ETFs: 4 Einsteigerfehler, die euch euer Geld kosten können

ETFs: 4 Einsteigerfehler, die euch euer Geld kosten können
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ETFs sind die perfekte Geldanlage für Menschen, die sich nicht aktiv um ihr Portfolio kümmern möchten. Dennoch sollte man nicht zu leichtsinnig in den Fondskauf starten.

ETFs befinden sich aktuell in ihrer Blütezeit. Das Zeitalter der Niedrigzinsen und die freien Stunden während der Corona-Lockdowns haben viele deutsche Sparer dazu verleitet, Investments zu tätigen. Für die sicherheitsliebenden Deutschen kamen hierbei vor allem breitgestreute Indexfonds in Frage. ETFs verlangen im Vergleich zu einzelnen Wertpapieren keine langwierige Analyse und nur wenig aktives Management. Zudem scheint die Rendite auf lange Sicht nur eine Richtung zu kennen: Nach oben.

Das bedeutet aber nicht, dass der ETF-Kauf mit verbundenen Augen stattfinden darf. Auch hierbei ist Wissen und Vorsicht gefragt. Wer nur auf sein Bauchgefühl hört, könnte einige Entscheidungen später bitterlich bereuen. Diese 4 Einsteigerfehler solltet ihr unbedingt vermeiden.

Fehler 1: Den Fokus nur auf eine Branche oder ein Land legen

Diversifikation ist das A und O eines jeden ETF. Der Grund, warum sich die Indexfonds zu solch einem beliebten Finanzprodukt entwickelt haben, ist die Tatsache, dass sie sich eben nicht nur auf eine Branche oder ein Land konzentrieren. Trotzdem sind einige Anleger davon überzeugt, beim ETF-Kauf alles auf eine Karte setzen zu können und trotzdem noch die Vorzüge eines wertstabilen Fonds genießen zu dürfen. Eine Faustregel besagt: Wenn ihr ETFs kaufen möchtet, dann investiert zuerst in die “Big Player” wie den MSCI World, der mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern abdeckt.

Mit ETFs, die in möglichst viele verschiedene Märkte investieren, könnt ihr euch eine Basis schaffen, welche die Anlagerisiken minimiert. Habt ihr das gemacht, könnt ihr euch immer noch, mit einem kleineren Teil eures Geldes, an spekulativere Investments wagen.

Fehler 2: Zu viele ETFs besitzen

Immer wieder hört man von Finanzexperten, wie wichtig die Streuung sei. Ein risikoarmes Portfolio muss breit diversifiziert sein, lautet das erste Gebot – und das stimmt soweit auch. Leider verstehen manche Anleger diesen Spruch falsch und kaufen sich gleich 4, 5, 6 oder noch mehr ETFs. Nicht selten überschneiden sich diese ETFs dann und führen zu unnötigen Kosten und Verwirrung. Der Anleger glaubt, umso fleißiger er kauft, desto besser sein Depot.

Dieser Glaubenssatz könnte jedoch nicht weiter von der Realität entfernt sein. Führt man sich die Tatsache vor Augen, dass ein ETF wie der berühmte FTSE All World bereits den Großteil der gesamten Weltwirtschaft abdeckt, wird deutlich, wieso. Der Kauf einer Handvoll Welt-ETFs führt schlussendlich nur zu Überschneidungen. Vergesst also nicht: Mehrere Fonds zu besparen, ist nur dann sinnvoll, wenn sie sich in ihrer Basis voneinander unterscheiden. So würde es zum Beispiel Sinn ergeben, einem ETF, der sich auf Industrieländer fokussiert, einen zweiten ETF hinzuzufügen, der die Schwellenländer abbildet.

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Fehler 3: Panikverkäufe in unruhigen Zeiten

Wer sich für den Kauf eines ETF entscheidet, sollte mit einer knallharten Einstellung an die Börse gehen. Das Ziel sollte stets das langfristige Investment sein, nicht mehr und nicht weniger. Selbst wenn die Börse Achterbahn fährt und Panik den eigenen Verstand erobert, sollte man einen kühlen Kopf bewahren und die Anlage ihren Weg beschreiten lassen. Viele Anleger lassen sich von der Angst einer Tiefphase beeinflussen, verkaufen ihre Anteile und vergessen dabei, dass sich die Kurse höchstwahrscheinlich wieder stabilisieren werden.

Auf lange Sicht hat die Anlage in einen Welt-ETF bislang immer saftige Renditen eingebracht. Verfallt also nicht dem Glauben, dass eine einwöchige Schwankung euer Portfolio ruinieren wird und atmet tief durch, bevor ihr eine eventuell folgenschwere Entscheidung trefft.

Fehler 4: Andauerndes Umschichten

Bevor ihr ETFs kauft, solltet ihr das nötige Know-how sammeln und eine Strategie entwickeln. Diese Strategie könnte zum Beispiel die beliebte 70/30 Vorgehensweise sein, bei der man einen Teil seines Geldes in den MSCI World für Industrieländer und einen anderen Teil in den MSCI Emerging Markets für Schwellenländer steckt. Habt ihr euch für eine Strategie entschieden, solltet ihr diese so wenig wie möglich ändern. Denn: Schichtet ihr zu oft um, könnte euch das eure Rendite kosten.

Hier greift die berühmte Börsenweisheit: “Hin und her macht Taschen leer”. Selbst wenn ihr glaubt, euer Portfolio durch das Umschichten verbessern zu können, solltet ihr eventuelle Kosten, wie zum Beispiel durch Transaktionsgebühren, stets im Auge behalten.

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