Freistellungsauftrag überzogen? So gehst du am besten vor

Freistellungsauftrag überzogen? So gehst du am besten vor
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Der Freistellungsauftrag hilft dir, Steuern bei der Geldanlage zu sparen. Doch was tun, wenn der Freibetrag überzogen beziehungsweise zu hohe Summen freigestellt wurden?

Sparer oder Anleger können ihre Kapitalerträge bis zu einer Höhe von 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei vereinnahmen. Das gewährleistet der sogenannte Sparerpauschbetrag. Er schützt jährliche Kapitalerträge aus Zinsen, realisierten Kursgewinnen und Dividenden vor der Abgeltungssteuer. Damit diese überhaupt nicht erst an den Fiskus gehen, muss ein Freistellungsauftrag eingerichtet werden.

Einrichtung des Freistellungsauftrags

Den Freistellungsauftrag erteilst du deiner Bank beziehungsweise deinem Broker. Das geht in der Regel relativ schnell und einfach. Meistens kannst du den Freistellungsauftrag digital und sogar per App einrichten. Bei Trade Republic* zum Beispiel ist der Prozess in unter einer Minute erledigt.

Je nach Bedarf kannst du beliebig viele Freistellungsaufträge bei verschiedenen Banken erteilen. Wichtig ist nur, dass du den Überblick behältst und den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (Alleinstehende) oder 2.000 Euro (zusammenveranlagte Eheleute) nicht überschreitest. So ist es dir beispielsweise gestattet, gleichzeitig bei deiner Hausbank 300 Euro und deinem Online-Broker 700 Euro freizustellen.

Wie genau du die Aufteilung vornimmst, ist dir überlassen. Um den Freibetrag möglichst sinnvoll zu nutzen, solltest du dich an deiner Geldanlage und Renditeerwartung orientieren. Die Höhe der Freistellungsaufträge lässt sich auch anpassen, falls du bei einer Anlage mehr oder weniger Ertrag erwartest. So kannst du den Freibetrag optimal ausschöpfen.

Freistellungsauftrag überzogen – was passiert jetzt?

Wer bei vielen Anbietern Konten oder Depots führt und mehrere Freistellungsaufträge erteilt hat, kann schnell den Überblick verlieren. Es besteht das Risiko, dass der Freistellungsauftrag überzogen wird. Welche Konsequenzen drohen?

Zunächst einmal kommt es darauf an, ob die Freibeträge bereits in Anspruch genommen wurden. Ist dies nicht der Fall, kannst du die Höhe deiner Freistellungsaufträge einfach anpassen. Das Bundeszentralamt für Steuern hat nämlich keine Informationen darüber, wie viel Kapitalerträge insgesamt freigestellt sind. Seit einer Gesetzänderung aus dem Jahr 1999 melden Banken nur noch die tatsächliche in Anspruch genommene Ersparnis.

Überschreitet die Summe aller in Anspruch genommenen Freistellungsaufträge den tatsächlich zur Verfügung stehenden Sparerpauschbetrag, gibt das Bundeszentralamt für Steuern den Fall an das zuständige Finanzamt weiter. Dieses wird dich umgehend zur Abgabe der Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) im Rahmen deiner Einkommensteuererklärung auffordern.

Wurde der Freistellungsauftrag tatsächlich überzogen, wird der Fiskus rückwirkend Steuern erheben. Entwarnung gibt es für dich, wenn du Freistellungsaufträge über den dir zustehenden Sparerpauschbetrag hinaus gestellt hast, deren tatsächliche Kapitalerträge jedoch die Summe des Freibetrages nicht überschritten.

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