Peter Lynch: Warum sich die Börsenlegende gegen ETFs ausspricht

Peter Lynch: Warum sich die Börsenlegende gegen ETFs ausspricht
© Charlie Rose 2013

Peter Lynch ist für seine Fähigkeit, die besten Aktien des Marktes zu finden, berühmt geworden. Von ETFs hält der ehemalige Fondsmanager überhaupt nichts.

Es ist nicht übertrieben, zu behaupten, Peter Lynch sei der beste Fondsmanager der Welt. 13 Jahre lang erzielte er mit dem Fidelity Magellan Fund eine durchschnittliche Jahresrendite von 29 Prozent. Bislang konnte noch kein Börsianer diesen Rekordwert übertreffen.

Banner - Cash Incentive 20 euro - Q1-2022

Im Alter von 46 Jahren entschied sich Lynch dazu, in den Ruhestand überzugehen. Heute beschäftigt sich der 78-Jährige nur noch ab und an mit der Börse, zum Beispiel, wenn er junge Aktienanalysten ausbildet. In Interviews ist der US-Amerikaner, trotz seines hohen Bekanntheitsgrades, nur selten zu sehen.

Auch interessant: Joel Greenblatt – Diese Weisheit schützt dich vor unnötigen Börsenverlusten

Peter Lynch: “Passives Investieren ist ein Fehler”

Wenn Lynch jedoch ins Licht der Öffentlichkeit tritt, so hat er auch etwas zu verkünden. In einer Ausgabe des Bloomberg-Podcasts vom 7. Dezember 2021 erklärte der ehemalige Fondsmanager, die Entwicklung zum passiven Investieren hin sei “ein Fehler”. Von einem Investment in ETFs und Indexfonds rät der leidenschaftliche Stock Picker strengstens ab.

Peter Lynch ist der Überzeugung, dass sich passive Investoren mögliche Kursgewinne entgehen lassen. Als Beispiel weißt er auf seine Kollegen bei Fidelity hin, welche den Markt “für zehn, 20, 30 Jahre um Längen geschlagen haben.” Der Börsianer glaubt, dass die Fondsmanager des Unternehmens auch weiterhin überdurchschnittliche Renditen erzielen werden. Anlegern empfiehlt er, das eigene Vermögen kompetenten Managern anzuvertrauen, die eine überzeugende historische Performance vorweisen können.

Mit seinen Aussagen zog Lynch im letzten Jahr stellenweise Kritik auf sich. “The Motley Fool” zum Beispiel wies auf die Tatsache hin, dass der 78-Jährige noch immer enge Kontakte zu seinem ehemaligen Arbeitgeber Fidelity pflege. Da es sich bei Fidelity um einen aktiv-orientieren Vermögensverwalter handle, sei Lynch deshalb “vermutlich nicht ganz neutral”.

Weiter erwähnte “The Motley Fool” eine Studie des Indexanbieters S&P Global. Diese besagt, dass in der Vergangenheit nicht einmal jeder fünfte aktive Fonds den S&P 500 über einen Zeitraum von zehn Jahren schlagen konnte.

Die Kritik macht eine Sache deutlich: Obwohl es Fondsmanager gibt, die tatsächlich in der Lage dazu sind, den Markt zu schlagen, fahren Anleger mit einem breitgestreuten ETF in den meisten Fällen besser. Investoren wie Peter Lynch sind nun mal die Ausnahme in der Finanzwelt. Derartige Aussagen der Börsenlegende sollten deshalb mit Vorsicht genossen werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Mehr aus dem Netz

Related Posts