Steuern sparen: Was ist eigentlich eine Offshore-Firma?

Steuern sparen: Was ist eigentlich eine Offshore-Firma?
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Die Offshore-Firma genießt keinen guten Ruf. Häufig wird der Begriff mit Steuerskandalen und kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht. Was steckt dahinter?

Spätestens seit den Panama Papers dürfte “Offshore-Firma” vielen Menschen ein Begriff sein. Die 2016 an die Öffentlichkeit gelangten Dokumente belegen Strategien zur Steuervermeidung sowie Steuerstraftaten und Geldwäschedelikte, die in zahlreichen Ländern zu Ermittlungen gegen Politiker und andere Prominente geführt haben. Gebrauch machten sie dabei von einem komplexen Offshore-Konstrukt in Panama, das über 200.000 Briefkastenfirmen umfasste.

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Was ist eine Offshore-Firma?

Die Bedeutung des Wortes gibt bereits einen Hinweis darauf, worum es sich bei der Offshore-Firma handelt. “Offshore” kommt aus dem Englischen und lässt sich in “vor der Küste” übersetzen. Diese Bezeichnung kann man darauf zurückführen, dass viele Steuerparadiese auf Inseln angesiedelt sind. Allgemein sind mit Offshore-Firmen aber jene Gesellschaften gemeint, die ihren Sitz im Ausland haben.

Synonym werden sie auch Briefkastenfirmen oder Domizilgesellschaften genannt. Sie haben zwar dieselbe Rechtsform wie andere Unternehmen, aber kein eigenes Personal und in den meisten Fällen auch keine eigenen Büroräume. Die Verwaltung findet an einem ganz anderen Ort, also dem Land, in dem die Geschäfte tatsächlich ausgeführt werden, statt.

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Warum werden Offshore-Firmen gegründet?

Für die Installierung einer Offshore-Firma kann es mehrere Gründe geben. Nicht selten verfolgt der Gründer das Ziel, den wirklichen Standort des Unternehmens zu verbergen. Sie erfüllt außerdem den Zweck, bestimmte Geldflüsse zu verschleiern und Haftungsansprüche zu umgehen. Daher wird die Briefkastenfirma oft für Steuerhinterziehung oder Geldwäsche missbraucht. Große Konzerne nutzen sie allerdings auch, um völlig legal weniger Steuern zahlen zu müssen.

Offshore-Gesellschaften werden gerne in Ländern mit niedrigen Steuersätzen gegründet. Zu den sogenannten “Steueroasen” gehören derzeit unter anderem die Britischen Jungferninseln, die Bahamas, die Kaimaninseln, Liechtenstein, die Schweiz, Luxemburg, Panama und die Niederlande. Legal ist eine Gründung in jedem Fall. Nur die Geschäfte, die das Unternehmen tätigt, dürfen natürlich nicht verboten sein.

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