Hedgefonds-Milliardär und Philanthrop: Wer ist George Soros?

Hedgefonds-Milliardär und Philanthrop: Wer ist George Soros?
© LSE Library via Wikimedia Commons

Der US-amerikanische Investor George Soros gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Er gilt als gewiefter Spekulant, dem nachgesagt wird, Staaten ins Chaos zu stürzen.

Die Mythen, die George Soros umranken, sind zahlreich. Vor allem in Osteuropa, Asien und den USA, aber auch in Deutschland, steht der Investor unter Beschuss. Unabhängig davon, welche der vielen Verschwörungstheorien tatsächlich stimmen, ist Soros eine umstrittene Person. Dies hängt vor allem mit den waghalsigen Spekulationen gegen Landeswährungen zusammen, die ihn berühmt gemacht haben. Aber beginnen wir einmal von vorn:

Aufstieg zum Hedgefonds-Manager

George Soros wurde 1930 in Budapest geboren. Er wächst unter prekären Umständen auf: Als ungarische Juden müssen sich Soros und seine Familie monatelang vor den deutschen Besatzern verstecken. Kurz nach dem Ende des Krieges, im Jahr 1947, emigriert Soros nach England und arbeitet in einer Vielzahl von handwerklichen Berufen, um sein Studium an der London School of Economics zu finanzieren.

Ab 1956 lebt Soros in New York, wo er bei einigen Investmentbanken Karriere macht. Dabei lernt er den mittlerweile ebenfalls legendären Jim Rogers kennen, mit dem er 1970 den Quantum Fonds gründet. Der Quantum Fonds ist ein Hedgefonds, der unglaubliche Renditen erzielt. Die fünf Millionen US-Dollar Startkapital privater Anleger wachsen bis 1993 auf über vier Milliarden Dollar an. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch Soros’ Wette gegen die britische Landeswährung, das Pfund Sterling, ein Jahr zuvor.

Erfolgreiche Währungsspekulationen

Am “Schwarzen Mittwoch” 1992 muss die Bank of England das Pfund Sterling stark abwerten und scheidet aus dem europäischen Wechselkurssystem aus. Soros sieht die Abwertung vorher und leiht sich große Mengen britische Pfund, die er in andere europäische Währungen umtauscht. Nach der Abwertung kauft der Quantum Fonds die geliehenen Pfund zu einem niedrigeren Kurs zurück und erzielt damit einen Gewinn von rund einer Milliarde US-Dollar.

Soros wird für die Währungskrise persönlich verantwortlich gemacht und zum Symbol eines skrupellosen Investors. Nachgewiesen werden können ihm die Vorwürfe allerdings nicht. 1997 spekuliert der Investor gegen asiatische Währungen und profitiert erneut, während die Staaten und damit letztlich die Steuerzahler für die Verluste aufkommen müssen. Malaysias Ministerpräsident Mahatir erklärt ihn deshalb zum “Staatsfeind Nummer Eins”.

Auch interessant: George Soros: 4 Lektionen des Investors, die sich Anleger zu Herzen nehmen sollten

George Soros’ Vermögen heute

Im Laufe seiner Karriere nutzt George Soros immer wieder Krisen, um sein Vermögen zu mehren. Forbes schätzt dieses auf momentan rund 6,7 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig ist der 92-Jährige aber auch als Philanthrop aktiv. Über seine Stiftungen, die Open Society Foundations, unterstützt er mitunter Bürgerrechtsbewegungen, Bildungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen für Menschenrechte und andere wohltätige Zwecke. Soros’ Motto lautet: “Ich verdiene gerne sehr viel Geld, um es dann für gute Zwecke wieder auszugeben.”

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