Biotech: Wie Anleger in die Zukunft der Medizin investieren können

Biotech: Wie Anleger in die Zukunft der Medizin investieren können
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Biotech ist eine der großen Zukunftsbranchen des 21. Jahrhunderts. Doch wie können Anleger von dem aufsteigenden Sektor profitieren?

Die Biotechnologie (kurz: Biotech) gehört zu den interessantesten Zukunftsbranchen für Anleger. Der Sektor versucht Zellen, Organismen und Moleküle für den Menschen technisch nutzbar zu machen, um neue Prozesse oder Produkte zu entwickeln. So stellen Biotechnologen zum Beispiel Medikamente, Werkstoffe oder künstliche Stoffe für Lebensmittel her. Bei ihrer Arbeit greift die wissenschaftliche Disziplin auf Erkenntnisse aus der Biologie, der Chemie, den Ingenieurwissenschaften und anderen Forschungsfeldern zurück.

Die mRNA-Impfung, welche seit Dezember 2020 zum Schutz vor Covid-19 eingesetzt wird, ist nur eine der nützlichen Innovationen aus der Biotechnologie und zeigt ihre Verwobenheit mit der Gentechnik, die in der modernen Medizinforschung eine Schlüsselrolle einnimmt.

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Biotech: Das Wachstum der Zukunftsbranche in Deutschland

Alleine in Deutschland stieg der Umsatz mit Biopharmazeutika im Jahr 2022 auf 17,8 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Marktanteil des Sektors an der Pharmabranche wuchs von 31,4 Prozent auf rund 33 Prozent. Außerdem waren 59 Prozent aller Neuzulassungen Medikamente aus der Biotechnologie – im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 46 Prozent. Zehn Jahre früher ließen sich sogar nur 18 Prozent der neu zugelassenen Arzneimittel den Biopharmazeutika zuordnen.

Die biopharmazeutische Pipeline konnte seit 2005 eine Verdopplung realisieren. Gab es damals noch 256 klinische Entwicklungskandidaten, ist diese Zahl im Jahr 2022 auf 672 angestiegen. Ein Hinweis auf sehr hohe und kontinuierliche Investitionen in der Biotechnologie.

Weiterhin sollte erwähnt werden, dass die Zahl der Mitarbeiter im Sektor um 8,7 Prozent wuchs und damit auf rund 50.000 Angestellte. All dies geht aus einem Report des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) und der Strategieberatung Boston Consulting Group hervor.

Mit Aktien in Biotech investieren

Weil die Biotechnologie als Innovationsschöpfer wohl auch in den kommenden Jahrzehnten weiter wachsen wird, könnte sich ein Einstieg für Anleger in den Sektor lohnen. Eines der nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen der Branche ist Johnson & Johnson. Viele Menschen in Deutschland ließen sich dessen Impfstoff während der Corona-Krise verabreichen. Den überwiegenden Teil seiner Umsätze erzielt der US-amerikanische Konzern jedoch nicht durch Medikamente, sondern mit Drogerie- und Hygiene­artikeln.

Ein weiterer Big Player der Zukunftsbranche ist der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk. Das Unternehmen ist besonders wegen seiner Produkte zur Behandlung von Diabetes bekannt geworden. Auch Roche Holdings aus Basel thront in der Biotech-Branche: Der Schweizer Konzern entwickelt und vertreibt Medikamente gegen eine Vielzahl von Krankheiten, darunter etwa Krebs, AIDS, Hepatitis und Multiple Sklerose. Hierzulande kennt man vor allem Bayer, Biogen und Biontech als Vertreter der Biotechnologie.

Ein Investment in den Biotech-Sektor klappt am besten mit ETFs

Wir raten davon ab, einzelne Aktien aus dem Biotech-Sektor ins Portfolio zu holen. Ansonsten macht man seine Geldanlage zu stark von dem Erfolg bestimmter Unternehmen abhängig. Außerdem sehen sich Pharmakonzerne nicht selten Skandalen und Gerichtsverfahren ausgesetzt, etwa wegen unerwarteten Folgeschäden bei Medikamenten.

Der US-Konzern Wyeth musste nach Nebenwirkungen durch Schlankheits­mittel zum Beispiel 22 Milliarden Dollar an seine Kläger zahlen. Obwohl er die Kosten tragen konnte, rauschte sein Aktienkurs durch das Eklat nach unten.

Besser ist es, mit einem ETF (Exchange Traded Fund) in eine Vielzahl von Aktien aus dem Biotech-Sektor zu investieren. Dadurch lässt sich das Risiko im Portfolio einfach über mehrere Wertpapiere streuen. Selbst ein großer Skandal bei einem Big Player lässt sich dann verkraften.

Die marktführenden Biotech-ETFs bilden die Kursentwicklung des Nasdaq Biotechnology Index ab. Dieser Börsenindex beinhaltet 213 führende Biotech- und Pharma-Unternehmen aus den USA. Die größte Gewichtung nehmen darin die Konzerne Vertex (8,55 %), Amgen (8,16 %), Gilead (8,05 %), Regeneron (7,29 %) und Moderna (4,44 %) ein. Allerdings gibt es noch weitere Indizes mit Biotech-Fokus, einige davon sogar mit globaler Reichweite. Im Folgenden findest du eine Auflistung der fünf größten Biotech-ETFs in Deutschland:

NameWKNKosten (TER)AusschüttungVolumen
Invesco NASDAQ BiotechA12CCJ0,40 %Nein527 Mio. €
iShares Nasdaq US BiotechnologyA2DWAW0,35 %Nein408 Mio. €
L&G Pharma BreakthroughA2H9XR0,49 %Nein44 Mio. €
Global X Genomics & BiotechnologyA2QRCP0,50 %Nein6 Mio. €
VanEck Bionic Engineering UCITS ETFA3DT2R0,55 %Nein5 Mio. €

Ähnlich wie der Sektor für erneuerbare Energien oder künstliche Intelligenz, ist auch die Biotechnologie eine junge Branche mit großem Gewinnpotenzial. Dennoch sollten Anleger nicht alles auf eine Karte setzen. Die oben genannten Biotech-ETFs sind wegen des Branchen – und Länderrisikos (USA) nicht als Basisanlage geeignet, sondern höchstens zur Beimischung im Portfolio. Den Grundstein der Geldanlage sollte besser ein breitgestreuter Weltaktien-ETF legen. Damit können Anleger mit einem Schlag in über eintausend Aktien aus mehreren Sektoren und Regionen investieren.

Um mit ETFs investieren zu können, benötigst du zuerst ein Wertpapierdepot. Ein Depot kannst du bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnen – in den meisten Fällen ist das vollkommen gebührenfrei. Eine Auflistung kostenloser Depots findest du auf unserer Vergleichsseite.

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