Der Vater des Value-Investings: Wer war Benjamin Graham?

Der Vater des Value-Investings: Wer war Benjamin Graham?
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Er unterrichtete Warren Buffett, gilt als einer der besten Investoren und Vater der Value-Strategie. Noch heute haben die Lehren Benjamin Grahams großen Einfluss auf den Kapitalmarkt.

Mit seiner fundamentalen Wertpapieranalyse beinflusste Benjamin Graham eine ganze Generation von Investoren. Der sogenannte “Vater des Value-Investings” erzielte selbst in Krisenzeiten hervorragende Renditen. Er lehrte mitunter Börsenlegende Warren Buffett und übte, neben dessen Vater, nach eigener Aussage den stärksten Einfluss auf ihn aus.

Benjamin Graham: Zwischen Armut und Wohlstand

Benjamin Graham wurde am 9. Mai 1894 in London geboren. Bereits ein Jahr später wanderten seine Eltern nach New York aus, um ein Porzellangeschäft zu eröffnen. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1903 geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten. Grahams alleinerziehende Mutter legte das übrige Familienvermögen in Aktien an, welche infolge des großen Crashs 1907 drastisch an Wert verloren. Von dem einstigen Wohlstand der Familie war nicht mehr viel übrig geblieben.

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Dieser einschneidende Moment seines Lebens dürfte Grahams spätere Investmentphilosophie geprägt haben. Trotz der prekären wirtschaftlichen Lage der Familie genoss er jedoch eine ausgezeichnete Ausbildung. Graham erhielt ein Stipendium der Columbia University und studierte Mathematik, Englisch und Griechisch. Das Studium schloss er nach lediglich zweieinhalb Jahren als Zweitbester ab. Auf Empfehlung des Dekans begann Graham anschließend eine Karriere an der Wall Street.

Bei der Investmentfirma Newburger, Henderson & Loeb arbeitete sich Graham innerhalb kürzester Zeit vom einfachen Angestellten zum Analysten und schließlich zum Partner hoch. Dort war er als penibler Statistiker bekannt, da er jedes Unternehmen bis ins kleinste Detail analysierte. Seinen guten Ruf nutzte er, um 1926 zusammen mit dem Broker Jerome Newman die Vermögensverwaltung Graham-Newman Corp. zu gründen, welche beachtliche Renditen erzielte. Um die Verluste der schweren Wirtschaftskrise 1929 auszugleichen, benötigte Graham nur etwa fünf Jahre.

Der intelligente Investor

Neben seiner Karriere an der Wall Street war Graham auch als Akademiker an der Columbia University tätig, wo er einen äußerst erfolgreichen Kurs zum Thema “Anlegen” gab. Zu seinen damaligen Studenten zählten William J. Ruane, Irving Kahn und einer der berühmtesten Investoren aller Zeiten, Warren Buffett. Viele seiner Ansichten in Bezug auf den Finanzmarkt hat Buffett von seinem Mentor übernommen.

Das Buch “The Intelligent Investor”*, das Graham im Jahr 1949 veröffentlichte, prägte eine Generation von Anlegern und ist noch heute in vielen Bücherregalen zu finden. Graham beschreibt darin, was nötig ist, um ein begabter Investor zu sein. Dabei stützt er sich auf die Annahme, dass Unternehmen an der Börse oft unter oder über ihrem eigentlichen Wert gehandelt werden. Diese Philosophie und seine Methode zur fundamentalen Wertpapieranalyse brachten ihm später den Spitznamen “Vater des Value-Investings” ein.

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