Glücksspielstaatsvertrag: Kahlschlag im Spielangebot

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Der am 1. Juli 2021 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag bleibt unter Glücksspielern unbeliebt. Die Vielzahl an Restriktionen, die Anbietern für den Erhalt der Glücksspiellizenz auferlegt wurde, macht Besuchern wenig Freude. Unter anderem vermissen sie zahlreiche Spiele, die sie traditionell mit einem Online-Casino verbinden. Wir gehen genauer auf die umstrittensten Folgen des Glücksspielstaatsvertrags ein und präsentieren eine Lösung für Glücksspieler, die nach einem attraktiven Spieltempel im Internet suchen.

Was ist der Glücksspielstaatsvertrag?

Vor der Novellierung des Glücksspielstaatsvertrags war das Glücksspiel in Deutschland illegal. Allerdings hatten Spieler in der Regel nichts zu befürchten und die strafrechtliche Verfolgung konzentrierte sich auf Anbieter. Für Glücksspieler war der Besuch eines ausländischen Online-Casinos üblich.

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Aufgrund des EU-Freizügigkeitsrechtes, das EU-Bürgern die Nutzung von zugelassenen Dienstleistungen in einem EU-Land erlaubt, befanden sie sich unter der Voraussetzung einer EU-Lizenz des Anbieters sogar rechtlich auf der sicheren Seite. Die Legalisierung schließt die beliebte Curacao-Lizenz in Deutschland ein, weil die Antilleninsel mit dem Königreich der Niederlande assoziiert ist. Zum Glücksspielstaatsvertrag hatte es in Deutschland 2008 einen Vorläufer gegeben, der allerdings keinen Bestand hatte und nach der vereinbarten Laufzeit von drei Jahren sang- und klanglos ausgelaufen war.

Das derzeitige Gesetzeswerk ist hingegen auf Dauerhaftigkeit ausgelegt. Zwar bleibt die Organisation des Glücksspiels in Deutschland Ländersache, doch die Gesetzgebung, die Glücksspiele betrifft, ist jetzt einheitlich gestaltet. Zukünftig verdient der Staat am Glücksspiel mit. Zu diesem Zweck wurde eine Glücksspielsteuer von 5,3 Prozent verhängt, die Betreiber von Online-Casinos an den Fiskus abtreten müssen.

Warum ist der Glücksspielstaatsvertrag so unpopulär?

Der Schutz von Spielern vor Betrug sowie vor den Auswirkungen einer Spielsucht, und insbesondere der Schutz von Kindern und Jugendlichen sind typische Ziele einer Regierung zur Regulierung des Glücksspiels. Dass zu diesem Zweck eine Reglementierung stattfindet, stößt kaum auf Kritik, sondern wird von der Zivilgesellschaft sogar eingefordert und findet gemeinhin Akzeptanz.

Kritiker aus Spielerkreisen werfen der Bundesregierung hingegen vor, mit ihrem Maßnahmenkatalog über dieses Ziel hinausgeschossen zu sein. Vor allem die Reduzierung des Spielangebots zur künstlichen Minderung der Attraktivität von Online-Casinos sei ein wenig sinnvoller Sonderweg, der Glücksspieler geradezu dazu nötige, nach alternativen Spieltempeln Ausschau zu halten.

Verknappung des Spielangebots

Tatsächlich sind die Regeln zum zulässigen Spielangebot in Online-Casinos mit deutscher Spiellizenz einschneidend und betreffen auch Spiele, die für Glücksspieler zum liebgewonnenen Inventar gehören.

Unter anderem betrifft das Verbot Tischspiele wie Blackjack, Baccara und Roulette sowie Live-Dealer-Spiele beim Pokern. Bei diesen Spielen handelt es sich um Spiele mit fortschrittlicher VR-Technologie, die im Sinne der Immersion eine realistische Atmosphäre erzeugen. Bei Spielautomaten fielen Slots mit progressivem Jackpot unter den Hammer und Sportwetten dürfen keine Ereigniswetten mehr enthalten.

Ungeliebte Überwachung

Nach dem Glücksspielstaatsvertrag müssen Spieler, die sich in einem deutschen Online-Casino registrieren, automatisch in einer Spielerdatei mit dem Namen OASIS (Onlineabfrage Spielerschutz) aufgenommen werden. Dadurch werden ihre Aktivitäten beim Spielen in Online-Casinos aufgezeichnet und überwacht, wobei mithilfe intelligenter Algorithmen auch automatische Reaktionen bei einem Regelverstoß möglich sind.

Einzuhalten sind verschiedene Regeln wie das Verbot, an mehreren Spielen in einem Online-Casino gleichzeitig oder an mehreren Online-Casinos gleichzeitig angemeldet zu sein. Werden Sperren verhängt, gelten diese für sämtliche Online-Casinos, die in dem System erfasst sind, und somit für sämtliche Online-Casinos mit deutscher Glücksspiellizenz.

Präventionen gegen Spielsucht

Zu den im OASIS-System überwachten Regeln zählen Verordnungen, die sich explizit gegen Highroller richten, um diese vor den Auswirkungen einer Spielsucht zu schützen. Verhängt wurde ein Ausgabelimit von monatlich 1.000 Euro, das Vielverdiener allerdings auf Antrag auf bis zu 30.000 Euro erweitern können.

Spielern muss es darüber hinaus möglich sein, sich selbst Ausgabelimits zu setzen. Bei Automatenspielen liegt die Einsatzobergrenze pro Drehung bei einem Euro, während zugleich die Funktion Auto-Spin deaktiviert sein muss. Dass zwischen jedem Dreh ein Zeitraum von fünf Sekunden eingehalten werden muss, kann Spieler stören, weil es sie aus einem Flow herausreißen kann.

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