenn nicht, lohnt es sich mit der Kündigung zu warten, bis die Gutschrift erfolgt ist.

Der wesentliche Unterschied zwischen der Zinsausschüttung bei Festgeld und Tagesgeld besteht darin, dass beim Tagesgeld die Berechnung der Zinsen auf das Kalenderjahr oder den Kalendermonat bezogen ist, während beim Festgeld die Monate und Jahre ab dem Zeitpunkt der Kontoeröffnung berechnet werden.

Eröffnet man ein Tagesgeldkonto mit monatlicher Zinsgutschrift beispielsweise Mitte des Monats, erhält der Kunde am Ende dieses Kalendermonats die anteiligen Zinsen für den restlichen Monat. Bei einem Festgeldkonto mit monatlicher Zinsgutschrift würden die Zinsen hingegen erst zur Mitte des darauffolgenden Monats gutgeschrieben werden. So bietet Tagesgeld einen geringen Vorteil bei der Gutschrift für ungeduldige Sparer.

Lohnt sich Tagesgeld mit häufigerer Zinsgutschrift?

Auch wenn das Intervall der Zinsgutschrift nicht zu den wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Tagesgeldkontos gehört, spielt es doch eine Rolle. Je kürzer das Intervall, desto besser, denn je öfter die Zinsen gutgeschrieben werden, desto mehr profierten Sparer vom Zinseszinseffekt. Die folgende Tabelle veranschaulicht den Zinseszinseffekt beim Tagesgeld. In unserem Beispiel gehen wir von einem Anlagebetrag von 10.000 Euro und einem Zinssatz von 4 Prozent p.a. aus:

Laufzeit der AnlageKontostand bei monatlicher GutschriftKontostand bei jährlicher Gutschrift
1 Jahr10.407 Euro10.400 Euro
2 Jahre10.831 Euro10.816 Euro
3 Jahre11.273 Euro11.249 Euro
4 Jahre11.732 Euro11.699 Euro
5 Jahre12.210 Euro12.167 Euro

Das Zinsintervall sollte jedoch nicht überbewertet werden. Viel wichtiger ist, welchen Zinssatz der jeweilige Anbieter verspricht. Während viele alteingesessene Filialbanken trotz hohem Leitzins eher bedürftige Zinsen bieten, sind diese bei Direktbanken oder Neobrokern wie Trade Republic* und Scalable Capital* wesentlich attraktiver. Die besten Tagesgeldkonten aus Europa kannst du in unserem Tagesgeldvergleich ermitteln.

Was tun, um Zinsen vollständig zu bekommen?

Egal ob du ein Tagesgeldkonto, ein Festgeldkonto, Sparbuch oder Wertpapierdepot eröffnest – du solltest deiner Bank immer einen Freistellungsauftrag erteilen. Wenn dieser nicht vorliegt, besteht nämlich die Gefahr, dass Steuern an das Finanzamt abgeführt werden, welche du eigentlich nicht zahlen müsstest. Damit ist die Abgeltungssteuer und gegebenenfalls auch Kirchensteuer gemeint.

Kapitalerträge sind bis zu einem Freibetrag von 1.000 Euro pro Jahr (Verheiratete oder Verpartnerte: 2.000 Euro) steuerfrei. Zwar können Anleger im Rahmen ihrer Einkommenssteuererklärung die abgeführte Abgeltungssteuer, sofern der Freistellungsbetrag nicht ausgeschöpft wurde, geltend machen, allerdings ist dies mit erheblichem Aufwand verbunden.

Aus diesem Grund sollte vor dem Tag, an dem die Zinsen dem Konto gutgeschrieben werden, der kontoführenden Bank ein entsprechender Freistellungsauftrag erteilt werden. Es lassen sich auch mehrere Freistellungsaufträge bei verschiedenen Banken einrichten. Wichtig ist nur, dass die Summe der Freistellungsaufträge den sogenannten Sparerpauschbetrag von 1.000 beziehungsweise 2.000 Euro im Jahr nicht überschreiten.

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