Verrückt: Mann in Japan wird wortwörtlich fürs Nichtstun bezahlt

Verrückt: Mann in Japan wird wortwörtlich fürs Nichtstun bezahlt
© Shoji Morimoto (Twitter)

Das Nichtstun geht normalerweise ohne Bezahlung einher. Ein Mann aus Japan hat dennoch einen Weg gefunden, die Untätigkeit zu seinem Beruf zu machen.

Fürs Nichtstun bezahlt werden, ist der Traum vieler Menschen. Der Japaner Shoji Morimoto hat sich diesen Traum erfüllen können. Seit rund vier Jahren bietet der 38-Jährige den Bewohnern Tokios seine Dienstleistungen an. Für ein gewisses Entgelt kann man den Taugenichts mieten und gemeinsam mit ihm, naja – nichts tun.

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Das Geschäft mit dem Nichtstun

Gegenüber CBS News erklärt Morimoto, dass ihm seine Familie, seine Klassenkameraden und seine Arbeitskollegen immer schon sagten, er sein ein “Nichtstuer”. Er sei die Art von Person, die sich immer zurückhält und andere die Initiative ergreifen lässt. Nach dem Studium wagte er sich an eine Reihe von Jobs, doch keiner sagte ihm wirklich zu. So entschied er sich im Jahr 2018, sich selbstständig zu machen und nur seiner Leidenschaft nachzugehen.

Morimotos Geschäft läuft über seinen Twitter-Account, über den die Menschen ihn buchen können. “Ich verleihe mich selbst fürs Nichtstun, was bedeutet, dass ich keine Art der Anstrengung unternehme.” erklärt er sein Geschäftsmodell. “Ich starte kein Gespräch. Ich antworte auf Small Talk, aber mehr nicht.” Mittlerweile hat der entspannte Japaner bis zu drei Geschäftstermine pro Tag.

Hin und wieder kommt es vor, dass Morimoto eine Anfrage ablehnen muss, weil sie zu anstrengend ist. So wollten ihn einige Kunden dazu mieten Wohnungen zu putzen, ein Freund zu sein, die Wäsche zu waschen, Gespräche zu führen, ein verfluchtes Haus zu besuchen oder nackt zu posieren. All das ist dem 38-Jährigen zu aufwendig. Doch wenn der selbsternannte Faulpelz sowieso nichts besonderes tut, warum sollte man ihn dann buchen?

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Im Interview mit CBS erklärt er: “Die Leute benutzen mich auf unterschiedlichste Weise. Manche Leute sind einsam, andere meinen, es sei eine Schande, alleine an einen (interessanten) Ort zu gehen. Sie wollen ihre Eindrücke mit jemandem teilen.” Jeden Tag trifft Morimoto auf verschiedenste Menschen und Situationen. Erst vor kurzem traf er sich mit einer ungefähr 30-Jährigen Frau, einer Stammkundin, um gemeinsam Kaffee zu trinken – in kompletter Stille.

Die Frau sagte, sie schätze an Mr. Rental, dass er ihr einen “Safe Space” ohne Verurteilung, ohne Bedingungen und ohne Gespräche biete. “Japanische Frauen haben Angst davor, was andere über sie denken. Es ist anstrengend. Von diesem Zwang also befreit zu sein, ist wertvoll.” Andere Kunden besuchten mit Morimoto nicht nur ein Café, sondern nahmen ihn mit auf einsame Geburtstage, zum persönlichen Outing, oder zur Scheidung.

Japan hat ein großes Problem mit Einsamkeit, weshalb das Land sogar ein “Ministerium für Einsamkeit” im letzten Jahr einführte. Morimoto erklärt: “Ich bin frei von den lästigen Dingen, die mit Beziehungen einhergehen, aber ich kann die Einsamkeit der Menschen lindern.” Auf Twitter folgen dem “Do Nothing Man” mittlerweile mehr als 230.000 Leute.

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