Shrinkflation: Wie Unternehmen ihre Preise erhöhen, ohne dass du es bemerkst

Shrinkflation: Wie Unternehmen ihre Preise erhöhen, ohne dass du es bemerkst
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Mit der Inflation kommt auch die Shrinkflation. Für Verbraucher ist deshalb besondere Vorsicht im Supermarkt geboten.

Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juli bei 7,5 Prozent. Verbraucher können die höheren Kosten deutlich spüren – egal ob bei Gas, Strom, Dienstleistungen oder Lebensmitteln. Manche Unternehmen verstehen sich jedoch darauf, die gestiegenen Preise vor ihren Kunden zu verstecken. Statt nämlich direkt an den Preisen zu drehen, verkleinern sie einfach den Inhalt ihrer Packungen.

Shrinkflation: Der Inhalt schwindet, der Preis bleibt gleich

So kommt es vor, dass die Tüte Chips aus dem Supermarkt zwar weiterhin 1,99 Euro kostet, der Inhalt jedoch von 100 auf 90 Gramm gefallen ist. Diesen Prozess des schrumpfenden Inhalts bezeichnet man als “Shrinkflation” – ein Kofferwort aus den Begriffen “shrink” (deutsch: schrumpfen) und “Inflation”.

Die Shrinkflation ist, im Gegensatz zur gewöhnlichen Preiserhöhung, nicht direkt für den Kunden erkennbar. Erst durch genaues Hinsehen fällt auf, dass sich die Menge der Packung verringert hat. Vor allem in Zeiten der Inflation sind Mogelpackungen ein übliches Mittel, um klammheimlich gestiegene Produktionskosten an den Kunden weiterzugeben. Illegal ist das nach deutscher Gesetzeslage nicht.

Im Supermarkt: So kannst du Mogelpackungen entlarven

Dass die Shrinkflation nervtötend ist, darüber muss man nicht streiten. Keiner hat Lust, jedes Produkt doppelt unter die Lupe zu nehmen. Zum Glück ist es für Kunden mittlerweile einfacher, Mogelpackungen zu erkennen. Seit Mai 2022 besteht für den Einzelhandel nämlich die Pflicht, den Grundpreis bei den Preisschildern am Regal anzugeben. Neben dem gewöhnlichen Preis ist also ab sofort auch der Preis eines Produktes pro Kilo oder Liter notiert. Ein Blick hierauf kann Leben retten.

Des Weiteren gibt es Verbraucherschützer, die regelmäßig über die Änderungen der Hersteller informieren. Die Verbraucherzentrale Hamburg machte erst kürzlich den Fall publik, dass die Marke “Rama” ihre Streichfett-Becher von 500 auf 400 Gramm erleichtert. Das Produkt kostet jedoch weiterhin 2,19 Euro. Die Größe der Verpackung selbst hat sich nicht geändert – nur ist jetzt eben mehr Luft drin.

Der Hersteller Upfield erklärt die versteckte Preiserhöhung des Rama-Produkts mit “(…) dramatischen Kostensteigerungen in unserer gesamten Lieferkette, einschließlich unserer Rohstoffe (…)”. Die gleichen Tricks wendet das Unternehmen auch bei den Steichfett-Marken  Sanella, Lätta und Becel an. Andere Hersteller mogeln derzeit bei Gummibärchen, Grüntee, Chips oder auch Pizza, wie die Verbraucherzentrale berichtet.

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