Gefährliche Anlage? Das sind die Schwächen des MSCI World

Gefährliche Anlage? Das sind die Schwächen des MSCI World
© Adobe Stock

ETFs des MSCI World sind beliebt bei Privatanlegern. Umso wichtiger, dass ihr folgende Schwächen des Index auf dem Schirm habt.

Seit dem goldenen Aufstieg der ETFs investieren immer mehr Privatanleger in breitgestreute Investmentfonds. Diese versprechen nicht nur eine höhere Sicherheit, sondern auch einen geringeren Zeitaufwand als Einzelaktien. Bei ihrer Anlage setzen die Menschen heutzutage vor allem auf möglichst große Indizes, die einen weiten Teil des Weltmarktes abbilden. Hierbei kommt für viele Menschen der MSCI World-Index in Frage, welcher die Kursentwicklung von rund 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern darstellt.

Auch interessant: ETFs – 4 Einsteigerfehler, die euch euer Geld kosten können

Die Nachteile des MSCI World

MSCI World-ETFs sind so etwas wie die Stars der ETF-Landschaft. Die Rendite des Index lag seit dem Jahr 1975 bei durchschnittlich 9 Prozent jährlich. Dass ein solcher ETF ins Portfolio gehört, darüber streiten nur die wenigsten. Bekannte Finanzexperten wie Dr. Andreas Beck und Karl Matthäus Schmidt warnen dennoch vor den möglichen Schwächen des Index. Doch welche Defizite hat der Mega-Index?

  • Zu starke Abhängigkeit von USA: Der MSCI World-Index ist momentan zu rund 69 Prozent in Unternehmen der Vereinigten Staaten investiert. Kritiker sehen darin eine massive Übergewichtung. Die Risikostreuung, welcher ein Welt-ETF eigentlich bieten sollte, leidet darunter. Zum Vergleich: Alle europäischen Länder zusammen machen nicht einmal 20 Prozent des Index aus. Die hohe Gewichtung der USA bietet zwar höhere Renditen, dafür aber eine schlechtere Diversifizierung.
  • Keine Schwellenländer: Schwellenländer wie China, Russland oder Südkorea im MSCI World? Fehlanzeige. Nur Industrienationen sind in dem beliebten Index zu finden – und das obwohl sich die Märkte der Schwellenländer in der Vergangenheit ebenfalls gut entwickelten.
  • Übermäßig viele Technologieaktien: Die acht größten Positionen im Index sind allesamt Technologieaktien. Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet (A und C-Aktien), Tesla, Meta und Nvidia machen momentan 17 Prozent aus. Der gesamte Technologiesektor kommt im Index auf etwa 23 Prozent. Damit ist die Branche, Kritikern zufolge, überrepräsentiert.
  • Keine Nebenwerte: Nebenwerte, also Aktien mit geringer Marktkapitalisierung, fehlen komplett im MSCI World. Dabei sind kleinere Unternehmen meist wachstumsstärker als Standardwerte.
  • Blasenrisiko: Eine spezielle Kritik kommt von Dr. Andreas Beck. Wie der Finanzexperte im Podcast “René will Rendite” erklärt, sorge die Gewichtung der Unternehmen nach Marktkapitalisierung dafür, dass der Index “mit voller Wucht in jede Blase reinfährt”. Japan zum Beispiel sei, kurz vor dem Platzen der Blase, mit 40 Prozent im MSCI World vertreten gewesen. “Das, was am teuersten ist, wird am höchsten gewichtet”, so Beck.

All diese Kritikpunkte bedeuten nicht, dass ihr von einem Investment in den MSCI World absehen solltet. Vielmehr weisen sie darauf hin, dass ein einziger ETF des Index nicht ausreicht. Um eine breitere Diversifikation zu erreichen, sind noch weitere Indizes vonnöten. Damit zum Beispiel auch Schwellenländer im Portfolio vertreten sind, setzen viele Anleger auf den MSCI Emerging Markets. Für eine höhere Gewichtung an Nebenwerten kommt außerdem ein spezieller Small Cap-ETF in Frage.

Der MSCI World ist nicht als Einzelgänger gedacht und sollte auch nicht als solch einer behandelt werden. Als Basisbaustein für das Portfolio stößt er dennoch die meisten anderen Indizes vom Markt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Mehr aus dem Netz

Related Posts