Staatsanleihen bei S&P: Wie bewertet die Ratingagentur Russland?

Staatsanleihen bei S&P: Wie bewertet die Ratingagentur Russland?
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Seit dem Krieg in der Ukraine hat sich an der Bonität Russlands einiges geändert. So schätzt die Ratingagentur S&P die Lage ein.

Ratingagenturen erfüllen eine äußerst wichtige Rolle in der globalen Wirtschaft. Als unabhängige Dritte sollen sie Unternehmen, Banken, Staaten und von diesen ausgegebene Wertpapiere bezüglich deren Bonität bewerten. Im Zuge dessen geben sie ein Rating ab, das Auskunft darüber gibt, wie hoch sie das Risiko für einen Zahlungsausfall halten. Zu den bekanntesten Ratingagenturen gehört der US-Konzern Standard & Poors, kurz: S&P.

Russland: Ratingagentur S&P hat Kreditratings zurückgezogen

Länder wie Deutschland, Kanada oder die Schweiz haben laut S&P die höchste Kreditwürdigkeit. Anleihen dieser Staaten gelten als besonders risikoarm. Doch wie sieht es eigentlich mit Russland aus? Hat sich das Rating seit dem Krieg in der Ukraine geändert und welche Konsequenzen treffen Besitzer russischer Staatsanleihen?

Nachdem sich das Kreditrating Russlands innerhalb der letzten Jahre stetig verschlechterte – von BBB im Jahr 2008 bis CC kurz nach Beginn des Kriegs in der Ukraine im März 2022 – haben alle großen Ratingagenturen, darunter auch S&P, die Bonitätsbewertung mittlerweile eingestellt. Hintergrund sind Sanktionen der Europäischen Union, die es den Agenturen verbieten, die Kreditwürdigkeit Russlands zu bewerten.

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Wegen der westlichen Sanktionen ist Russland auch nahezu vollständig vom internationalen Kapitalmarkt abgeschnitten. Das macht es der Regierung schwer, die Forderungen ausländischer Gläubiger zu erfüllen. Russland betont jedoch wirtschaftlich in der Lage und auch Willens zu sein, seine Schulden zu bedienen.

Tatsächlich ist Russland nicht stark verschuldet. Das Verhältnis von Gesamtschulden zu Wirtschaftsleistung beträgt derzeit etwa zwanzig Prozent, was im internationalen Vergleich wenig ist. Außerdem liegt nur ein geringer Teil der Staatsschulden in den Händen ausländischer Gläubiger, die noch keinen formellen Zahlungsausfall festgestellt haben.

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