ETFs: Was bedeutet thesaurierend und ausschüttend?

ETFs: Was bedeutet thesaurierend und ausschüttend?
© Pexels

Auch in der so anlegerfreundlichen Welt der ETFs stößt man auf jede Menge Fachchinesisch. Wir erklären euch, was es mit den Begriffen “thesaurierend” und “ausschüttend” auf sich hat.

Wer sich dazu entscheidet einen ETF zu erwerben, wird vor mehrere Fragen gestellt. Viele komplizierte Begriffe machen die Suche nach dem passenden Anlageprodukt zu einer anstrengenden Recherchearbeit. Die meisten Fachwörter klingen dabei wichtiger, als sie eigentlich sind. Auf die zwei Fondsarten “thesaurierend” und “ausschüttend” solltet ihr dennoch großen Wert legen.

Was bedeuten die zwei Begriffe?

Thesaurierend: Das Wort “thesaurierend” bedeutet im Grunde nicht mehr als “reinvestieren”. Bei dieser Art von ETFs wird die Dividende nicht direkt an den Anleger ausgezahlt, sondern stattdessen neu angelegt. Der Prozess funktioniert vollkommen automatisch und gebührenfrei. Thesaurierende ETFs sind für jene Personen interessant, die auf eine monatliche Auszahlung verzichten können und einen langfristigen Anlagehorizont verfolgen. Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass mögliche Renditen Jahr für Jahr gigantischer werden und dein Geld praktisch “für dich arbeitet”.

Obwohl die Dividendengewinne bei dieser Art von ETFs nicht sofort ausgezahlt werden, müssen diese dennoch besteuert werden. Eine Vorabpauschale zu Jahresbeginn regelt den Grad der Besteuerung. Dank der deutschen Niedrigzinsen fällt diese aber vergleichsweise gering aus. Im Jahr 2022 soll die Vorabpauschale sogar vollständig entfallen.

Ausschüttend: Der Begriff selbst weißt bereits darauf hin, dass die Dividenden bei dieser Art von ETFs an den Anleger ausgeschüttet werden. Der Fonds sammelt die Dividenden der einzelnen Unternehmen und überweist diese entweder monatlich, quartalsweise oder jährlich auf das jeweilige Konto. Anleger, die sich einen regelmäßigen Zahlungsstrom wünschen, sind mit einem ausschüttenden ETF bestens beraten.

Für die Besteuerung gilt: Ist der Herausgeber des Fonds in Deutschland ansässig, führt dieser die Abgeltungsteuer automatisch ab. Der Anleger spart sich weiteren Stress und erhält sofort den Nettobetrag. Ist der Verkäufer im Ausland ansässig, muss der Anleger die Dividendengewinne in seiner Steuererklärung anführen.

Welche ETF-Art ist die bessere?

Ob man sich nun lieber einen thesaurierenden oder ausschüttenden ETF zulegt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Antwort ist wie so oft von der individuellen Lebenssituation und den persönlichen Investmentplänen abhängig. Wer über mehrere Jahrzehnte für seine Rente spart, sieht vielleicht einen höheren Sinn in der Reinvestition. Derjenige, der mit seinen Investments die monatliche Miete bezahlen möchte, ist wohl mit ausschüttenden ETFs zufriedener.

Die meisten namenhaften ETFs sind sowohl in der thesaurierenden als auch in der ausschüttenden Variante erhältlich. Der Besteuerungsgrad der zwei Arten unterscheidet sich in Deutschland kaum noch seit der Investmentsteuerreform von 2018.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

 

Mehr aus dem Netz

Related Posts
Consent-Management-Plattform von Real Cookie Banner