Inflation auf Höchststand: Wie kann man sich vor Geldentwertung schützen?

Inflation auf Höchststand: Wie kann man sich vor Geldentwertung schützen?
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Die Inflation macht der deutschen Bevölkerung aktuell zu schaffen. Doch wie kann man sein Vermögen vor der Geldentwertung bewahren?

Die Inflationsrate ist in Deutschland so hoch, wie seit 40 Jahren nicht mehr. Nach Angaben des statistischen Bundesamts, lag der Grad der Verteuerung im März bei 7,3 Prozent. Schuld daran sind die Energiepreise, welche in Folge des Ukrainekriegs zuletzt stark anstiegen. Doch auch in den Monaten zuvor, hatten die Bürger mit der Geldentwertung zu kämpfen. Wir zeigen euch, wie ihr euer Vermögen bestmöglich vor der Inflation schützen könnt.

Mit Sachwerten gegen die Inflation

Geld verliert im Zuge der Inflation an Wert. Wenn eine Brezel vor einem halben Jahr noch 95 Cent kostete, jetzt aber für 1 Euro über die Ladentheke geht, ist die Kaufkraft eures Geldes gesunken. Der einzige Schutz gegen die Inflation ist der Kauf von Sachwerten. So kann man einen Teil seines Vermögens vor der Geldentwertung schützen, selbst wenn man z.B. im Supermarkt kaum vor den gestiegenen Preisen fliehen kann.

Sichteinlagen sind in Zeiten von Niedrigzinsen und Inflationsrekorden wahre Vermögenskiller. Wer sein Geld nur auf dem Tagesgeld- oder Girokonto parkt, muss damit rechnen, stark unter der Geldentwertung zu leiden. Sachwerte hingegen, können der Inflation Einhalt gebieten und langfristig sogar dem Vermögensaufbau dienen. Klassische Sachwerte sind beispielsweise Aktien, Fonds, Immobilien und Edelmetalle. Derartige Finanzprodukte zeichnen sich dadurch aus, dass sie einen eigenen physischen Wert haben und nicht von Geldwerten abhängen.

Im Gegenzug sind Sachwerte risikoreicher als Zinsanlagen, da sie Preisschwankungen unterliegen. Wann und ob ein solches Investment Rendite abwirft, muss prognostiziert werden. Das klappt nicht immer. Vor allem die Kursentwicklungen von Kryptowährungen oder volatilen Aktien können nur schwer abgeschätzt werden. Wer jedoch ein breitgestreutes Investment tätigt und langfristig investiert, geht ein deutlich geringeres Risiko ein.

ETFs, Aktien und Immobilien als Inflationsschutz

Mit einem ETF auf den MSCI World-Index zum Beispiel bildet man die Kursentwicklung von mehr als 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Die hohe Diversifikation hilft Anlegern, das eigene Portfolio sicherer zu gestalten. Gleichzeitig kann man mit einer Geldanlage in den MSCI World von der Entwicklung der Weltwirtschaft profitieren. Seit dem Jahr 1975 erzielte der Index eine durchschnittliche Rendite von etwa 9 Prozent jährlich. Berechnungen zeigen: Je länger man Anteile eines Index hält, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, Verluste einzufahren.

Auch ETFs bieten natürlich keinen hundertprozentigen Schutz vor der Inflation. Kurzfristig kann es zu schmerzhaften Kursverlusten kommen. Das gilt gleichermaßen für den Kauf von Einzelaktien. Die Unternehmen hinter den Wertpapieren sind ja ebenfalls von der Inflation betroffen – manche mehr, manche weniger. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind derartige Anlageklassen jedoch unschlagbar. Einen gebührenfreien ETF-Sparplan* könnt ihr beim Online-Broker Trade Republic einrichten.

Immobilien können ebenfalls als Inflationsschutz herhalten. Das Betongold ist für die meisten Privatanleger, aufgrund der hohen Kosten, jedoch weniger attraktiv als Aktien und ETFs. Wer sich für den Kauf von Grundbesitz entscheidet, muss oft hohe Kredite in Anspruch nehmen.

Eine Alternative stellen offene Immobilienfonds dar. Die Anlage in einen solchen Fonds ermöglicht euch, an der Finanzierung von beispielsweise Hotels, Einkaufszentren und Wohnungen teilzunehmen. Mieten und Wertsteigerung der Objekte bilden die Rendite für die Anleger. Auch mit einem Investment in sogenannte REITs, also Aktiengesellschaften, die im Immobiliensektor tätig sind, könnt ihr vom Betongold profitieren.

Warum Gold nichts taugt

Viele Menschen behaupten, dass auch Gold Schutz vor der Inflation bietet. Die ganze Wahrheit ist das jedoch nicht. Es stimmt zwar, dass das Edelmetall in Krisenzeiten besonders gefragt ist, doch von einer langfristig hohen Rendite kann nicht die Rede sein. Zum Vergleich: Der Dow Jones-Index, in welchem die 30 wichtigsten Aktien der USA gelistet sind, hat seinen Wert in den vergangenen zehn Jahren beinahe verdreifacht. Der Goldpreis legte im selben Zeitraum um nur 16 Prozent zu. Gleichzeitig unterlag der Goldmarkt deutlich heftigeren Schwankungen.

Auch wenn der Goldpreis über die letzten Jahre immer wieder neue Höchstwerte erreichte, fiel er mindestens genauso schnell wieder nach unten. Grund für die hohe Volatilität ist die Tatsache, dass Gold über keinen inneren Wert, wie z.B. Unternehmen verfügt. Der Preis wird lediglich von der Nachfrage gesteuert. Aus diesem Grund werden Investments in Gold auch nur allzu oft mit Glücksspiel verglichen. Weitere Argumente, warum sich ein Investment in das Edelmetall nicht lohnt, findet ihr hier.

Zinsanlagen nicht vollkommen sinnlos

Wer sich gegen die Inflation in Deutschland schützen möchte, sollte Sachwerte kaufen, die für ihre Krisensicherheit bekannt sind. Ganz auf Zins­anlagen zu verzichten, ist aber auch nicht ratsam. Zumindest über einen Notgroschen sollten Anleger verfügen. Viele Experten raten, einen Notgroschen aus drei bis sechs Monatsgehältern einzurichten. Somit könnt ihr bei unerwarteten Ereignissen oder kurzfristigen Anschaffungen flexibel auf euer Geld zugreifen.

Den Notgroschen könntet ihr zum Beispiel auf eurem Tagesgeldkonto parken. Dort ist euer Vermögen keinen Wertschwankungen ausgesetzt. Gleichzeitig verfügt ihr über eine Flexibilität, die euch bei z.B. Immobilieninvestments fehlt.

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