Tencent: Der chinesische Internetriese, dem selbst Alibaba nicht gewachsen ist

Tencent: Der chinesische Internetriese, dem selbst Alibaba nicht gewachsen ist
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Von Tencent hört und liest man immer wieder. Dabei ist der chinesische Konzern im Westen vor allem für seine zahlreichen Beteiligungen bekannt.

Im Herzen der Metropole Shenzhen im Süden Chinas weilt Tencent, eines der größten Internetunternehmen der Welt. Obwohl der Konzern längst auch international tätig ist, können ihn viele Menschen nur schwer einordnen. Kein Wunder, schließlich ist Tencent beinahe überall präsent: In der Gaming-Branche, der digitalen Kommunikation, den sozialen Medien und sogar im Onlinehandel. Und die Diversifikation beschränkt sich nicht nur auf den asiatischen Raum.

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Tencent: Die Gründung eines Mega-Konzerns

Tencent wurde im November 1998 von Ma Huateng, genannt Pony Ma, und Zhang Zhidong (Tony Zhang) gegründet. Finanzielle Unterstützung erhielten sie dabei unter anderem von US-amerikanischen Risikokapitalgebern. Das erste Produkt war der 1999 ins Leben gerufene Instant Messenger OICQ, welcher später aufgrund der Namensähnlichkeit zu ICQ, dem westlichen Vorbild, in Tencent QQ umbenannt wurde.

Früh konnte der Messenger in China große Erfolge verbuchen. Schon kurze Zeit nach der Gründung avancierte Tencent zum ersten profitablen Internetunternehmen des Landes. Fünf Millionen Menschen hatten QQ im ersten Jahr heruntergeladen. Um den Ausbau der Serverinfrastruktur zu gewährleisten, sammelten die Gründer weiteres Kapital. Seit Juni 2004 ist die Firma an der Börse von Hongkong notiert, seit Mai 2007 im MSCI Emerging Markets Index, der das Wirtschaftswachstum wichtiger Schwellenländer widerspiegelt.

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Tochterfirmen und weitere Beteiligungen

Der Fokus von Tencent liegt im Internetbereich. Mit den beiden Messengerdiensten QQ und WeChat beitreibt der Konzern die chinesischen Alternativen zu WhatsApp und Facebook, welche im Reich der Mitte bekanntlich verboten sind. Über 1,2 Milliarden Menschen nutzen WeChat pro Monat. Die App dient aber nicht nur dem Messaging, auch digitales Bezahlen ist über das integrierte Tenpay inzwischen möglich.

Seit 2008 ist Tencent auch international tätig. Um sich unabhängiger vom chinesischen Markt zu machen, kauft der Internetriese fast regelmäßig große Aktienpakete ausländischer Firmen oder übernimmt diese gleich vollständig. Neben kleineren Beteiligungen an Tesla, Snapchat und Spotify verwaltet Tencent mehrere Tochtergesellschaften, die überwiegend in der Videospielbranche angesiedelt sind. Dazu gehören renommierte Entwicklerstudios wie Riot Games, Supercell und Funcom. Mit 48,4 Prozent ist der Konzern außerdem am “Fortnite”-Entwickler Epic Games beteiligt.

Tencent: Der chinesische Internetriese, dem selbst Alibaba nicht gewachsen ist
Für circa 323 Millionen Euro erwarb der Konzern 2012 Anteile des “Fortnite”-Entwicklers | © Epic Games

Tencent: Geschäftszahlen im Überblick – Umsatz, Gewinn und Mitarbeiter

Nachdem die Tencent-Aktie im Februar 2021 mit fast 82 Euro ihren Höchststand erreichte, liegt der Kurs bei mittlerweile nur noch 38 Euro (Stand: Juli 2022). Die Marktkapitalisierung beträgt rund 364 Milliarden Euro. Damit rangiert Tencent auf Platz 15 der wertvollsten Unternehmen der Welt, vor Größen wie Alibaba, Nestlé und Walmart.

Seit der Gründung vor über zwei Jahrzehnten konnte das Unternehmen seinen Umsatz kontinuierlich steigern. 2020 betrug dieser 70,02 Milliarden Euro (482,06 Milliarden Yuan), im darauffolgenden Jahr stieg er um 16 Prozent auf 81,36 Milliarden Euro (560,12 Milliarden Yuan) an. Nicht weniger beeindruckend sind die Gewinnzahlen, die 2021 bei 33,09 Milliarden Euro (227,80 Milliarden Yuan) lagen. Für Tencent arbeiten derzeit über 112.000 Angestellte in Shenzhen, Amsterdam, Bangkok, Tokio und weiteren Regionen.

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