Immobilien erben: Jetzt wird es richtig teuer

Immobilien erben: Jetzt wird es richtig teuer
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Immobilien werden im Erbfall ab 2023 neu bewertet. Für viele Erben heißt das, bald wesentlich mehr Steuern an den Staat zahlen zu müssen.

Im nächsten Jahr wird es deutlich teurer, ein Haus zu erben. Der Grund: Immobilien werden im Erbfall ab 2023 neu bewertet. Die Steuer orientiert sich am aktuellen Verkaufswert (“gemeiner Wert”), der in den vergangenen Jahren vielerorts explodiert ist. Erben müssen also auf höhere Steuerabgaben gefasst sein.

In einigen Fällen könnte sich die Steuer sogar vervielfachen, wie aus Berechnungen des Immobilienverbands Haus & Grund hervorgeht, welche die BILD veröffentlicht hat. Anhand mehrerer fiktiver Beispiele hat der Verband mögliche Erhöhungen berechnet. Demnach würde bei einem Einfamilienhaus in Brandenburg (135 Quadratmeter Wohnfläche, 463 Quadratmeter Grundstück, 1 Kind erbt) die Steuer um 5.556 Euro auf 30.685 Euro steigen.

Bei einem Zweifamilienhaus in Bremen (204 Quadratmeter Wohnfläche, 316 Quadratmeter Grundstück, 1 Kind erbt) würde sich die Steuer um 18.361 Euro auf 22.828 Euro erhöhen. Ein Mehrfamilienhaus in Nürnberg (397 Quadratmeter Wohnfläche, 600 Quadratmeter Grundstück, 1 Kind erbt) dürfte um 60.174 Euro teurer werden. Die Steuer läge dann bei 118.648 Euro.

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Steuererhöhung durch die Hintertür?

Der H&G-Präsident Kai Warnecke betrachtet die anstehende Neubewertung als “Steuererhöhung durch die Hintertür.” Seiner Meinung nach müsse es weiter möglich sein, “durch Vererbung ein eigenes Wohnhaus in der Familie zu behalten.”

Finanzminister Christian Lindner sieht Handlungsbedarf bei den Bundesländern. Sie sollen die Freibeträge für Erben anheben, damit die Mehrkosten doch noch verhindert werden können. BILD zitiert den Finanzminister: “Die Freibeträge der Erbschaftsteuer sind seit 2009 nicht angepasst worden. Da es eine reine Ländersteuer ist, sollte der Bundesrat den Weg dafür frei machen.”

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