Silicon Valley Bank bricht zusammen: Stehen wir jetzt vor einer Finanzkrise?

Silicon Valley Bank bricht zusammen: Stehen wir jetzt vor einer Finanzkrise?
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In den USA ist vor kurzem die Silicon Valley Bank zusammengebrochen. Ist dieses Ereignis der Vorbote einer neuen Finanzkrise?

Die Silicon Valley Bank (SVB) ist pleite. Am 10. März 2023 musste das amerikanische Kreditinstitut durch die US-Regierung geschlossen werden. Ursache dafür war ein Bank Run – so bezeichnet man einen Ansturm von Kunden, die allesamt gleichzeitig auf ihr Geld zugreifen wollen – dem die Bank finanziell nicht gewappnet war. Schon jetzt wird die Pleite der Silicon Valley Bank als zweitgrößter Bankencrash der US-Geschichte bezeichnet. Droht also eine neue Finanzkrise?

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Silicon Valley Bank am Ende: Was ist passiert?

Die Silicon Valley Bank spezialisierte sich auf die Finanzierung von Start-ups aus der Tech-Branche. Durch die Inflation litten viele dieser Unternehmen in letzter Zeit unter Cashflow-Problemen. Das führte dazu, dass eine große Zahl der Unternehmen auf ihre Einlagen bei der Silicon Valley Bank zugreifen wollten.

Zu diesem Zeitpunkt nutzte das Kreditinstitut die Einlagen ihrer Kunden für Investitionen in US-Staatsanleihen und mit Immobilen versicherte Wertpapiere mit langer Laufzeit. Um den Wünschen ihrer Kunden nachzukommen, musste die Silicon Valley Bank festverzinsliche Anlagen im Wert von 1,8 Milliarden US-Dollar vorzeitig auflösen. Dieses Vorgehen ließ die Bank mit milliardenschweren Verlusten zurück.

Am 8. März verkündete die Silicon Valley Bank dann, man wolle 2,25 Milliarden US-Dollar durch Aktien einnehmen, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Nun waren die Kunden vollkommen verunsichert. Immer mehr Unternehmen versuchten jetzt, ihre Einlagen abzuziehen. Auch die Börse bekam Wind von dem massiven Bank Run – zwischenzeitlich brach der Aktienkurs der Silicon Valley Bank um mehr als 60 Prozent ein.

Weil sich nun keine Kapitalgeber mehr für das Kreditinstitut finden ließen, wurde die Bank am 10. März 2023 von der Finanzaufsicht geschlossen. Viele Menschen fürchten sich jetzt vor einer neuen Finanzkrise, wie sie uns 2008 schon einmal heimsuchte. Damals führte die Pleite der Bank Lehman Brothers zu einem allgemeinen Vertrauensverslust in das Finanzwesen. Die Aktienkurse vieler Banken sind in Anbetracht dieser Gefahr bereits weit gefallen.

Pleite der Silicon Valley Bank: Stehen wir vor einer neuen Finanzkrise?

Ob die Sorgen vor einer neuen Finanzkrise berechtigt sind, ist fraglich. Ökonomen zufolge ist die Silicon Valley Bank zwar nicht unbedeutend, aber bei weitem nicht so groß wie Lehman Brothers im Jahr 2008. Im US-Vergleich steht die Silicon Valley Bank auf Platz 16 der größten Kreditinstitute. Darüber hinaus ist die SVB auf Start-ups der Tech-Branche spezialisiert, während Lehman Brothers deutlich stärker in die Finanzbranche verwoben war.

Auch hat man aus der Finanzkrise gelernt und viele Sicherheitsmaßnahmen beschlossen, um ähnliche Katastrophen zu vermeiden. So erklärt Commerzbank-Experte Ulrich Leuchtmann: “Politik, Zentralbanken und Finanzmarktteilnehmer haben gelernt.” Heute würde es Instrumente zur Eindämmung solcher Krisen geben, die nach 2008 erst geschaffen werden mussten. “Und weil sie damals nicht existierten, waren die Ansteckungseffekte damals höher als sie es heute sein dürften” so Leuchtmann.

Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanzzentrums, glaubt ebenfalls nicht, dass man die heutige Situation mit der aus dem Jahr 2008 vergleichen kann. Auf Anfrage der Tagesschau erklärt der Ökonom: “Banken haben höhere Eigenkapitalpolster aufzuweisen, müssen auch gegenüber der Aufsicht demonstrieren, wie sie im Krisenfall aufgestellt sind” sagt Gerke.

“Und wir haben auch nicht diese starke Vernetzung, wie wir sie bei Lehman Brothers gehabt haben, bei der Silicon Valley Bank mit der Kreditwirtschaft. Wir haben hier einen Schlag ins Kontor, aber wir haben keine zweite Finanzkrise.”

Geld anlegen lohnt sich immer noch: Jetzt Depot eröffnen

Durch die Pleite der Silicon Valley Bank gingen viele Aktienkurse auf Tauchkurs. Trotzdem stellt der Kapitalmarkt immer noch eine gute Möglichkeit dar, langfristig Vermögen aufzubauen. Die Stiftung Warentest empfiehlt Einsteigern den Abschluss eines ETF-Sparplans. Mit ETFs (börsengehandelten Indexfonds) können Anleger am Wachstum verschiedener Aktienmärkte teilnehmen.

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