EZB hebt Zinsen erneut an: Was bedeutet das für dein Geld?

EZB hebt Zinsen erneut an: Was bedeutet das für dein Geld?
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Die EZB-Zinsen sind ein weiteres Mal gestiegen. Wir verraten dir, welche Vorteile und Tücken das für Verbraucher öffnet.

In den vergangenen Monaten hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins mehrfach angehoben. Jetzt ging es mit dem Leitzins ein weiteres Mal nach oben und zwar um 0,25 Prozent – so befindet er sich nun bei 3,75 Prozentpunkten. Ziel der Zinserhöhungen ist eine Eindämmung der Inflation. Denn die tobt schon seit geraumer Zeit in Deutschland, Italien, Frankreich und weiteren europäischen Ländern.

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Die neue Geldpolitik der EZB hat direkte Auswirkungen auf die Verbraucher. Ungeachtet dessen, ob die Zinsschritte bald wirklich die Inflation abschwächen, nehmen sie starken Einfluss auf Sparanlagen und Kredite.

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Tagesgeld und Festgeld: Höhere Zinsen aufs Sparguthaben

Sparer dürfen sich über die erneute Zinserhöhung freuen. Denn wenn der Leitzins steigt, bekommen die Geschäftsbanken mehr Geld für ihre Einlagen bei der EZB. Den gestiegenen Prozentsatz geben die Banken dann, zumindest teilweise, an ihre Privat- und Geschäftskunden in Form von Sparzinsen weiter. Bei Tages- und Festgeldkonten ließ sich diese Entwicklung in der letzten Zeit deutlich beobachten.

Für die Anlage auf einem Tagesgeldkonto erhalten Sparer aktuell mehr als 3,00 Prozent Zinsen bei einigen Anbietern. Allerdings gelten derart hohe Zinsen oft nur für einen bestimmten Zeitraum. Standardmäßig liegt der Zinssatz fürs Tagesgeld eher bei 1,00 bis 2,00 Prozent. Neben Banken bieten auch immer mehr Online-Broker ihren Kunden die Möglichkeit, Guthaben flexibel zu verzinsen. So können sich Sparer bei Trade Republic* etwa über 2,00 Prozent Zinsen im Jahr freuen.

Was Festgeldkonten betrifft, so lassen sich hier mehr als 3,20 Prozent Zinsen bei einjähriger Laufzeit abstauben. Für längere Laufzeiten fallen sogar noch höhere Zinssätze an. Bei Klarna* gibt es für eine Anlagedauer von vier Jahren etwa 3,26 Prozent Zinsen jährlich. Doch Achtung: Zu lange sollte man sich als Anleger nicht verpflichten. Denn die Zinssätze für Festgeldkonten werden mit den kommenden Zinserhöhungen der EZB wahrscheinlich noch steigen.

Leider profitieren nicht alle Sparer von der Zinswende. Einer neuen Analyse des Vergleichsportals Verivox zufolge, zahlen von 688 ausgewerteten Banken und Sparkassen 222 nach wie vor keine Tagesgeldzinsen. Bei 32 Prozent aller Kreditinstitute gehen die Kunden also leer aus. Weiterhin sollten Sparer bedenken, dass die Inflation derzeit bei 7,2 Prozent liegt. Reale Renditen lassen sich also auch mit den besten Tages- und Festgeldkonten nicht erzielen.

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Zinserhöhungen der EZB: Kredite werden teurer

Die Kehrseite der Medaille ist, dass auch die Zinsen für Kredite jetzt ansteigen. Wer zuletzt einen Ratenkredit aufgenommen hat, bekam die Auswirkungen der Zinswende bereits zu spüren. Laut Verivox lagen die Zinsen für ein solches Darlehen im März 2022 noch bei durchschnittlich 5,14 Prozent. Im März diesen Jahres zahlten Verbraucher für denselben Kredit im Schnitt 7,75 Prozent Zinsen. Somit haben sich Kredite um 51 Prozent verteuert.

Doch die Angebote der Kreditanbieter unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander. Vor der Geldaufnahme sollten Verbraucher deshalb unbedingt einen Vergleich machen, um die besten Angebote zu finden. Einen Kreditvergleich kannst du kostenlos bei Plattformen wie Check24 oder Smava durchführen.

Die Dispozinsen sind auch vor der Zinswende schon hoch gewesen. Wer öfter mal sein Girokonto überzogen hat, landete deshalb schnell in der Schuldenfalle. Im Zuge der kontinuierlichen Zinserhöhungen stiegen die Zinsen für Dispokredite aber ebenfalls kräftig an. Laut FMH liegt der Durchschnittszins für das kurzfristige Darlehen derzeit bei 11,27 Prozent. Der Zins für die Überziehung des Disporahmens beträgt 12,50 Prozent.

Auch beim Bauen steigen die Zinsen

Auch Bauherren bleiben nicht verschont von den Launen der EZB. Seit dem Jahresbeginn 2022 haben sich die Bauzinsen laut FMH bereits fast verfünffacht. Der Durchschnittszinssatz für ein Zehn-Jahres-Darlehen liegt aktuell bei 3,82 Prozent. Anfang des Jahres fiel noch ein Zinssatz von 0,80 Prozent an. Wer jetzt bauen möchte, muss also tief in die Tasche greifen.

Dabei orientieren sich die Zinsen für Immobilienkredite nur indirekt am Leitzins. In erster Linie werden diese durch die Anleihezinsen beeinflusst. Denn die entscheiden schlussendlich über die Renditen der Pfandbriefe, welche die Banken zur Refinanzierung von Baudarlehen nutzen. Zudem können die Banken in einzelnen Fällen noch Risikoaufschläge erheben, bevor sie einen Baukredit vergeben.

Viele Experten glauben, dass die Bauzinsen in den nächsten Monaten noch weiter steigen könnten. Gleichzeitig ist aber auch eine gegenteilige Entwicklung nicht ausgeschlossen, sollte die Nachfragen nach Baukrediten sinken und der Leitzins nicht mehr weitersteigen.

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