Dirk Müller und Co: Warum ihr nicht auf Crash-Propheten hören solltet

Dirk Müller und Co: Warum ihr nicht auf Crash-Propheten hören solltet
© Mission Money (YouTube)

Lasst euch nicht von Crash-Propheten beeinflussen. Die Vergangenheit zeigt, dass die Finanz-Apokalyptiker nur selten Recht haben.

“Die Börse steht kurz vor dem Kollaps”, “die Euro-Apokalypse steht bevor” oder “die Hyperinflation ist unausweichlich”. Derartige Sätze hört man oft von den zahlreichen Crash-Propheten, die sich in der deutschen Finanzwelt tummeln. Konsorten wie Dirk Müller, Marc Friedrich, Max Otte und Max Krall sagen fast schon in regelmäßigen Abständen einen neuen Börsencrash hervor – der große Knall bleibt dennoch aus. Doch wofür die ganze Panikmache?

Crash-Propheten: Das Geschäft mit der Angst

Crash-Propheten verdienen mit ihren düsteren Vorhersagen jede Menge Geld. Hinter den schaurigen Prognosen steckt seltener eine gutgemeinte Warnung, als vielmehr ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell. Mit ihren Prophezeiungen schaffen die vermeintlichen Finanzexperten ein Problem, das die Angst der Menschen schürt. Jeder Mensch hat Sorge davor, sein hartverdientes Geld dahinschmelzen zu sehen, weshalb Dirk Müller und Co. auch so oft mit Aufmerksamkeit überflutet werden. Ist das Horror-Szenario erst einmal geschaffen, präsentieren die Crash-Propheten ihre Lösung.

Mit Dienstleistungen wie Seminaren, Büchern, Online-Kursen, Beratungsgesprächen, Börsenbriefen oder einem Fonds verspricht man die “schutzlosen Privatanleger” zu bewaffnen. Dirk Müller zum Beispiel bietet mit seinem “Premium Aktien Fonds” nach eigenen Worten ein krisensicheres Investment an – und das schon seit dem Jahr 2015. ETFs bezeichnet der Börsenmakler als “dummes Geld”. Ironischerweise erzielte der breitgestreute MSCI World seit dem 30. April 2015 eine Rendite von mehr als 65 Prozent. Müllers Fonds kam im gleichen Zeitraum auf Minus 11 Prozent. Vom versprochenen “Mega-Crash” keine Spur.

Sorge vor Crash ist unberechtigt

Zu der Hauptzielgruppe der Crash-Propheten gehören Menschen, die sich mit Finanzen (noch) wenig auskennen. Die unerfahrenen Privatanleger sind es, die den Apokalyptikern ihr Vertrauen schenken. Mit Angst werden sie geködert und mit professionell-klingenden Worten an der Angel gehalten. Gleichzeitig versuchen Crash-Propheten Misstrauen gegen das bestehende Finanzsystem zu erzeugen, ganz nach dem Motto: “In der Wirtschaft ist was faul, aber bei mir bekommt ihr die Wahrheit zu hören”. Doch was ist dran an den Prognosen der Crash-Propheten? Hier eine Liste jener Horror-Weissagungen, die nicht eingetroffen sind:

  • 2009 – Roland Leuschel sieht die größte geldpolitische Katastrophe aller Zeiten voraus.
  • 2011 – Dirk Müller sagt Crash in drei Jahren voraus.
  • 2011 – Wolfgang Münchau rechnet mit einem baldigen “Euro-Armageddon”
  • 2012 – Max Otte sagt Crash in zwei Jahren voraus.
  • 2018 – Dirk Müller spricht davon, dass “ein Crash unausweichlich” sei.
  • 2019 – Markus Krall behauptet, das Finanzsystem werde Ende 2020 zusammenbrechen.
  • 2019 – Marc Friedrich behauptet, wir befänden uns im “monetären Endspiel”.
  • 2019 – Max Otte sagt einen “Mega-Crash” voraus.
  • 2020 – Dirk Müller behauptet, die Situation sei “gefährlicher und kritischer als im Jahr 1929”.

Wie wir heute wissen, sind all diese Prognosen Quatsch gewesen, trotz des überzeugenden Charakters der Crash-Propheten. An neuen Vorhersagen hindert das die Wahrsager aber nicht. Besucht man die genannten Personen auf ihren Social Media-Kanälen, kann man bei den meisten dieselbe tägliche Stimmungsmache wie vor zehn Jahren schon beobachten.

Auch interessant: Der Zinseszins ist eines der wichtigsten Dinge in eurem Leben

Viele solcher Personen sind selbstbewusst in ihrem Auftreten und mit einem wirtschaftlich seriösen Hintergrund ausgestattet. Es ist nicht verwunderlich, dass sich so viele Privatanleger von der Panikmache á la “Riesen-Crash” mitreisen lassen. Seid vorsichtig, wem ihr eure Aufmerksamkeit schenkt und lasst euch nicht in die Irre führen. Ein Crash kann sowieso nicht vorhergesehen werden. Sollte die Börse dennoch irgendwann Achterbahn fahren, ist es wichtig, die Nerven zu behalten und die eigene Investmentstrategie nicht über Bord zu werfen.

Wie die Vergangenheit zeigt, hat sich eine langfristige, breitgestreute Anlage noch durch jeden Crash geboxt. Wer die nötige Geduld bewies, konnte die größten Finanzkrisen der letzten 20 Jahre einfach aussitzen. Das sind die Performances der weltweit berühmtesten Indizes vom Jahr 2001 bis ins Jahr 2021 (Zahlen gerundet):

  • Nasdaq (USA): +702%
  • S&P 500 (USA): +315%
  • Dow Jones (USA): +263%
  • DAX (Deutschland): +208%
  • Nikkei 225 (Japan): +173%
Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Mehr aus dem Netz

Related Posts