Schulden sind nicht schlecht: Wann es sinnvoll ist, Schulden aufzunehmen

Schulden sind nicht schlecht: Wann es sinnvoll ist, Schulden aufzunehmen
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Entgegen der allgemeinen Auffassung, sind Schulden alles andere als schlecht. Kredite sind immer nur so schädlich, wie der Zweck, zu dem sie aufgenommen wurden.

Wenn wir das Wort “Schulden” hören, läuft uns für gewöhnlich ein kalter Schauer über den Rücken. Viele Menschen fühlen sich ihrer Freiheit beraubt, wenn sie regelmäßig Geld abdrücken und dazu noch Zinsen zahlen müssen. Derartige Verpflichtungen, so der Mehrheitsglaube, lassen unser Vermögen dahinschmelzen. Die ganze Wahrheit ist das aber nicht. In Wirklichkeit kann man Kredite in zwei Kategorien unterteilen: Gute und schlechte Schulden.

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Was sind gute Schulden?

Schulden können euer Vermögen nicht nur vermindern – ganz im Gegenteil. Spricht man von “guten Schulden”, meint man damit all jene, die Menschen aufnehmen, um den Vermögensaufbau anzukurbeln. Sie werden genutzt, um Investments zu tätigen, welche man nicht aus eigener Tasche bezahlen kann. Im besten Fall erwirbt man Vermögenswerte, die einen Gewinn durch Wiederverkauf oder Cashflow erzielen. Das können Aktien, Fonds, Immobilien aber auch Kunstgegenstände oder Antiquitäten sein.

Ob das Eigenheim als Vermögenswert zählt, ist umstritten. Jedoch lässt sich auch mit selbstgenutzten Immobilien ein positiver Cashflow erzielen, wenn man eine Wohnung oder ein Bereich des Gebäudes vermietet. Vermieter besitzen, im Gegensatz zum Selbstnutzer, jede Menge steuerliche Vorteile. Finanzierungskosten und Instandhaltungskosten können diese zum Beispiel von der Steuer absetzen. Zudem müssen Kosten für Strom, Wasser und Heizung nicht selber getragen werden.

Auch gute Schulden sollten natürlich nur mit Bedacht aufgenommen werden. Wer sich nicht mit Immobilien auskennt, hat kaum eine Chance, seine Schulden, nur durch die Erträge des Investments, zu tilgen. Dasselbe gilt für die Börse und alle anderen Märkte.

Gute Schulden sind aber nicht nur auf Vermögenswerte beschränkt. Die Aufnahme eines Kredits kann sich auch dann lohnen, wenn man “in sich selbst” investiert. Wer zum Beispiel einen Studienkredit aufnimmt, tut dies, um in Zukunft von einer gutbezahlten Arbeitsstelle zu profitieren. Man opfert also im Moment einen Teil seines Vermögens, damit man später mehr zur Verfügung hat.

Unbedingt vermeiden: Schlechte Schulden

Als schlechte Schulden versteht man für gewöhnlich Konsumschulden. Auto, Smartphone, Markenklamotten, Streaming-Abonnements – all das baut kein Vermögen auf, schlägt dafür aber auf die Geldbörse. Eine Eigenschaft von schlechten Schulden ist, dass der kreditfinanzierte Gegenstand rapide an Wert verliert. Ein typisches Beispiel ist das Auto, welches schon direkt nach dem Kauf ein Drittel seines Wertes einbüßt.

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Die Zinsen muss alleine der Schuldner tragen. Einen Mieter, an den man die Kosten weitergeben kann, gibt es nicht. Ein weiterer Nachteil: Bei Dispo- oder Ratenkrediten sind die Zinsen in der Regel höher, als bei z.B. einem Immobilienkredit. Schlechte Schulden sind also doppelt gefährlich. Auf der einen Seite kämpft man mit dem Wertverlust des gekauften Objekts, auf der anderen Seite zahlt man höhere Zinsen als bei guten Schulden.

Das bereitwillige Aufnehmen von schlechten Schulden sollte niemals zur Gewohnheit werden. Versucht unnötige Zahlungspflichten so gut wie möglich zu vermeiden. Wenn ihr euch etwas nicht leisten könnt, dann denkt darüber nach, ob das borgen eines Kredits tatsächlich notwendig ist, oder ob ihr nicht einfach auf das gewünschte Objekt verzichten könnt. Entscheidend ist eure Einstellung zum Konsum. Ist das Mindset erstmal auf Sparsamkeit eingestellt, wird es euch leicht fallen, weniger Geld in Verbindlichkeiten und mehr in Vermögenswerte zu stecken.

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