Die 7 häufigsten Aktien-Fehler und wie ihr sie vermeiden könnt

Die 7 häufigsten Aktien-Fehler und wie ihr sie vermeiden könnt
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Haltet eure Augen geöffnet, wenn ihr Aktien handelt. Zu oft verlieren Anleger Geld aufgrund vermeidbarer Fehler.

An der Börse kann man sich leicht die Finger verbrennen. Auf der einen Seite winken saftige Gewinne, auf der anderen Seite Risiken und Verluste. Das Thema “Aktien” sollte nie unterschätzt werden, auch wenn der Zugang zur Börse dank Neobrokern einfacher ist als je zuvor. Nur wenige Klicks reichen heutzutage aus, um das erste Wertpapier zu kaufen oder gleichermaßen schmerzvolle Verluste zu realisieren. Damit letzterer Fall nicht eintritt, wollen wir euch 7 der häufigsten Aktien-Fehler auflisten.

Fehler 1: Kurzer Anlagehorizont

Investieren bedeutet nicht, auf schnelle Gewinne zu pokern. Wer die Börse in der Hoffnung betritt, in möglichst kurzer Zeit reich zu werden, wird bald schon enttäuscht sein. Aktien sind Finanzprodukte, die man über einen langen Anlagehorizont handeln sollte. Wer täglich, wöchentlich oder monatlich neue Wertpapiere kauft und verkauft, gleicht mehr einem Glücksspieler als einem Investor. Die Chancen, bei einem solchen Spiel zu gewinnen, sind ähnlich hoch wie im Casino.

Über einen kurzen Zeitraum können Aktien die seltsamen Kursentwicklungen hinlegen. Auf lange Sicht werden sich Wertpapiere jedoch immer ihrem fairen Wert angleichen. Eine weitere Börsenregel besagt, dass mit jedem Jahr die Gefahr sinkt, mit Aktien Geld zu verlieren. Das beweist auch der Dax. Wer über einen Zeitraum von 15 Jahren in den deutschen Leitindex investierte, lag am Ende immer im Plus, ganz egal wie schlecht Einstiegs- und Ausstiegspunkt waren.

Fehler 2: Fehlendes Grundwissen

Wie schon eingangs erwähnt, ist es heutzutage leichter als je zuvor, ein Aktiendepot einzurichten. Das hat leider nicht nur Vorteile. Wird nämlich der Zugang zur Börse einfacher, sinkt auch die Hemmschwelle, blindlings drauf los zu traden. Im schlimmsten Fall werden die ersten Aktienkäufe ohne jegliches Grundwissen über die Börse getätigt. Das Ergebnis sind leere Taschen und deprimierte Gesichter.

Natürlich muss man nicht schon vor der ersten Aktie zum Börsenaltmeister aufsteigen. Allerdings sollte man sich zumindest gewisse Grundkenntnisse aneignen. Das heißt, man muss die wichtigsten Begrifflichkeiten verstehen, Kennzahlen deuten können und über verschiedene Anlagestrategien Bescheid wissen. Das nötige Know-how könnt ihr euch mithilfe von Büchern, Kursen, Beratungsgesprächen oder kostenfrei mit Artikeln und YouTube-Videos aneignen.

Fehler 3: Keine Risikostreuung

Wer sein Geld an der Börse anlegen möchte, sollte nicht nur eine Aktie kaufen, sondern gleich mehrere Wertpapiere aus unterschiedlichen Ländern und Sektoren erwerben. Der Grund dafür ist simpel: Mehr Diversifikation bedeutet weniger Risiko. Sind eure Aktien breit gestreut, verliert bei einer einzigen Krise nicht euer gesamtes Depot an Wert. Der einfachste Weg, für eine umfassende Risikostreuung zu sorgen, sind ETFs. Mit ETFs könnt ihr die Kursentwicklung eines Index, wie dem Dax oder dem S&P 500, abbilden. Für die maximale Diversifikation empfiehlt es sich in einen Welt-ETF zu investieren. Bei Trade Republic* steht euch eine Vielzahl solcher ETFs zur Auswahl.

