Japan: Warum die Aktienkurse im Inselstaat gerade explodieren

Japan: Warum die Aktienkurse im Inselstaat gerade explodieren
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In Japan findet seit Jahresbeginn eine Börsenrallye statt. Was sind die Gründe für die plötzliche Entwicklung im Land der aufgehenden Sonne?

Japanische Aktien erleben gerade eine Renaissance. Seit Anfang des Jahres hat der TOPIX-Index um rund 23 Prozent zugelegt und notiert damit jetzt bei 2.300 Punkten. Eine ähnliche Entwicklung konnten in diesem Jahr nur die wenigsten Märkte hinlegen – beim S&P 500 ging es etwa nur um 15 Prozent bergauf. Besonders ist auch, dass der Index nun endlich das Allzeithoch aus dem Jahr 1990 übertroffen hat, welches kurz vor dem Platzen der japanischen Aktien- und Immobilienblase aufgestellt wurde.

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Börsen-Spektakel in Japan: Gründe für den Aufschwung

Die Gründe für den aktuellen Höchststand liegen aber nicht wie damals an übertriebenen Bewertungen japanischer Unternehmen. Viel eher lässt sich die glückliche Kursentwicklung auf natürliche Ursachen zurückführen. So weißen einige Experten etwa auf die ultralockere Geldpolitik der japanischen Notenbank hin. Denn die Zinsen liegen im Land der aufgehenden Sonne schon seit längerer Zeit niedrig und erleichtern damit die Aufnahme von Krediten für Unternehmer und Verbraucher.

Weil die Zinsen in den Vereinigten Staaten und in Europa zuletzt rapide anstiegen, können sich japanische Unternehmen über einen Wettbewerbsvorteil freuen. Weiterhin ist anzumerken, dass Japan derzeit einen schwierigen Balanceakt schafft. Denn trotz der niedrigen Zinsen und dem vergleichsweise starken Wachstum der japanischen Wirtschaft in den letzten zwei Jahren, verzeichnet der Inselstaat geringe Inflationsraten.

Von einer Änderung der aktuellen Geldpolitik ist erstmal nicht auszugehen. Baldige Zinserhöhungen lehnt der Notenbankchef Kazuo Ueda entschieden ab. All diese positiven Signale sorgten für ein bullishes Klima und verleiteten Anleger in den letzten Monaten dazu, sich mit japanischen Aktien einzudecken.

Auch Warren Buffett zeigte zuletzt übrigens großes Interesse an der hiesigen Börse. Mitte April kaufte der Superstar-Investor fünf japanische Aktien nach, darunter Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Sumitomo und Mitsui. Bei allen Unternehmen handelt es sich um Mischkonzerne, weshalb Buffett mit seinem Investment bereits einen großen Teil der japanischen Wirtschaft abbildet.

In Japan investieren: Wie geht das?

Die US-amerikanische Großbank J.P. Morgan ist optimistisch eingestellt, was die Börsenentwicklung in Nippon betrifft. In einem Kommentar sprachen die Strategen des Kreditinstituts eine Empfehlung für den japanischen Markt aus. Im Vergleich zu anderen Industrieländern hänge die Nation mit den Aufholeffekten nach der Corona-Pandemie zurück und ein großer Teil der Normalisierungsimpulse stehe vermutlich noch aus. Außerdem seien die Finanzierungskosten in den letzten zwölf bis vierundzwanzig Monaten nicht gestiegen – anders als in Europa und den USA.

Wenn auch du an eine fortwährende Rallye glaubst, kannst du mit einem ETF (Exchange Traded Fund) auf den japanischen Markt setzen. Die börsengehandelten Indexfonds erlauben es dir, in eine Vielzahl von Aktien zu investieren. So musst du dich nicht für einzelne Wertpapiere entscheiden, sondern verfügst gleich über einen ganzen Aktienkorb. Japan-ETFs lassen sich ganz einfach beim Online-Broker Trade Republic* handeln. Mehr zum Thema ETFs findest du hier.

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