Neobroker: Sind die Zeiten der Billig-Gebühren vorbei?

Neobroker: Sind die Zeiten der Billig-Gebühren vorbei?
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Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital ermöglichen einen fast kostenlosen Wertpapierhandel. Nun scheint das Geschäftsmodell jedoch auf der Kippe zu stehen.

Jetzt also doch: Wie unter anderem Reuters berichtet, haben sich die Staaten der Europäischen Union darauf geeinigt, dass das sogenannte “Payment for Orderflow” ab 2026 verboten wird. Neobroker, die mit niedrigen Gebühren locken, sehen dadurch ihr Geschäftsmodell bedroht. Allerdings dürfte das Verbot auch Anlegern schaden.

EU verbietet “Payment for Orderflow”

Payment for Orderflow bedeutet, dass Börsenbetreiber Online-Brokern Geld zahlen, wenn diese ihren Handel über deren Börsenplätze abwickeln. Ein Beispiel dafür bietet der Anbieter Trade Republic, der seine Kunden an den Dienstleister Lang & Schwarz vermittelt und dafür eine Provision erhält. Damit dürfte bald Schluss sein.

Noch im Dezember 2022 hatten die EU-Staaten ein Verbot der Geschäftspraktik abgelehnt. Nun soll Payment for Orderflow doch der Riegel vorgeschoben werden. Bislang fehlt die finale Abstimmung, aber die gilt als Formsache. Bis spätestens 2026 muss das Verbot dann in den Ländern umgesetzt werden. Die EU begründet ihre Entscheidung damit, dass die bisherige Gebührenpraxis “suboptimale Handelsentscheidungen” begünstigen würde.

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Neobroker und Anleger als Verlierer

Dank Payment for Orderflow haben Neobroker die Möglichkeit, ihre Kunden den Handel mit Wertpapieren zu unfassbar günstigen Konditionen anzubieten. Bei Trade Republic* und Scalable Capital* muss pro Order beispielsweise nur ein Euro Fremdkostenpauschale gezahlt werden. Der Neobroker Finanzen.net Zero* verzichtet im Regelfall sogar vollkommen auf Ordergebühren.

Sollten die Vorhaben der EU tatsächlich umgesetzt werden – und dies scheint nach aktuellem Stand wahrscheinlich, so stehen die Neobroker unter Druck. Sie müssen ihr Geschäftsmodell nun überdenken, womöglich die Preise anziehen. Die Zeiten der Niedriggebühren könnten damit vorbei sein. Als Verlierer gehen auch Anleger aus der Sache hervor, welche mit dem Provisionsverbot eigentlich geschützt werden sollen.

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