Silberpreis wird explodieren? Prognosen zur Kursentwicklung des Edelmetalls

Silberpreis wird explodieren? Prognosen zur Kursentwicklung des Edelmetalls
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Der Silberpreis wird explodieren, glaubt so mancher Anleger. Doch welche Prognosen lassen die Experten zum Edelmetall verlauten?

Genauso wie Gold hat Silber bei vielen Anleger einen Ruf als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Denn im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen birgt das weiße Edelmetall kein Totalausfallrisiko. Wenn die Finanzmärkte crashen oder politische Unruhen entstehen, geht es mit dem Preis des Edelmetalls außerdem häufig bergauf. Zuletzt ließ sich dieses Phänomen während der Corona-Krise und dem Ukraine-Krieg beobachten.

Im Verlauf der letzten fünf Jahre ist der Silberpreis um mehr als 68 Prozent gestiegen. Einige Anleger glauben, dass die Rallye des Edelmetalls noch lange nicht zu Ende ist und der Silberpreis in den nächsten Jahren weiter steil ansteigen wird. Doch was treibt den Silberpreis überhaupt? Welche Kursentwicklung sehen Experten voraus? Und wie kann man eigentlich in Silber investieren? Diese und noch weitere Fragen möchten wir im Folgenden einmal beantworten.

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Silber als Geldanlage: Lohnt sich das?

Um das Risiko bei der Geldanlage zu reduzieren, sollten Anleger in mehrere verschiedene Finanzprodukte investieren. Auch Silber kann zur Diversifikation ins Portfolio aufgenommen werden. Das Edelmetall eignet sich hervorragend, um Schwankungen auszugleichen und verspricht wegen seinem Ruf als Krisenwährung ein hohes Sicherheitsgefühl. Zudem ist Silber als Anlageklasse selbst für Einsteiger leicht zu verstehen.

Experten zufolge sollte das Edelmetall aber keinen zu großen Platz im Portfolio einnehmen. Denn starke Schwankungen sind beim Silberpreis nichts ungewöhnliches. Außerdem ist es nicht ganz billig, physisches Silber zu handeln und zu lagern. Der Anteil von Silber im Portfolio sollte deshalb höchstens 5 bis 10 Prozent betragen.

Gold vs. Silber: Edelmetalle im Vergleich

Silber hat für viele Menschen das Image des “kleinen Bruders” von Gold. Zurückzuführen ist das wahrscheinlich auf den hohen Preisunterschied der beiden Edelmetalle. Denn in der Regel notiert der Preis für eine Feinunze Gold um ein vielfaches höher als der von Silber. Doch besonders groß fallen die Unterschiede zwischen den beiden Edelmetallen nicht aus.

Das weiße Edelmetall erfüllt genauso wie Gold die Rolle einer Krisenwährung für Anleger. Zudem korrelieren die Preise der beiden Brüder häufig miteinander. Ob man in Krisen lieber auf Gold oder Silber zurückgreift, ist deshalb eher zweitrangig.

Allerdings sollte man erwähnen, dass Silber im Gegensatz zu Gold viel häufiger in der Industrie zum Einsatz kommt. Denn das weiße Edelmetall wird unter anderem in Elektronikprodukten wie Smartphones, PCs und Autos verwendet. Auch Zukunftstechnologien sind häufig auf Silber als Werkstoff angewiesen. Gold kommt in der Industrie dagegen nur eine kleine Bedeutung zu.

Anleger sollten außerdem bedenken, dass der geringere Wert von Silber im Gegensatz zu Gold dazu führt, dass das Edelmetall mehr Platz beim Lagern benötigt. Darüber hinaus ist Silber empfindlicher als Gold. Denn wie du vielleicht schon mal bei Silberbesteck beobachten konntest, läuft das Argentum dunkel an, wenn es längere Zeit der Luft ausgesetzt wird. Silberbarren oder Münzen sollten bei der Aufbewahrung deshalb immer luftdicht verpackt sein.

