Geldanlage: ChatGPT kann besser Aktien auswählen als Fondsmanager

Geldanlage: ChatGPT kann besser Aktien auswählen als Fondsmanager
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Fondsmanager ade? In einem neuen Experiment konnte die Künstliche Intelligenz ChatGPT eine höhere Rendite erzielen als große Anlagefonds.

ChatGPT ist derzeit in aller Munde. Verwundern sollte das nicht, denn die Fähigkeiten des Chatbots scheinen beinahe grenzenlos. So kann die Künstliche Intelligenz nicht nur Gespräche in Textform führen, sondern auch komplexe Sachverhalten erklären, Aufsätze schreiben, schwierige Mathe-Aufgaben lösen und Programmieren. Und selbst damit ist die volle Bandbreite ihrer Stärken noch längst nicht abgedeckt.

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ChatGPT: Künstliche Intelligenz schlägt Fondsmanager bei Aktienauswahl

Allem Anschein nach ist ChatGPT auch in der Lage dazu, Aktien-Empfehlungen zu geben. Wie eine neue Untersuchung enthüllt, ist das KI-Modell darin sogar teilweise besser als waschechte Finanzexperten. Einem Bericht der Financial Times zufolge, ließ das Finanzvergleichsportal Finder den Chatbot Anfang März einen Korb voller Aktien auswählen. Dabei befahl man dem Programm, eine Reihe von Auswahlkriterien führender Fonds zu beachten.

Am Ende wählte ChatGPT 38 Aktien aus, zu denen unter anderem Microsoft, Netflix und Walmart gehörten. Im Verlauf der nächsten zwei Monate erzielte dieser Aktienkorb eine Rendite von 4,9 Prozent. Die zehn beliebtesten Fonds der britischen Plattform Interactive Investor fuhren im selben Zeitraum einen Verlust von 0,8 Prozent ein – dabei sind in der Liste britische, US-amerikanische und globale Fonds von seriösen Anbietern wie Vanguard, Fidelity and HSBC enthalten.

Jon Ostler, Geschäftsführer von Finder, sagt im Gespräch mit der Financial Times: “Es hat nicht lange gedauert, bis die Öffentlichkeit kreative Wege gefunden hat, ChatGPT dazu zu bringen, in Bereichen zu helfen, in denen dies technisch nicht passieren sollte.” Weiter erklärt Ostler: “Es wird nicht lange dauern, bis eine große Anzahl von Verbrauchern versuchen wird, finanzielle Vorteile daraus zu schlagen.”

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Experte rät von KI als Anlageberater ab

Laut einer Umfrage von Finder beziehen es rund 19 Prozent der britischen Erwachsenen in Betracht, ChatGPT für Finanztipps zu nutzen. Weitere 8 Prozent haben bereits finanzielle Ratschläge von der Künstlichen Intelligenz in Anspruch genommen. Ostler rät von einer solchen Verwendung des Chatbots eher ab. Zwar würden große Fonds schon seit Jahren KI einsetzen, “aber die öffentliche Nutzung einer rudimentären KI-Plattform, die offen sagt, dass ihre Daten seit September 2021 lückenhaft sind und die Feinheiten der Marktpsychologie nicht kennen, klingt nicht nach einer guten Idee”.

Ostler weißt aber auch darauf hin, wie eine Studie aus dem Jahr 2021 zeigt, dass die Hälfte aller britischen Anleger soziale Netzwerke für die Anlageberatung nutzen. “Würden Sie sich lieber von einem unqualifizierten TikTok-Star oder einer KI beraten lassen, die in der Lage ist, Millionen von Datenpunkten aus dem gesamten Internet zu verarbeiten und maßgeschneiderte Ratschläge zu geben?” fragt der Experte.

“Die ideale Antwort wäre: Keines von beidem. Der sichere und empfehlenswerte Ansatz ist es, Zeit mit der Recherche über bekannte Primärquellen oder einem qualifizierten Anlageberater zu verbringen – aber dies wird möglicherweise nicht für immer der Fall sein.” erklärt Ostler.

Dem Experten zufolge werde die Demokratisierung der KI die Finanzbranche verändern und revolutionieren. Momentan sei es aber noch zu früh, um dem Chatbot zu vertrauen, wenn es um die eigenen Finanzen geht. “Fondsmanager dürften aber damit beginnen, nervös über ihre Schulter zu blicken.” sagt Ostler.

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