Bankansturm: Das passiert, wenn alle Kunden gleichzeitig Geld abheben

Bankansturm: Das passiert, wenn alle Kunden gleichzeitig Geld abheben
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Immer wieder kommt es in der Geschichte zu einem Bankansturm. Doch welche Folgen zieht ein solches Szenario nach sich?

Eine große Schar von Menschen stürmt zum Banktresen und fordert lautstark die Auszahlung ihres Geldes. Der Bankangestellte ist sichtbar überfordert, da purzelt schon wieder eine neue Kundenhorde durch die Türen des Bankgebäudes. So oder so ähnlich stellen Hollywoodfilmen einen Bank Run, zu Deutsch: Bankansturm, dar. Doch was genau ist ein Bank Run überhaupt und welche Schäden kann er anrichten?

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Was ist ein Bankansturm?

Wenn viele Menschen gleichzeitig ihr Geld abzuheben, weil sie glauben, die Bank könnte bald zahlungsunfähig werden, dann spricht man von einem Bankansturm. Es gibt mehrere Auslöser, die einen Bankansturm erwirken können. So stecken hinter dem Phänomen häufig Gerüchte über die Bank, echte finanzielle Probleme derselben oder ein allgemeiner Vertrauensverlust in den Bankensektor.

Zuletzt konnten wir einen Bank Run bei der amerikanischen Silicon Valley Bank beobachten, die am 10. März 2023 pleite ging. Als die Liquiditätsprobleme des Kreditinstituts immer offensichtlicher wurden, zogen massenweise Kunden ihre Einlagen ab. Als dann auch noch die Aufnahme von neuem Kapital scheiterte, ging das Vertrauen in die Silicon Valley Bank vollkommen verloren und es kam zu einem Bank Run.

Welche Schäden erzeugt ein Bank Run?

In der Regel behält eine Bank nur einen kleinen Teil der ihnen anvertrauten Kundengelder. Mit dem Großteil vergibt sie Kredite oder tätigt Investitionen, um Gewinne daraus zu erwirtschaften. Die Kunden erhalten im Gegenzug einen Zins. Nun ist dieses Geschäftsmodell aber nicht gegen einen Bankansturm gewappnet. Denn wenn viele Kunden gleichzeitig Geld abheben möchten, bekommt die Bank Liquiditätsprobleme.

Um den Auszahlungsforderungen der Kunden nachzukommen, muss die Bank Vermögenswerte auflösen und vorzeitig Geld eintreiben. Das wiederum kann zu schweren Verlusten führen, die einen noch stärkeren Bankansturm nach sich ziehen. Eine Kettenreaktion entsteht. Nicht selten muss die Bank daraufhin Insolvenz anmelden, weil ihre Liquidität endgültig nicht mehr ausreicht, um den Wünschen der Kunden nachzukommen. Handelt es sich um eine systemrelevante Bank, die davon betroffen ist, kann der gesamte Finanzsektor ins Wanken geraten.

Staaten und Zentralbanken vertrauen auf mehrere Maßnahmen, um einen Bank Run einzuschränken oder zu verhindern. So vergeben sie z.B. stützende Kredite an die betroffene Bank, wie zuletzt bei der Credit Suisse, oder schließen diese temporär. Auch versprechen sie Kunden eine Einlagensicherung, damit diese nicht in Panik geraten, sollten sich ihre Einlagen in Gefahr befinden.

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