Nein, der Bitcoin schützt nicht vor Inflation – das ist der Grund

Nein, der Bitcoin schützt nicht vor Inflation - das ist der Grund
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Der Mythos vom inflationsgeschützten Bitcoin bröckelt seit den letzten Monaten. Die spekulative Seite der Kryptowährung tritt hervor.

Der Bitcoin dümpelt nun schon seit Mitte Mai unter der Grenze von 30.000 US-Dollar herum. Zeitweise viel der Preis sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Dollar. Die Schuld für dem Wertverfall sehen Finanzexperten vor allem in der Rezessionsangst und den Zinserhöhungen der internationalen Notenbanken. Die Rückkehr zum Allzeithoch von 68.789,63 Dollar scheint in weiter Ferne.

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Bitcoin: Alles andere als inflationssicher

Einige Gruppierungen der Krypto-Landschaft behaupteten lange Zeit, der Bitcoin stelle eine Art Inflationsschutz dar. Begründet wurde diese Aussage mit dem Fakt, dass die Kryptowährung eine gewisse Knappheit aufweise. Immerhin könne sie ja nicht, im Gegensatz zu den Währungen der Notenbanken, unbegrenzt vermehrt werden. In Zeiten hoher Inflation würde der Bitcoin seinen Wert also beibehalten.

Die jüngsten Ereignisse haben diesen Mythos jedoch begraben. Statt dem Tumult an den Finanzmärkten standzuhalten, fiel der Bitcoin um 56 Prozent seit Beginn des Jahres. Wer in diesem Zeitraum Aktien, Anleihen, Immobilien oder einfach nur Bargeld besaß, fuhr deutlich besser, als die Krypto-Anleger.

Die Kryptowährung entwickelt sich keinesfalls losgelöst von den Ereignissen der Weltwirtschaft. Tatsächlich weist die Währung teilweise sogar eine Korrelation mit der Börse auf. Wie ein Vergleich der Webseite Investopedia zeigt, lässt sich jüngst ein Muster zwischen der Kursentwicklung großer amerikanischer Indizes (S&P 500, Nasdaq 100) mit der des Bitcoin erkennen. Ende 2021 bis Mitte 2022 entwickelten sich die Kurse fast schon parallel zueinander.

Nein, der Bitcoin schützt nicht vor Inflation - das ist der Grund
© Investopedia / TradingView

Investoren behandeln Kryptowährungen wie Aktien. Von einem Inflationsschutz kann man also nicht reden. Auch die hohe Volatilität macht es schwer, den Bitcoin als echten Wertspeicher zu betrachten. Die Bezeichnung “Spekulationsobjekt” trifft es, zumindest aktuell noch, deutlich besser.

Ob sich der Bitcoin irgendwann zu dem “sicheren Hafen” entwickeln wird, als den ihn viele Krypto-Fans betrachten, steht in den Sternen. Wer in die Kryptowährung investieren* möchte, sollte sich der Gefahr hoher Kursverluste bewusst sein. Da die Währung keinen intrinsischen Wert aufweist (im Gegensatz zu einer Aktie, hinter der ein Unternehmen steht), ist ihre Preisentwicklung einzig von der Laune der Anleger abhängig. Weil der Bitcoin erst seit etwa 13 Jahren besteht, ist es außerdem schwierig, Prognosen für die Zukunft aufzustellen.

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