Gold und Silber: Steuerliche Unterschiede

Deutsche Anleger können sich sowohl bei Gold als auch bei Silber über steuerliche Privilegien freuen. Denn wer die Edelmetalle mindestens ein Jahr lang nicht veräußert, muss auf später erzielte Gewinne keine Abgeltungssteuer zahlen. Bei vielen anderen Anlageklassen gibt es diese Regelung nicht.

Beim Kauf von Anlagegold fällt außerdem noch die Mehrwertsteuer weg. Bei Silber ist dies leider nicht der Fall. Das Edelmetall wird in Deutschland standardmäßig mit 19 Prozent versteuert.

Zum Glück können Silberkäufer die Mehrwertsteuer teilweise umgehen. Viele Händler beziehen ihre Barren und Münzen nämlich außerhalb der EU und zahlen deshalb nur eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 7 Prozent. Dadurch bietet sich ihnen die Möglichkeit, dem Kunden eine Differenzbesteuerung anzubieten. Der Kunde zahlt dann nicht mehr die volle Mehrwertsteuer, sondern nur noch 19 Prozent auf die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis beim Silberkauf.

Was beeinflusst den Silberpreis?

Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden. Teilweise handelt es sich dabei um dieselben Faktoren, die auch den Goldpreis bewegen. Einige der größten Einflussnehmer auf die Kursentwicklung des Edelmetalls haben wir für dich im Folgenden aufgelistet. Sei dir jedoch unbedingt bewusst, dass es auch Ausnahmefälle geben kann:

1. Krisen

Ähnlich wie beim großen Bruder Gold, steigt der Preis des weißen Edelmetalls häufig in Krisenzeiten. Geopolitische Ereignisse, politische Unruhen und Finanzkrisen lassen die Nachfrage nach Barren und Münzen massiv ansteigen. Als sich die Corona-Krise im März 2020 als ein globales Problem herausstellte, flüchteten viele Anleger in Silber, wodurch der Preis des Edelmetalls innerhalb von fünf Monaten rund 37 Prozent in die Höhe schoss. In vergangenen Krisen ließen sich ähnliche Entwicklungen beobachten.

2. Geldpolitik der Notenbank

Auch die Geldpolitik der Notenbank kann den Preis des weißen Edelmetalls bewegen. Wenn etwa die Zinssätze steigen, so sinkt als Reaktion darauf häufig der Silberpreis. Denn Anleger entscheiden sich dann dazu, lieber in Zinsanlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder Anleihen zu investieren. Umgekehrt steigt der Silberpreis, wenn die Zinssätze fallen.

    Eine Regel ist das aber nicht. Denn steigende Zinsen können auch als Antwort auf hohe Inflationsraten gewertet werden. In einem solchen Fall kann der Silberpreis trotzdem steigen, weil Anleger bei Inflationsangst häufig auf Sachwerte zurückgreifen, zu denen auch Edelmetalle gehören.

    3. Entwicklung des Dollarkurs

    Die Preise von Edelmetallen werden fast überall in Dollar notiert. EU-Bürger kaufen diese jedoch mit Euros. Wer hierzulande Silber erwerben möchte, sollte deshalb immer auch den Wechselkurs im Auge behalten. Denn dieser entscheidet schlussendlich darüber, wie viel Geld man für Silberbarren und Münzen wirklich ausgeben muss. Ein starker Dollar verteuert den Preis, während ein schwacher Dollar das Edelmetall vergünstigt. Oft steigt die Nachfrage nach Gold, wenn die US-Währung einmal schwächelt.

    4. Schmuckbranche und Industrie

    Silber wird schon seit Jahrhunderten von der Schmuckbranche angekauft. Auch heute noch werden rund ein Fünftel aller Silberbestände hier verarbeitet. In den letzten Jahren erlangte hochwertiger Gold- und Silberschmuck vor allem in China und Indien Popularität. Silberbesteck genießt bei der dortigen Mittel- und Oberschicht ebenfalls einen hohen Stellenwert. Die weltweite Nachfrage nach Edelmetallen wird durch die zwei asiatischen Länder massiv befeuert.

