Kann man bei Revolut ein Pfändungsschutzkonto führen?

Kann man bei Revolut ein Pfändungsschutzkonto führen?
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Die Neobank Revolut wird auch bei deutschen Kunden immer beliebter. Viele stellen sich deshalb die Frage, ob man dort ein Pfändungsschutzkonto führen kann.

Steht eine Pfändung bevor, ist es ratsam, das Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Das sogenannte P-Konto ermöglicht dir, weiterhin jeden Monat über ein bestimmtes Guthaben zu verfügen. Dieser Grundbetrag liegt derzeit bei 1.402,28 Euro für Personen, die keinen Unterhalt zahlen müssen. Damit soll sichergestellt werden, dass Schuldner über genügend finanzielle Mittel verfügen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

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Revolut-Konto als Pfändungsschutzkonto führen?

Immer mehr deutsche Kunden entscheiden sich dafür, ein Girokonto bei der Revolut Bank zu eröffnen. Hierbei handelt es sich um Kreditinstitut aus England, das eine besonders unkomplizierte und schnelle Kontoeröffnung verspricht. Für deutsche Kunden ist allerdings die Revolut Bank UAB aus Litauen verantwortlich.

Wer in Schwierigkeiten steckt, kann sein Revolut Konto nicht einfach in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln. Denn während deutsche Girokonten im Falle einer Pfändung jederzeit in ein P-Konto umgewandelt werden können, ist das bei Konten außerhalb Deutschlands nicht möglich. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass Revolut über einen Sitz innerhalb der Europäischen Union verfügt.

Falls es zu einer Kontopfändung kommen sollte, kannst du bei Revolut keinen Pfändungsfreibetrag nutzen. In finanziellen Schwierigkeiten ist es deshalb ratsam, ein deutsches Girokonto zu führen. Banken aus Deutschland mit günstigen Konditionen sind die Commerzbank* und die Consorsbank*. Weitere attraktive Girokonten findest du in unserem Girokonto Vergleich.

Revolut: Auch Auslandskonten können gepfändet werden

Da sich der Sitz von Revolut im Ausland befindet, schlussfolgern einige Kunden, dass ihr Konto nicht gepfändet werden könne. Dies ist allerdings nicht korrekt. Eine sogenannte “grenzüberschreitende Kontopfändung” ist bei der Bank trotzdem möglich. Das regelt die “Europäische Kontenpfändungsverordnung”. Durch den Sitz außerhalb Deutschlands sind Pfändungen zwar schwieriger durchzusetzen, pfändungssicher sind solche Konten jedoch nicht.

Das Girokonto von Revolut hat den Vorteil, dass kein Austausch mit der Schufa stattfindet. Es gibt bei der Eröffnung also keine Schufa-Abfrage und nach der Eröffnung erfolgt kein Schufa-Eintrag. Das macht es für Gläubiger schwieriger, das Konto überhaupt zu identifizieren. Zudem dauert die Forderungseintreibung bei Auslandskonten in der Regel wesentlich länger als bei Konten in Deutschland. Insofern könnte man von einem indirekten Pfändungsschutz sprechen.

Auch interessant: Revolut Einlagensicherung: Ist mein Geld geschützt?

Wie läuft eine Kontopfändung ab?

Die Kontopfändung ist ein rechtlicher Prozess, der eingeleitet wird, wenn eine Person Schulden hat und der Gläubiger Maßnahmen ergreift, um diese einzutreiben. Zunächst erhält der Schuldner für gewöhnlich mehrere schriftliche Mahnungen über die ausstehenden Schulden. Wenn diese unbeantwortet bleiben, kann der Gläubiger vor Gericht eine Kontopfändung beantragen.

Sobald das Gericht die Kontopfändung genehmigt, erhält die Bank eine gerichtliche Anordnung, die sie dazu verpflichtet, das Konto des Schuldners zu sperren und den Betrag, der zur Begleichung der Schulden erforderlich ist, einzufrieren. Der Schuldner wird über die Kontopfändung informiert und darüber aufgeklärt, welche Schritte er unternehmen kann, um Einspruch zu erheben oder die Situation zu klären.

Während des Pfändungsprozesses hat der Schuldner normalerweise die Möglichkeit, gegen die Pfändung Widerspruch einzulegen, vor allem dann, wenn er glaubt, dass die Pfändung unrechtmäßig ist oder wenn bestimmte Gelder geschützt werden können, wie beispielsweise Sozialleistungen oder ein Pfändungsfreibetrag.

Im Rahmen der Pfändung verwendet die Bank das eingefrorene Geld, um die ausstehenden Schulden des Schuldners zu begleichen. Wenn die Schulden vollständig beglichen sind und keine weiteren offenen Forderungen bestehen, kann der Restbetrag an den Schuldner zurückgegeben werden.

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