Sparbuch von der Sparkasse verloren: Was tun?

Sparbuch von der Sparkasse verloren: Was tun?
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Du hast dein Sparbuch von der Sparkasse verloren? Wir verraten dir, wie du jetzt vorgehen solltest.

Das Sparbuch gehört zu den beliebtesten Geldanlagen der Deutschen. Studien zufolge besitzt rund jeder dritte Bundesbürger das kleine Heftchen. Viele besparen es schon seit ihrer Kindheit oder Jugend. Einer der größten Anbieter von Sparbüchern in Deutschland ist die Sparkasse. Diese bietet das Sparbuch sowohl in der typischen Heftform wie auch als “SparCard” an.

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Hin und wieder kommt es vor, dass Kunden ihr Sparbuch von der Sparkasse verlieren. Wenn auch du in diese missliche Lage geraten bist, solltest du einige Schritt einleiten, um schnellstmöglich wieder auf dein Sparvermögen zugreifen zu können.

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Sparbuch verloren: Deshalb solltest du schnell handeln

Wenn du dein Sparbuch von der Sparkasse verloren hast, solltest du keine Zeit verstreichen lassen und schnell reagieren. Denn das Sparbuch ist ein “hinkendes Inhaberpapier”, was bedeutet, dass es wie eine Urkunde funktioniert. Wer es bei der Bank vorzeigt, kann sofort Geld abheben. Das Kreditinstitut ist nicht dazu verpflichtet, die Identität des Sparbuchbesitzers zu prüfen. Sie handelt in diesem Fall mit “schuldenbefreiender Wirkung”.

Manchmal entscheidet sich die Sparkasse trotzdem dazu, eine Legitimationsprüfung durchzuführen – etwa dann, wenn größere Geldbeträge angefragt werden oder sich ein Kunde auffällig verhält. Zu diesem Zweck bittet der Bankmitarbeiter dann um die Vorlage eines Personalausweises. Darauf vertrauen sollte man als rechtmäßiger Sparbuchbesitzer jedoch nicht.

Wer dein Sparbuch findet, kann theoretisch jeden Monat 2.000 Euro davon abheben. Um den Missbrauch deines Sparvermögens zu vermeiden, solltest du einige Schritte einleiten und damit die Kontrolle über deine Anlagen zurückerlangen.

Sparbuch von der Sparkasse verloren: Das kannst du jetzt tun

Du hast bereits alles abgesucht, kannst dein Sparbuch aber einfach nicht finden? Dann ist es an der Zeit, schnellstmöglich die Sparkasse zu kontaktieren. Die Bank wird den Zugang zu deinem Sparbuch anschließend sperren. Im Regelfall besteht die Sperre mindestens vier Wochen lang. In dieser Zeit kann niemand auf das Anlagevermögen zugreifen – auch du nicht. Nur wenn du dein Sparbuch wiederfindest, kannst du die Sperre vorzeitig aufheben.

Den Verlust deines Sparbuchs kannst du telefonisch oder direkt in der Filiale melden. Bei einem Namenssparbuch musst du nur deinen Namen und deine Adresse nennen, um das Sparbuch sperren zu können. Bei einem Losungswortsparbuch, also einem Büchlein mit Kennwort, müssen noch weitere Daten angegeben werden, darunter etwa Kennwort, Sparbuchnummer und Guthabenstand. Auf diese Weise versucht die Bank dich als rechtmäßigen Besitzer zu identifizieren.

In der Regel verlangt die Sparkasse Geld für das Sperren und die Ausstellung eines Ersatzsparbuchs. Die Gebühr hierfür liegt im zweistelligen Bereich. In einem Test der Verbraucherzentrale NRW fielen nur bei der Sparkasse Duisburg keine Kosten an. Jedoch musste das Guthaben dafür unter 500 Euro liegen – ansonsten wurden auch hier 40 Euro fällig.

