Sollte jeder Anleger in Gold investieren?

Sollte jeder Anleger in Gold investieren?
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Gold ist eine beliebte Anlageklasse mit gewissen Vorzügen. Doch gehört das Edelmetall in jedes Portfolio?

Um das Sicherheitslevel im Portfolio zu steigern, greifen viele Anleger auf Gold zurück. Denn schon seit Jahrtausenden messen die Menschen dem schimmernden Edelmetall einen hohen Wert bei. Kriege, soziale Veränderungen und politische Reformen konnten daran nichts ändern. So erlangte Gold einen Ruf als “sicherer Hafen” unter Investoren. Doch ist das Edelmetall ein Must-have in jedem Portfolio, so wie einige Experten behaupten?

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Die Vorteile von Gold

Der offensichtlichste Vorteil von Gold ist dessen Wertbeständigkeit. Schon in der Bronzezeit ließen sich die Menschen vom Aurum faszinieren und trugen es als Schmuck am Körper oder nutzten es als Vermögensspeicher. Bis heute hat sich daran, trotz all der Veränderungen in der Weltgeschichte, kaum etwas geändert. In Krisenzeiten können Anleger deshalb auf die Stabilität des Goldes vertrauen.

Ein weiterer Vorteil: Der Goldpreis entwickelt sich häufig entgegensetzt zu den Aktienkursen. Wenn die Börse zu schwächeln beginnt, geht es mit dem Edelmetall also nach oben. Diesen Effekt können Anleger nutzen, um Schwankungen in einem Aktien- oder ETF-Portfolio auszugleichen. Hinzu kommt, dass Gold deutlich leichter zu verstehen ist als viele andere Anlageklassen.

Die Nachteile von Gold

Nun birgt Gold aber auch einige Nachteile. So wirft das Edelmetall etwa keine Zinsen oder Dividenden ab – Renditen entstehen einzig und allein durch positive Preisentwicklungen. Auch weißt das Edelmetall starke Kursschwankungen auf. Entgegen der allgemeinen Vorstellung schwankt Gold im Schnitt sogar stärker als Aktien. Eine besonders heftige Volatilität ließ sich zuletzt während der Corona-Krise 2020/2021 beobachten, als der Goldpreis abwechselnd große Kurssprünge wie auch Verluste sah.

Weiterhin ist der Kauf von Gold ziemlich teuer. Denn neben dem eigentlichen Preis müssen Anleger noch eine Händlermarge (auch Spread genannt) bezahlen. Diese wird vom Händler erhoben, um selbst am Verkauf seines angekauften Goldes verdienen zu können.

Je weniger Gold man kauft, desto höher fällt die Händlermarge aus. Bei einer Feinunze liegt der Verkaufspreis oft rund 6 Prozent über dem Ankaufspreis. Bei einer Zehntel Unze sind es häufig schon 20 Prozent, wie die Verbraucherzentrale berichtet. Damit Anleger Gewinne mit ihren Barren und Münzen erzielen können, muss der Goldpreis diese Spanne erst einmal übersteigen.

Ist das schimmernde Edelmetall ein Muss für Anleger?

Wer bereits über ein breit diversifiziertes Portfolio verfügt, muss seinem Portfolio nicht zwangsmäßig Gold beifügen, um das Risiko zu reduzieren. Diese Rolle können auch andere Anlageklassen wie Festgeld und Anleihen erfüllen. Eine Beimischung des Edelmetalls kann dennoch nicht schaden, um etwa Kursschwankungen an der Börse auszugleichen. Auch Silber und Platin sind zu diesem Zweck gut geeignet.

Experten raten jedoch dazu, nicht mehr als fünf bis zehn Prozent Gold dem Portfolio beizumischen. Denn die Schwankungen des Aurums fallen teilweise doch sehr heftig aus. Beim Vermögensaufbau sollten Fonds oder ETFs (börsengehandelte Indexfonds) den größten Platz im Portfolio einnehmen.

Gold kaufen: Barren, Münzen oder Papiere?

Viele Anleger kaufen Gold in Form von Barren oder Münzen. So haben sie das Edelmetall direkt griffbereit in ihren Händen. Allerdings lässt sich Gold auch in nicht-physischer Form erwerben. Das klappt mit sogenannten ETCs, also börsengehandelten Rohstoffen, die den Goldpreis exakt nachbilden. Diese Wertpapiere sind stets mit physischem Gold hinterlegt, welches sich Anleger bei Bedarf liefern lassen können. Einer der bekanntesten Gold-ETCs ist Xetra-Gold.

Rohstoffpapiere fühlen sich abstrakt an – im Gegensatz zu physischem Gold. Für Anleger sind sie jedoch günstiger, da sowohl Lieferkosten als auch Transportkosten wegfallen. Die Händlermarge ist bei Gold-ETCs zudem sehr gering, verglichen mit Barren und Münzen. Gold-ETCs kannst du ganz einfach bei einem Online-Broker wie Smartbroker* handeln.

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