Inflation: Wer profitiert von der Geldentwertung?

Inflation: Wer profitiert von der Geldentwertung?
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Während einer Inflation gibt es immer Gewinner und Verlierer. Wir erklären euch, wem die Geldentwertung nützt und schadet.

Unter einer Inflation versteht man die Erhöhung von Güterpreisen und die damit einhergehende Senkung der Kaufkraft. Diesen Prozess bezeichnet man in der Wirtschaft auch als Geldentwertung, weil der Bürger mit der gleichen Anzahl an Geld urplötzlich weniger kaufen kann. Eine leichte Inflation ist nur wenig schädlich und wird sogar als gesund betrachtet. Kommt es allerdings zu einer Hyperinflation, wie im Deutschland des Jahres 1923, macht sich Armut in der Bevölkerung breit.

Mehrheit leidet unter Inflation

Im Januar lag die Inflationsrate in Deutschland bei durchschnittlich 4,9%. Damit liegt die Teuerungsrate bereits weit über den 2%, welche von der Europäischen Zentralbank angepeilt werden. Experten gehen davon aus, dass die höheren Energiepreise, steigende Transportkosten und weltweite Lieferengpässe für die rapide Entwertung unseres Geldes sorgten.

Kommt es zu einer erhöhten Inflationsrate, ist es vor allem die Mittelschicht, die darunter leidet. Wie der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser erklärt, trifft die Inflation “immer die breite Masse”, da diese “nicht auf die Preissteigerungen vorbereitet sei.” Ihre Kaufkraft wird geschwächt und ihr niedrig verzinstes Vermögen schmilzt dahin. Die professionellen Anleger hingegen haben ihr Geld schon frühzeitig in Sicherheit gebracht, wie der Experte verrät.

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Der Staat als Gewinner

Wenn es eine Gruppe gibt, die im großen Stil von einer stärkeren Inflation profitiert, dann sind es die Schuldner. Mit der Entwertung des Geldes schrumpft auch der reale Wert von Forderungen. Stück für Stück wird der eigene Schuldenberg immer kleiner, was für die Gläubiger im entgegengesetzten Sinne eine Katastrophe ist. Der Staat ist hierbei der größte Gewinner. Ist die Inflationsrate höher, als der Zins, zu dem sich Geld geliehen wurde, verkleinern sich seine Schulden oder fallen sogar komplett weg.

Gleichzeitig kann der Staat die Bürger stärker zur Kasse bieten. Im Zuge der Inflation steigen nämlich die Gehälter, wodurch viele Menschen in eine höhere Steuerklasse rutschen und einen höheren Prozentsatz an den Staat zahlen müssen. Da die Gesellschaft aber auf Dauer unter einer starken Inflationsrate leitet, wird die Regierung trotzdem nicht versuchen, die Inflation zu heftig voranzutreiben.

Auch die Banken profitieren von einer Inflation. Sie können sich das Geld zu Minizinsen bei der Europäischen Zentralbank leihen und teurer weitergeben. Dem Ottonormalverbraucher ist solch eine Möglichkeit leider verwehrt. Mit einer Anlage in Sachwerte wie Aktien, Immobilien oder Rohstoffe können sich aber auch die Bürger schützen. Wer solche Investments findet, die während einer Inflation überdurchschnittliche Renditen abwerfen, kann sogar noch inmitten der Geldentwertung profitieren.

2 comments
  1. “Unter einer Inflation versteht man die Erhöhung von Güterpreisen und die damit einhergehende Senkung der Kaufkraft.”

    Sry, aber das ist schlichtweg falsch. Dies oben genannte sind die FOLGEN der Inflation. Inflation per se ist die Ausweitung der Geldmenge. Die Folge sind Preis- und Lohnsteigerungen. Wenn du das so wie oben benennst, verwechselst Du ja fast Ursache und Wirkung. Das ist für das Verständnis meiner Meinung nach ein fataler Fehler, weil es verhindert, dass “wir” die Ursachen angehen können…

    1. Hey André, das stimmt so leider nicht ganz. Die Inflation ist nicht synonym zur Ausweitung der Geldmenge, sondern zum Prozess der Geldentwertung, wie im Artikel beschrieben. Eine Inflation entsteht erst durch die Ausweitung der Geldmenge: Zu große Geldmenge = Ursache, Inflation = Wirkung

      Ähnlich beschreibt es auch die Europäische Zentralbank: “Steigen die Preise von Waren und Dienstleistungen allgemein, und nicht nur die Preise einzelner Produkte, so bezeichnet man dies als Inflation.”

      Ebenso die Bundeszentrale für politische Bildung: “Inflation ist der anhaltende Prozess der Geldentwertung, der sich durch allgemeine Preiserhöhungen bemerkbar macht.”

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