    Noch wichtiger als die Schmuckbranche ist aber die Industrie für den Silberpreis. Denn Silber stellt in vielen Industriezweigen einen fast unersetzbaren Rohstoff dar. So wird das Edelmetall zum Beispiel für elektronische Geräte, Autos, Solarpanels, industrielle Bauteile und weitere Produkte verwendet. Einige Gründe dafür sind die großartige elektrische Leitfähigkeit, die Wärmeleitfähigkeit und die Langlebigkeit des Edelmetalls. Das stetige Wachstum der globalen Industrie hat den Silberpreis in den letzten Jahren kontinuierlich angetrieben.

    5. Goldpreis

    Die Preisentwicklung von Gold kann den Silberpreis massiv beeinflussen. Im historischen Rückblick steigen die Preise für das weiße Edelmetall häufig dann, wenn das Aurum eine Rallye hinlegt -umgekehrt kann auch der Silberpreis den Goldpreis bewegen. Silber ist allerdings etwas schwankungsfähiger als sein großer Bruder, was sich teilweise auf den kleineren Markt zurückführen lässt.

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    Silberpreis wird explodieren? Wo steht das Edelmetall in einigen Jahren?

    Der berühmte Schriftsteller Mark Twain soll einmal gesagt haben: “Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.” Und leider liegt der Schöpfer von Huckleberry Finn damit goldrichtig. Vor allem was Edelmetalle betrifft, lässt sich die Zukunft nur schwer vorhersagen. Die nachfolgenden Prognosen sollten entsprechend mit Vorsicht genossen werden.

    Der Silberpreis wird explodieren, glaubt Keith Neumeyer, der Präsident von First Majestic Silver. In einem Interview mit dem deutschen Finanzautor Marc Friedrich im April 2022 erklärte der Branchenexperte, dass der Silberpreis in diesem Jahrzehnt einen dreistelligen Wert erreichen könnte. Die Gründe für diese Entwicklung sieht Neumeyer in der hohen Nachfrage nach dem Edelmetall im Elektroautosektor und in der Solarindustrie.

    Peter Krauth, ein bekannter Rohstoffanalyst, ist ebenfalls bullish eingestellt, was das weiße Edelmetall betrifft. Im Juni 2022 sagte Krauth im Gespräch mit Kitco News, dass der Silberpreis bis ins Jahr 2030 die 300-Dollar-Marke knacken wird. Die Grundlage seiner Prognose stellt eine technische Analyse dar. Krauth zufolge verrät ein Blick auf die Gold-Silber-Ratio, dass das weiße Edelmetall derzeit extrem unterbewertet ist.

    Die algorithmusbasierte Analyse-Webseite Wallet Investor geht aktuell davon aus, dass der Silberpreis Anfang 2025 bei 27,93 Dollar liegen wird. Zum Jahresbeginn 2028 soll eine Unze dann schon bei 33,26 Dollar notieren. Für das Jahr 2030 hat die computergesteuerte Internetseite keine Prognose abgegeben.

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    Es gibt zwei Möglichkeiten, Silber zu kaufen. Anleger können das Edelmetall entweder in physischer Form (Barren & Münzen) oder in nicht-physischer Form (Fonds, ETCs & Zertifikate) erwerben. Beide Arten der Geldanlage bieten Vor- und Nachteile, die man als Interessent gründlich abwägen sollte.

    Für Barren und Münzen fallen höhere Kosten an, da diese in einem Schließfach oder Tresor gelagert werden müssen. Auch die Lieferung ist in der Regel nicht kostenlos. Weiterhin sollte man bedenken, dass es beim Kauf von physischen Edelmetallen oft hohe Händlermargen gibt. Dafür fehlt Anlegern bei nicht-physischem Silber häufig das Sicherheitsgefühl als Besitzer.

    Barren und Münzen kannst du ganz einfach bei einem Edelmetallhändler oder einer Bank kaufen. Für nicht-physisches Silber empfiehlt es sich auf ETCs, also börsengehandelte Rohstoffe zurückzugreifen. Rechtlich gesehen gelten diese Wertpapiere als Schuldverschreibungen. Als Gläubiger hat man deshalb einen Lieferanspruch auf das erworbene Edelmetall. Silber-ETCs kannst du ohne Umwege bei Smartbroker handeln. (jetzt Depot eröffnen*)

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