Scheinbare Qualität: Warum teures Essen besser schmeckt, als günstiges

Scheinbare Qualität: Warum teures Essen besser schmeckt, als günstiges
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Dass “teuer nicht gleich besser” ist, weiß jedes kleine Kind. Unsere Psyche führt uns beim Vergleich von Qualität dennoch immer wieder hinters Licht.

Teure Dinge werden von Menschen meist qualitativer bewertet, als günstige. Doch sind sie das wirklich? Im Supermarkt besteht oft kein realer Unterschied zwischen den Inhaltsstoffen von Marken- und No-Name-Produkten, da beide schlussendlich vom selben Hersteller stammen. Dennoch betrachten wir das teurere Produkt aus einem anderen Blickwinkel als das günstige. Das gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Dienstleistungen und Gegenstände aller Art.

Experiment zeigt: Qualität wird vom Preis bestimmt

Unser Unterbewusstsein suggeriert uns, dass das teurere Produkt aus einem guten Grund teurer ist. Wir glauben, es erfülle gewisse Qualitätsstandards, die dem anderen Objekt fehlen. Ein Luxus-Restaurant muss nur höhere Preise verlangen, um den Imbiss nebenan in den Schatten zu stellen. Rational ist das nicht, doch oft funktioniert die menschliche Psyche nach genau diesem Muster.

Dass wir Produkte und Dienstleistungen tatsächlich an ihrem Preis messen, zeigte der Psychologe Dan Ariely in einem Experiment. An 100 Probanden verteilte Ariely ein angeblich neues Schmerzmittel. Den ersten 50 wurde gesagt, die Schmerztablette koste 2,50 Euro pro Stück. Dann erhielten sie Stromschläge – vorerst einfach so, in der zweiten Runde nach Einnahme der Tablette.

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Wie Capital.de berichtet, wiederholte Ariely den Versuch mit den restlichen 50 Probanden. Die neuen Probanden erhielten dieselbe Tablette, allerdings mit dem Hinweis, dass diese 10 Cent kosten würde. Am Ende fragte man alle Teilnehmer, wie gut die Tablette den Schmerz durch die Stromschläge lindern konnte. Das Ergebnis: Die teure Tablette mit derselben Wirkung wurde doppelt so gut bewertet, wie die günstige.

Ariely zufolge könne man dieses Experiment auch auf weitere Bereiche ausweiten – das Ergebnis werde immer gleich ausfallen. In einem anderen Test stellte der Psychologe seinen Probanden zwei Energy-Drinks zur Verfügung. Auch hier wurde das teurere Getränke besser bewertet, als das identische, aber billigere Produkt. Als Begründung erklärten die Probanden, der teurere Drink habe sie wacher gemacht und erfolgreicher die Ermüdung nach dem Sport begrenzt. Beide Experimente zeigen uns, dass wir nur zu häufig die Qualität eines Produktes an dessen Preis herbeiführen.

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