Leider gehen viele Anleger ein unnötiges Risiko ein. Wie eine Untersuchung der Zeitschrift Finanztest zeigt, besitzt der durchschnittliche Direktbankkunde nur 12 Einzelaktien in seinem Depot. Das ist eindeutig zu wenig, um einem Klumpenrisiko vorzubeugen.

Fehler 4: Dubiosen Aktien-Empfehlungen folgen

Geld ist eines der Themen, die unseren emotionalen Haushalt ganz besonders in Aufruhr versetzen. Dabei ist es an der Börse mehr als nur wichtig, möglichst rationale Entscheidungen zu treffen. Leider haben vor allem Börsenanfänger ihre Impulse nur schwer unter Kontrolle. So kann es schnell mal vorkommen, dass einer dubiosen Aktienempfehlung Folge geleistet wird. Seid bitte stets vorsichtig, wenn euch jemand vom “nächsten Tesla” oder ähnlichem erzählt. Wenn eine Aktie in den höchsten Tönen gelobt wird, verbergen sich dahinter oft Eigeninteressen. Analysiert jeden Aktientipp so genau wie möglich und öffnet eure Ohren auch für kritische Meinungen.

Fehler 5: Von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen

Nur weil eine Aktie in den letzten 5 Jahren um durchschnittlich 20% anstieg, bedeutet das nicht, dass es auch in Zukunft so weitergeht. Kursentwicklungen geben immer nur Aufschluss über die Vergangenheit. Was in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten passieren wird, kann nur erahnt werden. Wer herausfinden möchte, ob eine Aktie selbst in Zukunft noch Bestand haben wird, muss das Unternehmen dahinter genauestens analysieren. Nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch verschiedene Kennzahlen sollten genauestens unter die Lupe genommen werden. Nur der Kurs alleine reicht nicht als Kaufargument.

Fehler 6: Aktien kaufen, die man nicht versteht

Wenn man eine Aktie nicht versteht, sollte man sie nicht kaufen. Die Börsenlegende Peter Lynch ist ein starker Verfechter dieser Idee. In seinem Bestseller-Buch “Der Börse einen Schritt voraus”* erklärt der ehemalige Fondsmanager, dass er “eher in Strumpfhosen als in Kommunikationssatelliten” investieren würde. Auch Warren Buffett ist überzeugt, dass man nie in ein Geschäftsmodell investieren sollte, das man nicht versteht.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. In einen Sektor zu investieren, der einem von Grund auf fremd ist, könnte sich als riskantes Unterfangen herausstellen. Wenn man weiß, dass einem die Kompetenzen für ein gewisses Investment fehlen, ist es ratsam, keine Käufe zu tätigen – egal wie euphorisch die Börsenstimmung ist. Wenn euch eine bestimmte Aktie dennoch interessiert, solltet ihr im Vorfeld das nötige Wissen sammeln, um das Geschäftsmodell verstehen zu können.

Fehler 7: Häufiges umschichten

Eine alte Börsenweisheit besagt: “Hin und her macht Taschen leer”. Wer zu häufig sein Portfolio umschichtet, muss schlussendlich höhere Kosten auf sich nehmen. Auch bei günstigen Online-Brokern werden für jeden Kauf und Verkauf Gebühren fällig, die sich auf lange Sicht summieren. Aus diesem Grund ist es ratsam, einzig dann das Portfolio umzuschichten, wenn es wirklich notwendig ist. Eine Aktie zu verkaufen, nur weil man gerade den nächsten “Geheimtipp” erhalten hat, ist kein guter Verkaufsgrund.

Wer an der Börse investieren möchte, sollte seine Anlageentscheidungen schon im Vornherein genauestens abwägen. Anleger, die zu oft umschichten, laufen nämlich nicht nur Gefahr, mehr Gebühren zu zahlen. Im schlimmsten Fall verkaufen sie ihre Wertpapiere zu einem völlig falschen Zeitpunkt und erwerben neue, wenn es gerade besonders ungünstig ist.

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