Beate Sander: Wie eine unscheinbare Großmutter ein Millionendepot aufbaute

Beate Sander: Wie eine unscheinbare Großmutter ein Millionendepot aufbaute
© Mission Money (YouTube)

Die “Börsen-Oma” Beate Sander verdiente ein gewöhnliches Lehrergehalt. Mithilfe von Aktien schaffte sie es jedoch, ein millionenschweres Vermögen daraus zu machen.

Es ist nie zu spät, mit der Geldanlage anzufangen. Das beweist Beate Sander, eine berühmte Privatanlegerin, die vielen nur als “Börsen-Oma” bekannt war. Im Alter von 59 Jahren begann die Ulmerin damit, 30.000 Euro in Aktien zu investieren. Nur 15 Jahre später hatte sie dieses bescheidene Vermögen schon auf eine Million Euro gesteigert. Mit ihrem Tod im September 2020 hinterließ Beate Sander fast drei Millionen Euro in Vermögenswerten.

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Beate Sander: Die Geschichte der Börsen-Oma

Beate Sander ist für viele Menschen in Deutschland so etwas wie eine Börsenlegende. Immer wieder tauchte die freundlich-resolute Dame in Talkshows auf, schrieb Kolumnen oder veröffentlichte Ratgeber – darunter auch das Bestseller-Buch “Der Aktien- und Börsenführerschein”. Dabei hatte Sander die längste Zeit ihres Lebens nicht viel mit Wertpapieren am Hut.

Im Jahr 1937 in Rostock geboren, erlebte Sander die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs aus nächster Nähe. Aufgrund der zahlreichen Luftangriffe durch die Alliierten verbrachte sie als Kind viele Stunden im Schutzbunker ihres Vaters. Einige Jahre nach Kriegsende, floh ihre Familie aus der DDR in die Bundesrepublik. Von ihrem 21. bis zu ihrem 66. Lebensjahr unterrichtete sie dann als Realschullehrerin an einer Schule in Neu-Ulm – ihre Fächer: Wirtschafts- und Sozialwesen.

Über Aktien wusste Sander nichts weiter als trockene Theorie. Ihr Ehemann war stets skeptisch gegenüber der Börse. Zudem hatte die Ulmerin nicht besonders viel Geld. So lag die Priorität vorerst darin, das eigene Reihenhaus abzubezahlen und zwei Kinder großzuziehen.

Als Ende der 90er-Jahre jedoch der Neue Markt in den Fokus der deutschen Bevölkerung rutschte, entschied sich Sander dazu, nicht länger zu warten. Ihre erste Aktie: Ein Wertpapier der Telekom. Da die Ulmerin schon recht früh in den Neuen Markt einstieg, erlitt sie keinerlei Kapitalverluste, als die Spekulationswende nach der Jahrtausendwende platzte. Mit der Zeit entdeckte Sander ihre Leidenschaft für die Börse und befasste sich intensiv mit dem Aktienhandel.

Die einzigartige Anlagestrategie der Börsen-Oma

Dabei entwickelte Sander eine ganz eigene Anlagephilosophie, die sie schlussendlich zur Millionärin machte. Im Fokus ihrer Börsenstrategie stand der Kauf von Dividenden-Werten und Unternehmen aus Zukunftsbranchen. So interessierte sich die Börsen-Oma ein Leben lang für Technologieaktien. Außerdem handelte sie antizyklisch. Wenn die anderen Börsenteilnehmer ängstlich wurden, weil die Kurse einbrachen, freute sich die Realschullehrerin über Schnäppchenkäufe.

Darüber hinaus verfügte Sander über ein gesundes Risikobewusstsein. Sie investierte in mehrere Aktien aus unterschiedlichen Ländern sowie Branchen und erzielte dadurch eine breite Diversifikation. Eines ihrer berühmtesten Börsenzitate lautet deshalb auch: “Breit gestreut, nie bereut”.

Nebenwerte, also Aktien kleiner und mittelgroßer Unternehmen, waren das Steckenpferd der Börsen-Oma. Diese Wertpapiere weisen oft ein größeres Wachstumspotenzial auf als Standardwerte. In einem Interview mit Focus im Jahr 2019 erklärte Sander sie sei ein “großer Fan des innovativen deutschen Mittelstands”.

Sander verfolgte keine klassische Buy-and-Hold-Strategie. Zwar behielt sie ihre Aktien stets möglichst lange im Depot, erzielten diese jedoch einen Kursgewinn im drei- bis vierstelligen Bereich, verkaufte sie einige Teile davon, um neue Chancen an der Börse zu erschließen. Sich selbst verglich die Börsen-Oma mit einer Gärtnerin, die zur richtigen Zeit sät, pflanzt und erntet. Einen ausführlichen Einblick in diese Strategie liefert Beate Sander zusammen mit Sohn Uwe Sander in ihrem letzten Buch*.

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