Fear and Greed: Dieser Index verrät dir, ob Aktien gerade günstig oder teuer sind

Fear and Greed: Dieser Index verrät dir, ob Aktien gerade günstig oder teuer sind
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Der Fear and Greed-Index misst die Stimmung der Anleger am Markt. Je nach Situation steht der Pegel entweder auf “Angst” oder auf “Gier”.

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt Aktien zu kaufen oder sollte ich noch eine Weile abwarten? Der Fear and Greed-Index versucht diese Frage zu beantworten. Mithilfe mehrerer Indikatoren beurteilt das Computerprogramm, ob gerade Angst oder Gier an der Börse vorherrscht. In ersterem Fall stehen die Kurse in der Regel günstig, in letzterem Fall hoch.

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Das Tool wurde vom Nachrichtensender CNN entwickelt und basiert auf der verhaltensorientierten Finanztheorie. Die Bewertung reicht von 0 bis 100, wobei alles in der Nähe von Null für eine besonders ängstliche Börsenstimmung steht und umgekehrt. Befindet sich der Pegel im 50er-Bereich, ist die Stimmung an den Märkten als neutral einzuschätzen.

Fear and Greed: Dieser Index verrät dir, ob Aktien gerade günstig oder teuer sind
Der Index am 24. Juni 2022 / © CNN

Der Fear and Greed-Index kann Anlegern dabei helfen, den richtigen Einstiegspunkt zu erwischen. Sind die Anleger gerade ängstlich, so die soziologische Annahme, wirkt sich das auch negativ auf die Kurse aus. Aktien werden jetzt zu Schnäppchenpreisen verhökert. Sind die Anleger von Gier getrieben, schießen auch die Börsenkurse in die Höhe. Ein Investment kommt dich also teuer zu stehen.

Fear and Greed: So kommt der Index zustande

Bei der Berechnung des Index-Wertes kommen sieben verschiedene Faktoren zum Einsatz. CNN listet die Indikatoren wie folgt auf:

Aktienkurs-Momentum: Um diesen Indikator bewerten zu können, nimmt das Tool den US-amerikanischen Leitindex S&P 500 zur Hand und vergleicht dessen aktuellen Kurs mit dem 125-Tage-Durchschnittskurs. Steht der S&P 500 über seinem Durchschnittskurs, wird mit einer gierigen Börsenstimmung gerechnet. Liegt er darunter, schlägt die Tendenz in Richtung Angst aus.

Aktienkursstärke: Dieser Indikator vergleicht die Anzahl von Aktien an der NYSE (New York Stock Exchange) die ein 52-Wochen-Hoch erreichten, mit denen, die auf ein 52-Wochen-Tief fielen. Gibt es mehr Höchst- als Tiefstände, ist das ein Zeichen für Gier am Markt.

Aktienkursbreite: Bei dieser Kennzahl vergleicht man das Handelsvolumen von Aktien, die gerade im Kurs steigen, mit denen, die gerade fallen.

Put und Call: Hierbei versucht das Tool, die Anzahl der Call-Optionen mit der Anzahl der Put-Optionen ins Verhältnis zu setzen. Spekulieren Anleger vermehrt mit Call-Optionen, ist das ein Hinweis auf Börsen-Optimismus und damit Gier.

Junk-Bond-Nachfrage: Diese Kennzahl analysiert die Differenz der Rendite von risikoarmen Anleihen mit der Rendite der sogenannten Junk-Bonds (Spekulative Anleihen mit geringer Bonität). Eine große Differenz weist auf eine ängstliche Marktstimmung hin.

Marktvolatilität: Unterliegen die Wertpapiere des S&P 500 starken Schwankungen, gilt das als Zeichen für eine hohe Marktvolatilität.

Sicherer Hafen: Hierbei werden Risikofreude und Sicherheitsbedürfnis gegenübergestellt. Übersteigt die Performance von US-Staatsanleihen die von Aktien, wird dem Markt Angst zugeschrieben.

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Wie du den Index nutzen solltest

“Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind.” erklärte schon Star-Investor Warren Buffett. Dennoch solltest du deine Börsenstrategie nicht alleine vom Fear and Greed-Index abhängig machen.

Das Tool ist in der Lage, mithilfe aussagekräftiger Kennzahlen eine bestimmte Tendenz an den Finanzmärkten festzustellen – davon sind Experten überzeugt. Nach Angaben von Attic Capital sank der Index am 17. September 2008 auf einen Tiefstand von 12. Zu diesem Zeitpunkt tobte gerade die weltweite Finanzkrise. Im September 2012 notierte der Index bei über 90, nicht lange nachdem die Federal Reserve Bank eine zinsschwächere Geldpolitik einleitete.

Allerdings sollte der Fear and Greed-Index nicht dein einziges Kaufs- oder Verkaufskriterium darstellen. Vor dem Kauf einer Aktie oder eines ETFs ist es ratsam, immer auch das Finanzprodukt selbst zu analysieren. Vor allem Buy-and-Hold-Investoren sollten sich von dem Tool nicht verrückt machen lassen. Ein langfristiger Anlagehorizont endet statistisch gesehen ertragsreicher als der dauerhafte Kauf- und Verkauf von Aktien.

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