Aldi Nord und Aldi Süd: Warum sind die Supermärkte eigentlich getrennt?

Aldi Nord und Aldi Süd: Warum sind die Supermärkte eigentlich getrennt?
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Aldi Nord und Aldi Süd teilen sich ihre Geschichte, nicht aber das Logo. So kam es zur Trennung der beiden Unternehmen aus Deutschland, die zusammen ein Discounter-Imperium bilden.

Mehr als jeder zweite Deutsche geht regelmäßig bei Aldi einkaufen. Je nachdem, ob im Süden oder Norden der Republik, dürfte aber ein anderer Discounter gemeint sein. Schließlich ist die Supermarktkette schon seit Jahrzehnten in zwei eigenständige Unternehmen geteilt. Aber wie kam es überhaupt zur Trennung von Aldi Nord und Aldi Süd und wo verläuft die Grenze?

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Aldi Nord und Aldi Süd: Darum gibt es die Trennung

Seine historischen Wurzeln hat Aldi in der deutschen Stadt Essen. Als die beiden Brüder Theo Albrecht und Karl Albrecht 1945 das kleine Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern übernehmen, bauen sie es schnell zu einer Handelskette aus, die zehn Jahre später schon 100 Läden umfasst. Ihr Erfolgsrezept: Ein überschaubares Sortiment, schlicht gehaltene Filialen und vor allem niedrige Preise.

Die niedrigen Preise spiegeln sich auch in dem Markennamen wieder. “Aldi” setzt sich nämlich aus dem Familiennamen “Albrecht” und dem englischen Wort “Discount” zusammen, was übersetzt so viel wie Rabatt bedeutet. Trotz des großen Erfolgs, entscheiden sich die Aldi-Brüder ab 1961 getrennte Wege zu gehen. Fortan führt Theo Albrecht den Norden und Karl Albrecht den Süden. Über den Grund schweigen die Gründer ihr ganzes Leben, doch gibt es verschiedene Theorien.

Ein berühmtes Gerücht besagt, dass ein Streit um die Aufnahme von Tabakprodukten wie Zigaretten zur Trennung führte. Während Theo sich von dem Verkauf der Tabakprodukte eine größere Gewinnmarge versprach, soll Karl mit dem Geschäftsmodell nicht einverstanden gewesen sein. Ein anderes Mal heißt es, die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Brüder waren schuld. Die Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd führen selbst nur “betriebswirtschaftliche Gründe” an. Damit bleibt das Rätsel bis heute ungelöst.

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Der Aldi-Äquator: Hier verläuft die Grenze

Die Grenze zwischen Aldi Nord und Aldi Süd wird scherzhaft “Aldi-Äquator” genannt und verläuft quer durch Deutschland. Im Westen auf Höhe der beiden Firmensitze Essen (Aldi Nord) und Mülheim an der Ruhr (Aldi Süd) und im Osten an der Grenze zwischen Thüringen und Bayern. Mit etwa 148.900 Mitarbeitern und 6.240 Filialen weltweit ist Aldi Süd deutlich größer als der Bruder-Discounter, der auf “nur” 60.000 Mitarbeiter und 4.700 Filialen kommt.

Die Aufteilung der Aldi-Discounter in Europa / © Wikimedia Commons

Auch international teilt sich das Aldi-Imperium in unterschiedliche Hoheitsgebiete. Aldi Nord ist unter anderem in Polen, Dänemark, den Niederlanden, Frankreich und Spanien aktiv. Aldi Süd in Österreich, Italien, Großbritannien, den USA und Australien. Im Juni 2019 wurde außerdem die erste Aldi Süd-Filiale in China eröffnet, wo vor allem ausgesuchte, höherwertigere Produkte angeboten werden sollen.

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