Gold oder Silber: Welches Edelmetall sollten Anleger bevorzugen?

Gold vs. Silber: Welches Edelmetall sollten Anleger bevorzugen?
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Sowohl Gold wie auch Silber gelten als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Auf welches der beiden Edelmetalle sollten Anleger lieber zurückgreifen?

Wenn es darum geht, das eigene Vermögen abzusichern, greifen viele Menschen auf Edelmetalle als Krisenwährung zurück. Vor allem Gold und Silber sind bei Anlegern gefragt. Doch welches der beiden Edelmetalle ist besser zum Investieren geeignet? Wir haben die beiden Anlageprodukte einmal miteinander verglichen und ihre Unterschiede aufgelistet.

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Gold und Silber: Beide Edelmetalle eignen sich als Krisenschutz

Die Gemeinsamkeiten von Gold und Silber sind deutlich größer als ihre Unterschiede. Beide Edelmetalle sind rar und kommen in der Industrie und in der Schmuckbranche zum Einsatz. Zudem konnten sich Gold und Silber in der Vergangenheit beide als Krisenwährung beweisen. Denn wenn die Finanzmärkte heiß laufen oder politische Ausnahmesituationen entstehen, geht es mit den Preisen der schimmernden Rohstoffe bergauf. So geschah es zuletzt während der Finanzkrise, der Eurokrise, der Flüchtlingskrise, der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg.

Experten empfehlen außerdem beide Edelmetalle als Diversifikationsmittel. Das heißt, sowohl Gold als auch Silber können dem Portfolio hinzugefügt werden, um das Gesamtrisiko der Geldanlage zu reduzieren. Allerdings sollte der Gold- oder Silber-Anteil im Portfolio nicht mehr als 5 bis 10 Prozent betragen. Denn beide Edelmetalle schwanken im Schnitt deutlich stärker als Anlageklassen wie Aktien oder ETFs.

Regelmäßige Erträge in Form von Zinsen oder Dividenden erhält man bei den zwei schimmernden Rohstoffen nicht. Gewinne entstehen einzig durch den Kauf und Verkauf der Finanzprodukte zum richtigen Zeitpunkt. Dafür können sich Anleger bei den Edelmetallen aber über steuerliche Privilegien freuen. Denn wer Gold oder Silber mindestens ein Jahr hält, muss auf den erzielten Gewinn keine Abgeltungssteuer zahlen. Bei vielen anderen Anlageklassen gibt es diese Regelung nicht.

Unterschiede von Gold und Silber im Check

Der offensichtlichste Unterschied von Gold und Silber ist die Wertdichte. So kostet eine Unze Gold (31,1 Gramm) stets deutlich mehr als eine Unze Silber. Das Preisverhältnis zwischen den beiden Edelmetallen lässt sich mit der Gold-Silber-Ratio darstellen. Liegt das Preisverhältnis etwa bei 80, bedeutet dies, dass für eine Goldmünze mit Standardgewicht etwa 80 Silbermünzen gekauft werden müssten, um den gleichen Wert zu erhalten.

Wer Silber statt Gold kauft, benötigt deutlich mehr Platz, um dieses zu lagern. Auch müssen größere Mengen bei der Lieferung transportiert werden. Beides sorgt dafür, dass die Kosten für den Anleger steigen.

Darüber hinaus ist Silber empfindlicher als Gold. Wie einige vielleicht schon bei Silberbesteck bemerkt haben, läuft das weiße Edelmetall dunkel an, wenn es längere Zeit der Luft ausgesetzt wird. Vermeiden lässt sich die Verfärbung nur mit einer luftdichten Lagerung. Experten raten dazu, Barren und Münzen in Folien zu verschweißen oder in Schutzhüllen aufzubewahren. Eine Reinigung ist als Alternative nicht zu empfehlen, da durch diesen Prozess meist kleine Mengen Silber abgetragen werden, wodurch der Wert des Edelmetalls sinkt.

Ein weiterer Unterschied: Für den Kauf von Anlagegold fällt keine gesetzliche Mehrwertsteuer an. Silber wird hingegen mit 19 Prozent besteuert. Häufig können Silberbarren und Münzen aber mit Differenzbesteuerung gekauft werden, wodurch man einen Teil der Mehrwertsteuer sparen kann.

Edelmetalle im VergleichGoldSilber
Kaufpreis (pro Feinunze)hochniedrig
Wertdichte (pro Feinunze)hochgering
Lagerungkann sich verfärbenresistent
MehrwertsteuerBis zu 19 Prozentkeine

Gold oder Silber: Welches Edelmetall sollten Anleger kaufen?

Silber weißt gegenüber Gold einige Nachteile auf. So benötigt Silber etwa mehr Platz bei der Lagerung und Lieferung und muss luftdicht verpackt werden. Zudem fällt beim Kauf von Barren und Münzen eine Mehrwertsteuer an. Die Unterschiede zwischen den beiden Edelmetallen sind aber nicht so groß, dass man eine klare Kaufempfehlung abgeben könnte. Beide eignen sich als Wertspeicher oder Diversifikationsmittel im Portfolio.

Schlussendlich folgen viele Anleger ihrem persönlichen Geschmack bei der Wahl zwischen Gold und Silber. Auch Kursprognosen spielen eine große Rolle. Viele Silberkäufer glauben etwa, dass das weiße Edelmetall wegen einer wachsenden Silbernachfrage in der Industrie, stärker im Preis steigen werde als Gold.

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Gold oder Silber kaufen: Wie geht das?

Es gibt zwei Möglichkeiten, Gold oder Silber zu kaufen. Anleger können die Edelmetalle entweder in physischer Form (Barren & Münzen) oder in nicht-physischer Form (Fonds, ETCs & Zertifikate) erwerben. Beide Arten der Geldanlage bieten Vor- und Nachteile, die man als Interessent gründlich abwägen sollte.

Für Barren und Münzen fallen höhere Kosten an, da diese in einem Schließfach oder Tresor gelagert werden müssen. Auch die Lieferung ist in der Regel nicht kostenlos. Weiterhin sollte man bedenken, dass es beim Kauf von physischen Edelmetallen oft hohe Händlermargen gibt. Dafür fehlt Anlegern bei nicht-physischem Gold und Silber häufig das Sicherheitsgefühl der Edelmetalle.

Barren und Münzen kannst du ganz einfach bei einem Edelmetallhändler oder einer Bank kaufen. Für nicht-physische Edelmetalle empfiehlt es sich auf ETCs, also börsengehandelte Rohstoffe zurückzugreifen. Rechtlich gesehen gelten diese Wertpapiere als Schuldverschreibungen. Als Gläubiger hat man deshalb einen Lieferanspruch auf das erworbene Edelmetall. Silber- und Gold-ETCs kannst du ohne Umwege bei Smartbroker* handeln.

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