Schlimmer als 2008: Börsenexperte Jim Rogers sieht heftigen Bärenmarkt voraus

Schlimmer als 2008: Börsenexperte Jim Rogers sieht heftigen Bärenmarkt voraus
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Der Börsenexperte Jim Rogers glaubt, dass uns ein heftiger Bärenmarkt bevorsteht. Zum Schutz empfiehlt er Anlegern den Kauf von Rohstoffen.

Der legendäre Hedgefonds-Manager Jim Rogers rechnet mit dem heftigsten Bärenmarkt seit Jahrzehnten. Das verriet der 80-Jährige in einem Interview mit RealVision. Den Grund für den baldigen Absturz sieht Rogers, der einst den erfolgreichen Quantum Fund mit George Soros geführt hat, in der verfehlten Schuldenpolitik der USA. “Der nächste Bärenmarkt wird der schlimmste in meinem Leben sein, weil die Schulden in den letzten 14 Jahren um so unglaubliche Beträge gestiegen sind”, sagte der Experte.

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Börsenexperte Jim Rogers: “Es muss etwas sehr zerstörerisches eintreten”

Rogers zufolge lassen sich aktuell Parallelen zur Finanzkrise 2008 beobachten. So sei auch der damalige Bärenmarkt durch übermäßige Staatsschulden verursacht worden. Seitdem ist die Kreditaufnahme jedoch stark angestiegen, was vermuten lässt, dass bald ein noch schlimmerer Absturz eintreten könnte. In die US-Regierung steckt Rogers nur wenig Vertrauen: “Wir sollten uns immer Sorgen um Washington machen. Sie haben keine Ahnung, was sie tun. Und sie beweisen es Tag für Tag” meinte der Investor.

Der Multimillionär äußerte sich auch über die anhaltend hohen Inflationsraten. “Die Zinsen werden weltweit steigen. Ich weiß nicht, wie hoch sie dieses Mal steigen müssen, um die Inflation zu töten.” Weiter erklärte Rogers, die Welt habe noch nie so viel Schuldenmacherei, Ausgaben und Gelddrucken erlebt wie in den letzten Jahren. Es müsse etwas “sehr zerstörerisches” eintreten, um dieses Problem zu lösen.

Marktkenner verrät: So schützt du dich vor dem Bärenmarkt

Dem Börsenexperte zufolge werde es an allen Märkten zu Schwierigkeiten kommen. Immobilien, Aktien, Anleihen und auch Devisen sollen nicht verschont bleiben. Um sich vor dem Bärenmarkt zu schützen empfiehlt Rogers jedoch keine Kryptowährungen wie Bitcoin. “Ich glaube nicht, dass die Welt auf Bitcoin umsteigen wird. Es wird Computergeld sein, aber es wird Computergeld der Regierung sein.”

Stattdessen rät die Hedgefonds-Legende zum Kauf von “echten Vermögenswerten”, womit er speziell Rohstoffe meint. Rogers selbst setzt aktuell auf Gold und Silber, um sein Portfolio abzusichern. Die beiden Edelmetalle sind dafür bekannt, in Krisenzeiten Kurssprünge hinzulegen. Des Weiteren investiert der Marktkenner in die Landwirtschaft, ähnlich wie Microsoft-Gründer Bill Gates. Die Agrarbranche verspricht eine gewisse Stabilität, weil sie schwächer als andere Branchen auf konjunkturelle Entwicklungen reagiert.

Wer Rohstoffe kaufen möchte, kann dies ganz einfach bei einem Fachhändler oder einer Bank tun. Für einen Einstieg in die Agrarbranche müssen Anleger nicht gleich Landwirt werden oder einen Bauernhof erwerben. Mit REITs (Real Estate Investment Trusts) kann man sichviel leichter an der Agrarwirtschaft beteiligen.

REITs sind streng regulierte Immobiliengesellschaften, die Aktien ausgeben und einen Teil ihrer Gewinne an die Aktionäre ausschütten. Einige dieser Unternehmen besitzen keine Häuser oder Wolkenkratzer sondern ausschließlich Ackerland, das sie an Landwirte verpachten. REITs lassen sich bei einer Bank oder einem Online-Broker handeln.

Vorsicht vor Marktprognosen geboten

Anleger sollten Rogers Aussagen über einen kommenden Bärenmarkt mit Vorsicht genießen. Ob der 80-Jährige mit seiner Einschätzung recht hat, kann man derzeit nur schwer bestimmen. Die Märkte sind komplex und lassen sich in Wahrheit vermutlich nur mit einer Glaskugel prognostizieren.

Außerdem hat Rogers in den letzten Jahren bereits wiederholt vor einer weltweiten Rezession gewarnt: 2012, 2016, 2017 und 2018. Seine Prognosen haben sich jedoch nie bewahrheitet. Einer der Kollegen Rogers ließ dazu einen scherzhaften Kommentar verlauten: “Jim spricht schon von heftigen Marktkorrekturen, seit ich vor über 30 Jahren ins Geschäft einstieg… Ich bin mir also sicher, dass er irgendwann Recht haben wird.”

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