Kurios: Wie sich Karl Marx an der Börse die Finger verbrannte

Kurios: Wie sich Karl Marx an der Börse die Finger verbrannte
© John Jabez Edwin Mayal via Wikimedia Commons

Die kommunistische Leitfigur Karl Marx versuchte sich in London als Börsenspekulant. Der erwünschte finanzielle Erfolg blieb dabei jedoch aus.

Zeitlebens wettert Karl Marx (1818 – 1883) unermüdlich gegen den Kapitalismus und die Gier der Bourgeoisie. Von der Welt fordert er eine radikale Veränderung, namentlich die kommunistische Revolution. Seine Ideen schreibt er, gemeinsam mit dem rheinischen Philosophen Friedrich Engels (1820 – 1895), im Kommunistischen Manifest nieder – einem Buch, das sich bis heute mehr als 500 Millionen Mal verkauft hat.

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Karl Marx: Ein besserer Schriftsteller als Spekulant

Was viele Menschen nicht wissen: Obwohl Marx das kapitalistische System aufs Äußerste verurteilt, versucht er sein Glück an der Börse. Und das während seine kommunistischen Mitstreiter immerzu vor dem Aktienhandel warnen. Engels beschreibt die Börse etwa als den “Herd der äußersten Korruption”.

An Marx, der aus einer wohlhabenden Familie stammt, aber aufgrund seines kostspieligen Lebensstils dennoch in Geldnot lebt, gehen diese Worte vorbei. Mit dem Kapital, dass er regelmäßig von seinem großzügigen Spender Engels zugeschickt bekommt, kauft er Wertpapiere an der Londoner Börse. Wenn er sich nur geschickt anstelle, so hofft er, könne er mit wenig Arbeit ein Vermögen verdienen.

Zu Beginn scheinen sich die kapitalistischen Spielerein wirklich zu rentieren. In Briefen rühmt er sich damit, 400 Pfund mit “amerikanischen Funds” und “englischen Aktienpapieren” verdient zu haben. Eine beeindruckende Summe, wenn man bedenkt, dass sich das Jahresgehalt eines Bankdirektors damals auf 300 bis 350 Pfund beläuft. Einen Konflikt mit den kommunistischen Idealen will Marx nicht feststellen, stattdessen schreibt er: “Diese Art von Operationen nimmt nur wenig Zeit fort, und man kann schon etwas riskieren, um seinen Feinden das Geld abzunehmen.”

Statt sich aber mit dem gewonnenen Geld zu vergnügen, spekuliert der Ökonom weiter. “Jetzt ist wieder die Zeit, wo mit very little money Geld gemacht werden kann in London.” lässt er in einem Brief verlauten. Doch das weitere Vorgehen des leidenschaftlichen Denkers führt zu einem Desaster. Verschiedenen Quellen zufolge soll Marx in der darauffolgenden Zeit mindestens 1.000 Pfund an der Börse verloren haben.

Der marxistische Umgang mit Geld

Vom Charakter des Geldes versteht Marx viel, hat er sich doch in seinem Hauptwerk “Das Kapital” intensiv damit beschäftigt. Der Umgang mit Geld bleibt ihm jedoch ein Rätsel. Sein ganzes Leben lang ist Marx auf die finanzielle Unterstützung fremder Hände angewiesen, um seinen bürgerlichen Lebensstil, das Dienstmädchen und den regelmäßigen Genuss des Rotweins nicht aufgeben zu müssen. Sein größter Geldgeber bleibt Engels, welcher Marx und seinen Kinder teils mehr Geld zur Verfügung stellt, als er selbst verbraucht.

Als Marx’ Mutter stirbt, vererbt diese ihm 7.000 Taler. Wenige Monate später erhält er von seinem verstorbenen Weggefährten Wilhelm Wolff nochmal 800 Pfund. Doch so schnell das Geld in seine Hände gelangt, war es auch wieder verschwunden. Als der kommunistische Ideengeber im März 1883 dahinscheidet, hinterlässt er seinen Kindern kaum ein Erbe. Alles was von seinem Schaffen übrig bleibt, sind Manuskripte und Bücher, die im darauffolgenden Jahrhundert den Boden für zwei der tödlichsten Ideologien aller Zeiten schaffen: Den Stalinismus und den Maoismus.

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