Das ärmste Land der Welt: Warum ist Burundi so arm?

Das ärmste Land der Welt: Warum ist Burundi so arm?
© UNHCR / Sanne Biesmans

Burundi gilt seit dem Jahr 2022 als ärmstes Land der Welt. Doch welche Umstände sind für die wirtschaftliche Tieflage der kleinen Nation verantwortlich?

Mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung leben in Armut. Krieg, politische Krisen und Korruption sorgen, vor allem in den Entwicklungsländern, für Hungersnöte und Geldsorgen. Die ärmsten Menschen findet man laut Handelsblatt in Burundi. In dem ostafrikanischen Binnenland liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bei lediglich 255,98 US-Dollar. Zum Vergleich: In den USA liegt derselbe Wert bei mehr als 60.000 US-Dollar.

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Burundi: Ein von Hungersnot geprägtes Land

Doch warum sind die Menschen in Burundi so arm? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einen Blick auf die Geschichte und die aktuelle Situation des Landes werfen. Die Nation war seit ihrer Unabhängigkeit von Belgien im Jahr 1962 in zahlreiche Bürgerkriege verwickelt. In seiner kurzen Geschichte durchlebte das Land gleich mehrere Bürgerkriege, wovon der letzte erst im Jahr 2005 endete. Das Ergebnis der ewigen Gewaltspirale: Mehr als 500.000 Tote, schätzungsweise eine Million Flüchtlinge und politische Instabilität.

Obwohl der letzte Krieg bereits 15 Jahre zurückliegt, leidet ein Großteil der Bevölkerung noch immer an Armut und Unterernährung. Die meisten Burundier, genau genommen 89 Prozent, sind Bauern. Als Landwirte sind sie auf die Felder angewiesen, welche ihnen der Staat zur Verfügung stellt. Das Problem: Die Bevölkerung steigt rapide an, wodurch immer weniger Land für die Menschen übrig bleibt. Platz für neue Häuser oder Ackerlandschaften gibt es nicht. Da die meisten Bauern in Burundi Selbstversorger sind und von persönlichen Erzeugnissen leben, stellt dies nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein lebensgefährliches Problem dar.

Das ärmste Land der Welt: Warum ist Burundi so arm?
Burundi liegt mitten in Afrika, umgeben von Ruanda, Tansania und der Demokratischen Republik Kongo. / © Wikipedia

Weiter leiden die 12 Millionen Menschen des Landes an ungewöhnlich vielen Naturkatastrophen. Dürren, sintflutartiger Regen, Überschwemmungen und Hagelstürme waren in den letzten Jahren besonders zerstörerisch, wie das Borgen Project berichtet. Die regelmäßigen Katastrophen zertrümmern nicht nur die Häuser der Menschen sondern auch deren Lebensunterhalte. Für sichere Versorgungsquellen kann nicht gesorgt werden.

Der schlechte Zustand Burundis ist zu einem großen Teil ebenso dem Staat zuzuschreiben. Das Vertrauen der Bewohner in die Regierung ist praktisch non-existent. Immer wieder greift diese in die Wirtschaft ein, subventioniert Treibstoff und rationiert Strom. Enteignungen der Bürger sind an der Tagesordnung. Weiterhin beeinflusst der Staat die Preise durch eigene staatliche Unternehmen und landwirtschaftliche Förderprogramme. Wirtschaftliche Freiheit wird durch die Regierung unterbunden, was wiederum die unternehmerische Tätigkeit der Bevölkerung hemmt. Die Tatsache, dass das Land seit 2015 immer weniger Hilfeleistungen aus dem Ausland erhält, schadet der Wirtschaft zusätzlich.

Die Zukunft des Binnenlandes ist ungewiss. Burundi sitzt zwar auf jeder Menge Bodenschätze wie Gold, Uran, Erdöl und Nickel, der Mangel an Geld macht es aber schwierig, diese abzubauen. Zudem wird die Überbevölkerung auch in den nächsten Jahren noch ein Problem darstellen. An Potenzial mangelt es der französischsprachigen Nation dennoch nicht. Burundi verfügt über “fruchtbares Land, ein mildes Klima und die Möglichkeit zum Ausbau des Handels mit seinen zahlreichen Nachbarländern” wie der Welthunger-Index erklärt.

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