Aktives vs. passives investieren: Welche Anlagestrategie passt zu dir?

Aktives vs. passives investieren: Welche Anlagestrategie passt zu dir?
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Sowohl die aktive als auch die passive Anlagestrategie verfügt über Vor- und Nachteile beim investieren. Doch welche Investmentform passt zu dir?

Wer mit dem investieren beginnen möchte, steht schon bald vor einer wichtigen Entscheidung. Als Anleger hat man die Möglichkeit, entweder aktiv zu investieren oder sein Geld passiv anzulegen. Beide Strategien werden von ihren jeweiligen Verfechtern mit Zähnen und Klauen verteidigt. Welche der beiden Strategien am besten zu dir passt, muss du selbst herausfinden. Allerdings können wir dir bei der Entscheidung ein wenig unter die Arme greifen.

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Aktives und passives investieren: Was ist der Unterschied?

Beim aktiven Investieren versuchen Anleger eine höhere Rendite als der Markt zu erzielen. Dieses Vorhaben wird mit dem Kauf einzelner, vielversprechender Aktien umgesetzt. Wer aktiv investiert kann dies entweder einem Fondsmanager überlassen oder selbst am Börsengetümmel teilnehmen.

Passive Anleger verzichten auf “Stockpicking” und versuchen nicht von einzelnen Aktien, sondern von der Wertentwicklung des gesamten Markts zu profitieren. Die Strategie ist darauf ausgelegt, Vermögenswerte langfristig zu halten und selbst während Höhen und Tiefen an der Börse nicht zu verkaufen. Wer passiv investiert, hat für gewöhnlich ein langfristiges Ziel, wie zum Beispiel die Altersvorsorge, im Blick. Heutzutage wird die Methode vor allem mit Hilfe von ETFs umgesetzt, also börsengehandelten Indexfonds, welche die Kursentwicklung eines Index nachbilden.

Das passive Investieren ist noch gar nicht so alt, wie man denken würde. Erst Mitte der 1970er Jahre erschien der erste öffentlich zugängliche Indexfonds auf dem Markt. Dieser bildete damals die Wertentwicklung des S&P 500 nach. In den hunderten Jahren zuvor wurden derartige Indizes ausschließlich als Benchmark verwendet, um die eigene Performance zu messen.

Welche Strategie erzielt bessere Renditen?

Studien haben bereits vielfach bewiesen, dass passive Fonds auf lange Sicht eine bessere Rendite erzielen, als aktive. Wie die SPIVA-Studie zeigt, konnten rund 90% der aktiven Fonds über einem Zeitraum von 20 Jahren nicht den S&P schlagen. Selbst über einen Zeitraum von 5 Jahren underperformten die meisten aktiven Fonds ihren Benchmark-Index.

Wer mit einem aktiven Investmentansatz eine höhere Rendite erzielen möchte als mit einem ETF, muss zu den 10% gehören, die tatsächlich in der Lage dazu sind, den Markt zu schlagen. Rein auf die Performance bezogen fahren die meisten Anleger also deutlich besser, wenn sie einfach in den Gesamtmarkt investieren.

FondskategorieVergleichsindex5 Jahre (Underperformance)10 Jahre (Underperformance)20 Jahre (Underperfomance)
All Large-CapS&P 50075%83%94%
All Mid-CapS&P MidCap 40060%73%88%
All Small-CapS&P SmallCap 60065%76%88%
All Multi-CapS&P Composite 150072%87%90%

Vor- und Nachteile des aktiven Investierens

  • Vorteile:
  • Mehr Optionen beim investieren
  • Verluste können frühzeitig abgewendet werden
  • Eigene Rendite kann theoretisch den Markt übertreffen
  • Nachteile:
  • Hoher Zeitaufwand nötig um qualitative Aktien zu finden
  • Viel Expertise erforderlich
  • Höhere Kosten wegen aktiver Verwaltung
  • Größeres Risiko, da einzelne “Verliereraktien” massiv den Kurs beeinflussen können
  • Durchschnittlich niedrigere Renditen

Vor- und Nachteile des passiven Investieren

  • Vorteile:
  • Geringer Zeitaufwand
  • Wenig Expertise erforderlich
  • Keine Kosten für aktive Verwaltung
  • Kleineres Risiko dank breitgestreutem Portfolio
  • Durchschnittlich höhere Renditen
  • Nachteile:
  • Verluste müssen ausgesessen werden
  • Rendite kann niemals besser als Marktrendite ausfallen
  • Wenig Spannung für Anleger

Welche Anlagestrategie lohnt sich für dich?

Einen Gewinner bei der “Aktiv vs. Passiv”-Debatte gibt es nicht. Beide Anlagestrategien haben ihre Vorzüge. Für welche Strategie du dich schlussendlich entscheidest, hängt von deinen Präferenzen und persönlichen Umständen ab. Wenn dir ein geringes Risiko wichtig ist und du zudem nicht viel Zeit für die Börse aufbringen kannst, lohnt sich ein passives Investment am meisten. Die harte Aufgabe den Markt zu schlagen bleibt dir erspart. Die Analyse einzelner Unternehmen ist nicht zwingend notwendig, sofern du einen breitgestreuten ETF erwirbst.

Willst du deine Fähigkeiten auf die Probe stellen und den Versuch wagen, den Markt zu schlagen, kommt das aktive Investieren in Frage. Vielleicht hast du auch einen aktiv gemanagten Fonds gefunden, von dem du glaubst, er könne seine Benchmark übertreffen. Doch sei dir bitte bewusst, dass du in jedem Fall mehr Expertise und Zeit benötigst, als beim passiven Investieren. Auch solltest du dir im Klaren darüber sein, dass deine Chancen, tatsächlich den Markt zu schlagen, gering sind (rund 10%).

Natürlich kannst du dich auch für beide Formen der Geldanlage entscheiden. Den Großteil deines Kapitals könntest du zum Beispiel in einen breitgestreuten ETF investieren, während du mit dem Rest versuchst gegen den Markt anzukommen. So hast du die Möglichkeit, von der Sicherheit des passiven Investierens zu profitieren ohne dass du auf die Spannung des aktiven Investierens verzichten musst. Das ist besonderes für solche Menschen ratsam, die ihr Portfolio nicht einfacher nur beobachten möchten, sondern selbst am Börsengeschehen teilnehmen wollen.

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