Pläne der EZB: Wie hoch steigen die Zinsen noch?

Pläne der EZB: Wie hoch steigen die Zinsen noch?
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Die EZB hob den Leitzins zuletzt kontinuierlich an. Doch werden die Zinsen auch in naher Zukunft noch weiter steigen und falls ja, wie hoch?

Immer wieder hat die Europäische Zentralbank in den letzten Monaten den Leitzins angehoben. Die jüngste Erhöhung fand im Dezember 2022 statt und versetzte den Leitzins um 0,5 Prozent nach oben, sodass er nun bei 2,5 Prozent liegt. Die Chancen, dass in Zukunft noch weitere Zinsschritte seitens der EZB erfolgen, stehen gut.

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Wie Sparer von der Zinswende profitieren

Sparer können sich freuen. Mit den steigenden Leitzinsen erhöhen nämlich auch die Geschäftsbanken ihre Zinsen. Beim Tagesgeld springen jetzt 2,10 Prozent für Sparer der Consorsbank heraus. Die ING zahlt ihren Kunden derweil 2,00 Prozent aufs Kapital. Die TFBank* lockt mit 1,65 Prozent Zinsen. Selbst der Neobroker Trade Republic hat sich kürzlich dazu entschieden, die Geldbestände seiner Kunden mit 2 Prozent jährlich zu verzinsen.

Bei vielen Festgeldangeboten gibt es derzeit 0,50 bis 2,50 Prozent Zinsen bei einer Laufzeit von 6 Monaten. Bei einer Laufzeit von einem Jahr sind es schon 2,00 bis 3,00 Prozent. Wer sein Geld 3 Jahre lang anlegt, kann mit Zinssätzen bis 3,50 Prozent rechnen. Doch Vorsicht: Besser ist es derzeit, nur kurzfristige Festgeldangebote wahrzunehmen. Schließlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Zinsen im Verlauf der nächsten Monaten noch weiter ansteigen werden.

Zinserhöhungen der EZB: Wie geht es weiter?

Aus einer Pressemittelung der Europäischen Zentralbank im Dezember ging hervor, dass der EZB-Rat noch weitere Leitzinserhöhungen in Betracht ziehe. Weiter hieß es: “Der EZB-Rat ist insbesondere der Auffassung, dass die Zinsen noch deutlich und in einem gleichmäßigen Tempo steigen müssen, um ein ausreichend restriktives Niveau zu erreichen, das eine zeitnahe Rückkehr der Inflation zum mittelfristigen 2-Prozent-Ziel gewährleistet.”

Einige Experten gaben zuletzt Prognosen über die nächsten Zinssprünge der Zentralbank ab. So sagte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, in einem Interview mit Biallo etwa: “Wir müssen davon ausgehen, dass wir mindestens 100 bis 150 Basispunkte zusätzlich bekommen”. Das entspricht einem Anstieg des Leitzins auf 3,5 oder 4,0 Prozent.

Ähnlich sieht es auch Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Anfang 2023 rechnet er mit einer Leizinserhöhung auf 3,5 Prozent, die in zwei Zinsschritten erfolgen soll. Ab dem Frühjahr werde die EZB ihr Tempo bei den Zinserhöhungen dann wahrscheinlich drosseln. Der Grund: Die Sorge vor einer Rezession in der Eurozone. “Vor diesem Hintergrund dürfte die Zinswende im Frühsommer bei etwa 3,75 Prozent enden”, erklärt Halver.

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