Hauskredit-Mythen entlarvt: Was man wirklich wissen muss

Hauskredit-Mythen entlarvt: Was man wirklich wissen muss
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Wenn es um den Erwerb eines Eigenheims geht, sind viele potenzielle Käufer mit weit verbreiteten Irrtümern und Gerüchten konfrontiert. Es gibt nämlich zahlreiche Halbwahrheiten und Mythen, die sich rund um dieses komplexe Thema ranken. Gerade, wenn es um die Finanzierung geht! Der folgende Artikel zielt darauf ab, einige dieser Mythen zu entlarven und Klarheit in das Dickicht der Finanzierungsoptionen zu bringen.

Mythos 1: Man braucht immer mindestens 20% Eigenkapital

Seit Jahren hält sich hartnäckig der Glaube, dass mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital für den Erhalt eines Hauskredits unabdingbar sei. Doch die Realität sieht anders aus:

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  • Verschiedene Anbieter ermöglichen es auch, mit deutlich geringerem Eigenkapital zu finanzieren.
  • Banken und Kreditinstitute bieten flexible Modelle an, um unterschiedlichen finanziellen Situationen gerecht zu werden. Hier gibt es einen Rechner für Baufinanzierung, mit dem man verschiedene Konstellationen berechnen kann.

Mythos 2: Der beste Zinssatz ist immer der beste Kredit

Ein niedriger Zinssatz verspricht auf den ersten Blick einen günstigen Kredit. Allerdings sorgen oft verborgene Kosten für eine Erhöhung der tatsächlichen Belastung.

  • Der effektive Jahreszins, der zusätzlich zu den Zinsen auch Gebühren und weitere Kosten des Darlehens beinhaltet, ist ein realistischeres Maß für die Kreditkosten.
  • Langfristige Kreditkonditionen und Sondertilgungsoptionen können wichtiger sein als der bloße Nominalzins.

Mythos 3: Nur Personen mit perfekter Bonität bekommen Hauskredite

Eine gute Bonität kann die Kreditkonditionen verbessern, doch es ist ein Irrglaube, dass nur Personen mit makellosen Kreditberichten für Hypothekendarlehen infrage kommen.

  • Bonität ist ein Maßstab für die Kreditwürdigkeit, der auf Faktoren wie Kreditgeschichte, Einkommen und Schulden basiert.
  • Selbst mit weniger als perfekter Bonität gibt es Wege, um einen Hauskredit zu erhalten, zum Beispiel mit Bürgen oder zusätzliche Sicherheiten

Mythos 4: Variable Zinsen sind immer eine schlechte Wahl

Variable Zinssätze sind wegen ihres Risikos steigender Zahlungen gefürchtet. Jedoch können sie auch Vorteile bieten:

  • In einem sinkenden Zinsmarkt können variable Zinsen finanzielle Lasten reduzieren.
  • Ein Vergleich zwischen festen und variablen Zinssätzen sollte die persönliche Risikotoleranz und die Marktentwicklung berücksichtigen.

Mythos 5: Eigenheimbesitzer müssen ihren Kredit so schnell wie möglich abbezahlen

Eine frühzeitige Kreditrückzahlung kann Sinn ergeben, um Zinsen zu sparen, doch dies ist nicht immer die beste Option:

  • Strategische Investitionen oder die Bildung von Rücklagen können in manchen finanziellen Situationen vorteilhafter sein.
  • Flexibilität im Tilgungsplan kann auch dabei helfen, andere Lebensziele wie die Altersvorsorge oder die Bildung der Kinder gleichzeitig zu verfolgen.

Mythos 6: Ein festes Einkommen ist eine Voraussetzung für die Kreditvergabe

Viele Menschen gehen davon aus, dass nur Antragsteller mit einem festen Gehalt und unbefristeten Arbeitsverträgen für einen Hauskredit infrage kommen. Dieser Mythos hält vor allem Selbstständige und Freelancer oftmals davon ab, einen Kreditantrag zu stellen, in der Befürchtung, direkt abgelehnt zu werden.

Die Wahrheit ist jedoch, dass viele Banken und Kreditinstitute auch alternativen Einnahmequellen gegenüber offen sind. Wichtiger als die Art der Beschäftigung sind die Nachhaltigkeit und Stabilität des Einkommens sowie die Fähigkeit, regelmäßige Rückzahlungen leisten zu können.

Kreditgeber interessieren sich für die gesamte finanzielle Gesundheit der Kreditnehmer, einschließlich ihrer Ersparnisse, Investitionen und anderer Vermögenswerte. Für Selbstständige und Freelancer bedeutet dies, dass sie durch detaillierte Geschäftspläne, Steuererklärungen der letzten Jahre und durch die Darstellung einer konsistenten Einkommenshistorie ihre Kreditwürdigkeit belegen können.

Fazit

Ein Hauskauf ist eine der größten finanziellen Verpflichtungen, denen man sich im Leben stellen kann. Daher ist es unerlässlich, informierte Entscheidungen zu treffen und nicht aufgrund von veralteten oder falsch verstandenen “Weisheiten” zu handeln.

Beim Thema Hauskredite zeigt sich, dass es für jeden potenziellen Eigenheimbesitzer lohnenswert ist, sich Zeit zu nehmen, passgenaue Informationen einzuholen und Beratung von Experten anzufordern. Nur so können individuelle Umstände berücksichtigt und die Konditionen eines Hauskredits optimal an die eigene finanzielle Situation angepasst werden.

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