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Wenn das Sparbuch verschollen bleibt: So bekommst du dein Geld zurück

Wenn dein Sparbuch in der vierwöchigen Sperrzeit verschollen bleibt, hängen die weiteren Schritte davon ab, wie viel Geld auf deinem Sparbuch liegt. Bei Summen unter 2.000 Euro reicht es der Sparkasse, wenn du eine Schad- und Klagloserklärung abgibst. Damit versicherst du der Bank, dass sie im Bezug auf dein Sparbuch keine weiteren Forderungen erfüllen muss: Das Sparbuch wird jetzt aufgelöst und das Geld darauf ausgezahlt.

Kostenlos ist das aber leider nicht. Die Schad- und Klagloserklärung kostet dich in der Regel einen kleinen dreistelligen Geldbetrag.

Befinden sich mehr als 2.000 Euro auf dem Sparbuch, wird der Prozess ein wenig aufwendiger. Dann leitet das Amtsgericht nämlich eine gerichtliche Kraftloserklärung ein. In einer Ausschreibung versucht das Amtsgericht jetzt den rechtmäßigen Besitzer des Sparbuchs zu ermitteln. Dazu werden etwa Notizen im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Das Verfahren läuft im Schnitt drei bis neun Monate. Wenn sich in dieser Zeit kein Besitzer oder Finder meldet, geht das Amtsgericht davon aus, dass du der rechtmäßige Besitzer bist. Das Sparbuch wird jetzt für kraftlos erklärt und das Geld darauf freigegeben.

Sparbuch nicht aufzufinden: Wie Erben handeln sollten

Manchmal geschieht es, dass der Erbe das Sparbuch eines Verstorbenen nicht findet, obwohl er weiß, dass dieser eines besessen hat. Wenn das geschieht, sollte der Erbberechtigte Nachweise, wie zum Beispiel einen Erbschein, bei der Sparkasse vorlegen. Ist die Summe auf dem Sparbuch gering, kann die Bank das Sparbuch für kraftlos erklären. Das angelegte Geld fällt dann sofort in die Hände des Erben.

Handelt es sich um einen höheren Geldbetrag, wird eine gerichtliche Kraftloserklärung eingeleitet. Verläuft das Verfahren zugunsten des Erben, erhält dieser die angelegte Summe. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, wie lange der Verstorbene bereits verschieden ist.

Lohnt sich ein Sparbuch überhaupt noch?

Hast du das Geld auf deinem Sparbuch zurückbekommen, solltest du dieses nicht wieder auf einem Sparbuch anlegen. Denn als Geldanlage ist das Heftchen längst nicht mehr zeitgemäß. Zwar verspricht es eine hohe Sicherheit, doch Zinsen erhalten Anleger darauf kaum noch. Bei vielen Banken gibt es nicht mehr als 0,10 Prozent Zinsen im Jahr. Wer sein Geld auf dem Sparbuch lagert, fährt durch die Inflation entsprechend einen massiven Wertverlust ein.

Die Alternative zum Sparbuch ist das Tagesgeldkonto*. Dort erhältst du jährlich ein Vielfaches der Zinsen des Sparkontos. Zudem kannst du dort nicht nur monatlich, sondern täglich Geld abheben. Die Einlagensicherung von 100.000 Euro schützt dein Erspartes bei einer möglichen Bankenpleite. Eine weitere Sparmöglichkeit bietet das Festgeldkonto*, auf welchem du dein Geld für einen bestimmten Zinssatz über einen festgelegten Zeitraum anlegen kannst.

Doch auch mit den Erträgen aus Tages- und Festgeldkonten kannst du nicht gegen die Inflation ankämpfen, geschweige denn Vermögen aufbauen. Zu diesem Zweck sind ETFs (Exchange Traded Funds) besser geeignet. Bei ETFs handelt es sich um Fonds, die einen Index nachbilden – etwa den DAX oder den MSCI World. Durch sie kannst du in eine Vielzahl von Aktien investieren und so von der langfristigen Aufwärtsbewegung an der Börse profitieren. Mehr zum Thema ETFs kannst du hier nachlesen. Ein kostenloses Wertpapierdepot gibt es bei Smartbroker*.

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