Wann spricht man von einem Börsencrash?

Wann spricht man von einem Börsencrash?
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Der Börsencrash ist das Horrorszenario vieler Anleger. Doch wie tief muss ein Kurs fallen, bis man das Wort “Crash” in den Mund nehmen kann?

Für die meisten Anleger ist es ein wahrer Albtraum: Der Börsencrash. Innerhalb kürzester Zeit verschwinden Gewinne, die man sich über viele Jahre erkämpft hat. Das Vermögen schmilzt nur so dahin und alles was man tun kann, ist dem zerbröselnden Markt zuzusehen. Ist der Crash einmal da, macht sich Panik breit – sowohl bei Privatanlegern als auch Institutionen. Emotionale Entscheidungen sind die Folge.

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Was ist ein Börsencrash?

Von einem Börsencrash spricht man, wenn die Kurse eines Marktes schnell und plötzlich fallen. Ein Crash kann durch riesige Katastrophen, dem Platzen einer Spekulationsblase oder einer Wirtschaftskrise hervorgerufen werden. Die darauffolgende Verkäufe großer Aktienanteile begünstigen die Abwärtsentwicklung an der Börse und lösen eine Art Kettenreaktion aus.

Der wohl bekannteste Crash fand im Jahr 1929 in den USA statt. Am sogenannten “schwarzen Donnerstag” verringerte sich der Marktwert börsennotierter amerikanischer Unternehmen um rund 11 Milliarden Dollar. Grund dafür war eine Spekulationsblase, die nach Jahren der Aktien-Euphorie platzen musste. In den nachfolgenden drei Jahren stürzte der Crash die USA und als Konsequenz auch den Rest der Welt in eine nie dagewesene Weltwirtschaftskrise. Der Dow Jones-Index sank um insgesamt 85%.

Ein Börsencrash, der sich auch auf unsere Lebensrealität auswirkte, war die Finanzkrise 2008. Hervorgerufen wurde diese durch das Platzen der Immobilienblase in den USA und die spätere Krise der Bankenbranche. In jüngster Vergangenheit sorgte der Corona-Virus für Panik an den Märkten. Im Februar und März des Jahres 2020 erlebten wir den Corona-Crash, welcher den Dax um mehr als 12% nach unten katapultierte.

Wann gilt ein Kursrückgang als Crash?

Eine einheitliche Kennzahl, die einen Börsencrash definiert, gibt es nicht. Spricht man jedoch vom Crash, meint man für gewöhnlich einen mindestens zweistelligen Kursrückgang (in Prozent), der mehrere Tage anhält. Charakteristisch ist außerdem, dass nicht nur Anleger, sondern gleich die gesamte Wirtschaft von dem Wertverlust an der Börse betroffen ist. Manche Finanzexperten sehen die Definition noch enger und bezeichnen nur solche Szenarien als Börsenkrach, bei denen die Märkte um mindestens 20 Prozent einbrechen.

Hält ein Crash über einen längeren Zeitraum an, spricht man von einem Bärenmarkt. Normalerweise fallen die Kurse in einem solchen Marktumfeld um mindestens 20% vom Höchststand. Die Atmosphäre an den Finanzmärkten wird als pessimistisch beschrieben und von Unsicherheit begleitet. Das Gegenteil eines Bärenmarkts ist der Bullenmarkt, in welchem Anleger voller Optimismus die Börsenkurse befeuern. Aktuell befinden wir uns in einem Bullenmarkt, auch wenn der Ukrainekrieg zuletzt für Kursrückgänge sorgte.

Der Vorgänger des Bärenmarktes ist die Korrektur. Bei einer Korrektur passen sich die Aktien ihrem “inneren Wert” an, nachdem die Kurse zuvor durch Spekulation in die Höhe getrieben wurde. Eine Korrektur führt zu einem Kursrückgang von 10% und findet über einen Zeitraum von einigen Tagen, Wochen oder Monaten statt. Eine solche Entwicklung der Kursentwicklung muss aber nicht zwingend einen Bärenmarkt beschwören. Tatsächlich sind Korrekturen sogar ziemlich normal an der Börse – Berechnungen des Nachrichtensenders CNBC zufolge fallen die Aktienkurse etwa einmal im Jahr um 10%.

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